Es ist wahrlich faszinierend, dass Forumsteilnehmer absolut lernresistent sind, wenn es sich um die SRT dreht. Obwohl die SRT eindeutig vorgibt, unter welchen Voraussetzungen die Längenkontraktion gemessen wird, ist der Gedanke, dass Längen, Strecken oder Wege tatsächlich schrumpfen nicht aus den Köpfen heraus zu kriegen. 99% der Kritik an der SRT stammen aus einem totalen Missverständnis der Theorie. Aber in der SRT geht es um's MESSEN (was man von einer physikalischen Theorie auch erwarten sollte). Verlust der Synchronizität zueinander bewegter Uhren als auch die Messung unterschiedlicher Längen sind ausschließlich auf die Einsteinsche Definition der Gleichzeitigkeit zurückzuführen. Modifiziert man die Galilei-Transformation mit der RdG so wird sie zur Lorentz-Transformation. Diese verknüpft Koordinatensysteme zueinander, in welchen Licht (gem. § 1 ZEBK) mit c gemessen wird. Die SRT sagt damit aus, dass Räume und Zeiten nicht einfach irgendeine absolute Beschaffenheit haben, sondern stets als MESSERGEBNIS wahrzunehmen sind ("Zeit ist, was Uhren anzeigen"). Und SInn und Zweck der SRT-Methoden ist es, sich nicht um einen allfälligen Äther kümmern zu müssen.
Wenn schon Kritik, dann sollte man schon zuvor die SRT richtig auffassen. All das Geschreibse ist doch peinlich und kontraproduktiv für die Kritik. Die Kinematik der SRT geht von der RdG aus, von hier aus ergibt sich alles andere automatisch. Die Kritik muss sich also nur auf die RdG konzentrieren und die Frage stellen, ob diese Definition naturgegeben oder willkürlich ist, denn mit der RdG stehen oder fallen die Messvorschriften Einsteins.
Einstein kümmert sich in seiner Herleitung der RdG nicht darum, in welchem Koordinatensystem sich die Lichtquelle befindet. Seine Lichtstrahlen existieren ohne bestimmte Herkunft, und das Wellenmodell mit der Unabhängigkeit der LG von der Quelle legt derartiges auch nahe. Aber es ist der erste Fehler im Gedankengebäude der SRT. Denn sowohl nach Emissionsauffassung als auch nach dem Wellenmodell spielt es eine Rolle, in welchem Bezugssystem sich die Lichtquelle befindet. Nach ballistischer Lichtauffassung versteht sich das ohnehin von selbt, nach dem Wellenmodell hätte man zu berücksichtigen, dass die Entstehungsorte einzelner Lichtquanten ("Photonen") mit der bewegten Quelle mitgehen. Das relativiert die Unabhängigkeit von der Quelle insofern, als dass das Produkt der Wellenausbreitung, nämlich die entstehende Lichtsphäre, mit der Quelle mitgeht und dadurch schon 2 Geschwindigkeiten zu definieren wären, nämlich jene der Photonen an und für sich und jene der entstandenen Sphäre. Misst man diese Sphäre (Michelson-Morley), so wird man eine (scheinbare) Konstanz ihrer Ausbreitung in Bezug zur Quelle feststellen, sofern die Geschwindigkeit der Quelle bezogen zur Geschwindigkeit der Photonen gering bleibt. Die Quelle verschiebt sich bei immer höherer Geschwindigkeit immer mehr aus dem Zentrum der Sphäre in Bewegungsrichtung, bis in diese keine Abstrahlung der Photonen mehr möglich ist (Fixed-Space-Delay). Diese Effekte sind übrigens in Teilchenbeschleunigern zu beobachten. In den meisten Fällen werden sie als Bestätigung der SRT interpretiert (asymmetrischer Doppler-Effekt=transversaler Doppler-Effekt als Zeitdilatation, fehlende Photonenabstrahlung hochbeschleuniger Quellen in Bewegungsrichtung als Grenzgeschwindigkeit c etc.) Wenn man diese Beziehung der Photonengeschwindigkeit zur Quellengeschwindigkeit unberücksichtigt lässt und Lichsignale damit aus den Bezugssystemen herausnimmt, um sie als quasi absolutes Bezugssystem zu verwenden, kommt natürlich so etwas heraus wie die SRT, weil schon in der Beziehung der beiden Geschwindigkeiten der Lorentzfaktor verborgen ist.
Eine Möglichkeit wäre also: Photonen bewegen sich mit konstanter Geschwindigkeit zum Äther oder jedenfalls zu irgendeinem Medium. Lichtstrahlen oder Lichtsphären tun das nicht gleichermaßen, denn sie werden während der Bewegung der Quelle kontinuierlich erzeugt!
Die Wissenschaft wird sich noch lange mit den Eigenschaften elektromagnetischer Wellen beschäftigen müssen, um letztlich zu erkennen, dass Einsteins Auffassung eine viel zu grobe Vereinfachung ist, um als exakte Naturbeschreibung zu gelten.
Anregungen zum Grübeln:
http://www.mahag.com/allg/fixed-space.php
http://www.mahag.com/srt/light.php
http://www.mahag.com/srt/zug.php
Grüße
Harald Maurer
Ich nehme diesen Beitrag heraus, da er ansonsten in anderem Thema untergeht. So kann man später bei Gelegenheit besser um einen oder anderen Punkt diskutieren. Jetzt nur kurz.
So weit ich mich richtig an die Erklärungen Einsteins errinere, würde ich das Ganze etwa gleich sehen.
Die SRT würde ich schon deswegen zur Seite legen, weil die Grundideen durch den Austausch von Begriffen und m.E. wegen der fehlenden Klarheit (z.B. realitätsbezogene Beispiele) das Verstehen keineswegs erleichtern, eher im Gegenteil. Schon der Ersatz des Begriffes "Gleichzeitigkeit" führt zu Irretationen, insbesondere wenn mehrere Ansätze verglichen werden.
Des Weiteren sind die physikalische Gesezte in den Inertialsystemen zwar gleich, jedoch ist der Übergang von einem System zum Anderen keineswegs triviall. Das hin und her bei Einstein hinterlässt einen unguten Beigeschmack. Letzendlich konsturiert er wie du sagst und auch meines Erachtens, seinen abstakten absoluten Äther, der alle Inertiallsysteme umfasst und ein Lichstrahl/Lichtfront somit in allen Inertialsystemen gleich schnell ist. Also das muss mir einer zuerst mit einem einleuchtenden Experiment beweisen. Mit anderen Worten ist die Verwendbarkeit der SRT aus einem beliebigen Bezugsystem fraglich und nur einseitig.
Ich bin zwar kein Physiker, aber würde das Messen der Position(-en) und der Geschwindigkeit von lichtschnellen Objekten mit Messsytemen, die bestenfalls nur mit Lichtgeschwindigkeit abtasten bzw. Informationen übertragen können, als problematisch ansehen. Die Messerwerte würden m.E. in solchen Fällen sehr stark vom Messprinzip/der Messaufbau abhängen. Das wäre genauso wie Erfassung mit dem Schall von Objekten, die genauso schnell oder schneller sind. Deswegen ist unter Umständen so etwas wie synhronisation bei Einstein notwendig, aber hier gibt m.E. es viele wenn und aber.
Eine Möglichkeit wäre also: Photonen bewegen sich mit konstanter Geschwindigkeit zum Äther oder jedenfalls zu irgendeinem Medium.
Da anscheinend die Lichtausbreitung von den Graviationsfelder und Materie beeinflusst wird, sind die Bezugsysteme für das Licht entsprechend zu legen, denke ich, und zu hoffen, dass dies nicht allzu grobe Vereinfachung ist.) Sprich, im Einflussbereich der Erde ist die Erde mit der Atmosphere das Bezugsystem fürs Licht, außerhalb des Einflussbereiches der Planten und innerhlab des Einflussbereichehs der Sonne entsprechend die Sonne usw, wobei man weiter erstmal gar nicht zu gehen braucht.
Gruß
