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Die Berechnung der Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne, die Yukterez hier vorstellt, mag durchaus richtig sein. Sie taugt aber überhaupt nicht als Beweis für das Nichtvorhandensein der Zentrifugalkraft in einem Inertialsystem:
Physikalisch gesehen wird in einem Zweikörpersystem, bei dem zwei Massen um den gemeinsamen Schwerpunkt umlaufen, die Zentripetalkraft der einen Masse von der Zentrifugalkraft der anderen Masse erbracht. Das heißt, bei einem Kreisbahnumlauf ist die Zentripetalkraft der einen Masse zugleich auch die Zentrifugalkraft der anderen Masse. Deshalb genügt es, in einer Berechnung der Umlaufbahn der einen Masse, den gemeinsamen Schwerpunkt als festen Drehpunkt vorauszusetzen, deshalb die Zentrifugalkraft der anderen Masse nicht weiter zu beachten, und nur mit der Zentripetalkraft zu rechnen.
Setzt man aber
nicht stillschweigend voraus, daß der gemeinsame Schwerpunkt der feste Drehpunkt ist,
muß man physikalisch berücksichtigen, daß der virtuelle Drehpunkt selbst keine Zentripetalkraft erzeugen kann und auch selbst keine Masse besitzt. Er kann deshalb keine Zentripetalkraft auf die andere Masse ausüben. Es muß in diesem Fall also die zweite Umlauf-Masse diese Zentripetalkraft aufbringen, und das kann sie nur, indem sie mit ihrer Zentrifugalkraft nach außen zieht.
Dabei spielt es keine Rolle, ob diese nach außen ziehende Zentrifugalkraft als Zugkraft über ein Seil oder über die Gravitationsanziehung als Zentripetalkraft an die andere Masse übertragen wird.
Das Berechnungsprogramm von Yukterez beweist also nicht, daß es die Zentrifugalkraft im Inertialsystem nicht gibt. Aber der Schluß von Yukterez, daß es die Zentrifugalkraft im Inertialsystem nicht gibt, weil er sie in seiner Berechnung nicht benötigt, beweist, daß er den physikalisch zwingenden Zusammenhang von Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft nicht begriffen hat.
Siehe hierzu auch
http://www.mahag.com/neufor/viewtopic.php?f=7&t=728&start=100#p96584Im leeren Weltall (um jede zusätzliche Komplikation durch Schwerkraft zu vermeiden) seien zwei gleich große Massen mit einem (masselosen) Seil miteinander verbunden, und sie bewegen sich beide auf einer (auf ein und derselben) Kreisbahn um den gemeinsamen Schwerpunkt.
Für jede der beiden Massen gelten dann also die absolut gleichen physikalischen Bedingungen, insbesondere, was die Kräfte betrifft.
Dateianhang:
Drehsystem01.jpg [ 36.34 KiB | 6010-mal betrachtet ]
Aus dem Bild ist eindeutig ersichtlich,
1. …daß an den Enden des Seiles nach außen ziehende reale Zentrifugalkräfte wirken müssen, damit das Seil gespannt wird und gespannt bleibt,
2. …daß das Seil selbst keine Zentripetalkraft erzeugt, sondern nur überträgt von einer Masse zur anderen,
3. …daß deshalb die Zentripetalkraft an der einen Masse von der Zentrifugalkraft der anderen erbracht wird und erbracht werden muß,
4. …daß deshalb Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft entgegengesetzt gleich groß sein müssen, und
5. …daß deshalb die Zentrifugalkraft eine ebenso physikalisch reale Kraft ist wie die Zentripetalkraft, und keine „Scheinkraft“ ist,
6. …daß die Zentrifugalkraft der einen Masse die Gegenkraft zur Zentrifugalkraft der anderen Masse ist und umgekehrt,
7. …daß deshalb also gemäß 3. Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft an ein und derselben Masse zueinander actio und reactio erfüllen,
8. …daß an jeder der beiden Massen Gleichgewicht zwischen Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft besteht,
9. …daß deshalb, wie schon nach 5., die Zentrifugalkraft ebenso wie die Zentripetalkraft eine reale physikalische Kraft ist, und keine „Scheinkraft“,
10. …daß diese Kraftzusammenhänge 1 bis 9 aus jedem beliebigen Bezugssystem betrachtet die absolut gleichen sind und bleiben.
Aus den rechts daneben abgebildeten relativistischen „Lösungen“ geht eindeutig hervor, daß bei diesen keine der vorstehend genannten Punkte 1 bis 10 zutrifft. Die relativistischen „Lösungen“ sind lediglich mathematische Schein-Lösungen mit zwar durchaus richtigen Berechnungsergebnissen, aber die physikalischen Zusammenhänge sind nach Hütchenspieler-Manier gezielt falsch dargestellt, um daraus die physikalisch grotesk falsche Konsequenz behaupten zu können, daß Fliehkräfte nicht reale Kräfte, sondern nur mathematische Scheinkräfte sind. Das Motiv hierzu ist, wie schon dargelegt, daß die Fliehkraft als reale Kraft die ART widerlegt.
Das Berechnungsprogramm von Yukterez beweist also nicht, daß es die Zentrifugalkraft im Inertialsystem nicht gibt. Aber der Schluß von Yukterez, daß es die Zentrifugalkraft im Inertialsystem nicht gibt, weil er sie in seiner Berechnung nicht benötigt, beweist, daß er den physikalisch zwingenden Zusammenhang von Zentripetalkraft und Zentrifugalkraft nicht begriffen hat.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Pernes