Relativität der Gleichzeitigkeit

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mo 15. Mär 2010, 11:36

Lieber Ernst,

ich habe eine Zeichnung und langen Text vorbereitet, ist noch nicht fertig, weiß auch nicht ob etwas in unsere festgefahrene Diskussion bringen wird. Muss überlegen, ob ich ihn zuende schreibe und sende.

„Du hast gar nicht erfaßt, was ich mit diesem Beispiel nachweisen will. Es geht gar nicht primär um Relativgeschwindigkeit, sondern um die Feststellung, daß kinematische Beschreibungen relativ zu einem rotierenden Koordinatensystem keine physikalische Relevanz aufweisen.
Daß daher das Weltbild des Ptolemeus physikalisch falsch ist, bedarf wohl keiner Erläuterung.“

Willst Du damit sagen, kinematisch sei alles richtig, aber unzureichend für eine vernünftige physikalische Betrachtung?
Wenn so, dann möchte ich an einige Definitionen und Überlegungen erinnern:
Koordinatensystem oder Bezugssystem – man kann sich jedes beliebiges KS ausdenken. Ein KS muss aber für die beabsichtigte Untersuchung zweckdienlich sein, sonst hat man irgendwelche, zwar richtige aber irrelevante „Resultaten“ – oder, wie Du sagst – keine physikalische Relevanz. Daran muss Du dich aber auch halten. Es geht nicht, wenn Du dir ein zweckfremdes KS ausdenkst, das für die Untersuchung völlig ungeeignet ist, um dann behaupten zu können, diese Art KS wäre „unphysikalisch“.
Alle rotierende BS und KS sind physikalisch, in jedem Physikbuch mit eigenem Kapitel bedacht und tagtägliche Erfahrung, „unphysikalisch“ wäre nur ein ungeeignetes, zweckfremdes KS.
Absolut physikalisch ist die Sicht des Eisläufers, absolut physikalisch ist die riesige Bahngeschwindigkeit von Paris in diesem rotierenden BS, wenn danach gefragt wurde.
Unphysikalisch ist, wenn einer so ein Bezugssystem wählt, um ganz was anderes beurteilen zu wollen.

Nun, schauen wir mal, wie „unphysikalisch“ dieses KS wäre: Der Trainer der Eisläufer möchte geheime Lichtsignalen aus den hinteren Rängen der Publikumsreihen senden, um den Eisläufern Synchronisationszeitpunkte für bestimmte Figurenwechsel zu geben. Die zu untersuchende Frage ist aber, ob die Läufer aus ihrer Drehebewegung diese Signalen wahrnehmen könnten – danach wird sich die Zeitdauer der Lichtsignalen bestimmen, oder die Idee wird sogar verworfen. Nun, ist jetzt dieses, sich mit den Eisläufer drehendes BS, KS unphysikalisch oder unsinnig?
Ptolemäus sagst Du und meinst, das wäre unphysikalisch? Was würden die Astronomen sagen, wenn sie Himmelskarten nach Ort und Zeit anfertigen? Nimm ein Teleskop und überprüfe, ob die Karten stimmen – das ist nichts anderes als eine physikalisch messbare Position, Größe im Bezugssystem Erde – sollen wir jetzt auch über den Ausdruck „was ich messe, das ist real“ streiten? Wie „unphysikalisch“ sind die Motoren in jedem besseren Teleskop, um die Erddrehung zu kompensieren?
Unphysikalisch meinst Du wäre meine und auch Deine TV-Sat-Anlage, die nur deswegen funktioniert, weil der Sat zu jeder Zeit unbewegt zu der Antenne steht – unbewegt in Antennen-BS!!! Wem interessiert, dass der Sat relativ zu irgendeinem erdachten BS und Bahn in diesem BS irgendeine Geschwindigkeit hätte – die wäre genauso physikalisch real, für den Fall aber völlig irrelevant. Physikalisch relevant ist, dass der Sat unbewegt zu der Erdoberfläche sich befindet, was auch mit physikalisches Messen bestätigt wird.
Also, wie Du siehst, alles hat seinen Zweck und jedes BS, KS hat seine Berechtigung, solange zweckdienlich.
Unsinnig ist ein mitrotierendes KS des Eisläufers, wenn die Relativgeschwindigkeit zwischen Eisläufer und Paris gefragt ist, da so ein KS nur die Bahnverschiebung des Punktes Paris in diesem BS zeigt. Du versuchst also Äpfel mit Birnen zu vergleichen, und sonst nichts.

Da Du so gerne mit Vektoren zu argumentieren versuchst – etwas lässt Du unbeachtet – Geschwindigkeitsvektoren sind Ortsvektoren. Sie zeigen eine Geschwindigkeit am Ort – d.h. die Verschiebung eines Punktes zwischen seine Position bei t_0 und t_n, oder nach Delta t, oder dt – aber immer zwischen diesen Ortslagen in einem Bezugssystem – d.h. zeigt die Relativgeschwindigkeit zwischen dem selben Punkt an zwei zeitlich bestimmten Ortslagen – d.h. ds, aus dem Du eine Geschwindigkeit herausbekommen kannst, ist immer zwischen diesen zwei zeitlichen und ortlichen Positionen des selben Punktes in einem beliebigen BS. Bei zwei Punkten in einem beliebigen KS zeigen diese Ortsvektoren nicht die Relativgeschwindigkeit zwischen diesen zwei Punkten, sondern die Geschw. jeder diesen Punkten relativ zu Bezugssystem an bestimmten Orten und Richtung relativ zum KS und heißen auch Verschiebungsvektoren.

„Und Deine Zweivektorenthese hast Du hoffentlich ad acta gelegt.“

Nein! Hast Du was von zentripetaler Kraft bei Kreisbewegungen gehört? Wohl schon. Eine Kraft bewirkt Beschleunigung, Beschleunigung = dv/dt, ohne v = keine Beschleunigung.
Betrachte einen Punkt auf einem Kreisbahn und nimm größere Delta t, oder Delta s. Und nicht vergessen, dass bei gleichförmiger (gleichmäßiger) Rotationsbewegung Delta und Differential das gleiche Ergebnis liefern. Nach Delta t befindet sich der Punkt wohl wo anders, als sein dt Vektor zeigt – etwas hat wohl den Punkt wo anders verschoben, der Punkt hat sich also auch in radiale Richtung bewegt – Bewegung = Geschwindigkeit – es ist also auch eine 90° zum dt-Geschwindigkeitsvektor gerichtete Geschwindigkeit vorhanden – ein 90°-Vektor ist also doch vorhanden – addiere die zwei Vektoren – bekommst Du exakt die neue Position des Punktes, bzw. der reale Verschiebungsvektor. Tangentiale Komponente (Vektor) bestimmt den Wert der Bahngeschwindigkeit, die radiale ändert die Richtung – steht in jedem Physikbuch.
Bei dt wird dieser radiale Vektor fast 0, aber eben fast 0 und niemals 0, sonst wäre auch der tangentiale Vektor = 0. Bei dt sieht ein tangentialer Vektor des rotierenden Punktes fast wie ein tangential freigelassener, aber eben fast, man kann nicht mit beiden so umgehen, als ob sie gleich wären. Und deswegen steht in allen guten Physikbücher, dass ein Momentangeschwindigkeitsvektor dem Vektor eines freigelassenen Punktes (Richtung) entspricht. Aus der Menge solchen zeitlich verschobenen Vektoren wird Integral gebildet, um die wahre Bewegung des Punktes zu bekommen.
Mit dem Gesagte - die zwei Vektoren, wollte ich Dir nur verdeutlichen, dass Vektoren einer Kreisbewegung anders addiert oder dividiert werden, als Vektoren bei Translationsbewegung, wobei auch bei Translationsbewegung nicht zu vergessen ist, dass es sich immer noch um Ortsvektoren handelt. Jeder Vektor gilt nur für seine Bahn.
Nur und ausschließlich bei Translationsbewegungen, die am gleichen Ort beginnen, entspricht der Differenzvektor dem realen Wert und der zweideutigen Richtung (Dreieck Dividierung) – z.B. bei einem Punkt, Körper mit zwei Geschwindigkeiten. Jede Verschiebung der Vektoren verfälscht entweder die Richtung oder den Wert der Relativgeschwindigkeit zwischen den zwei Punkten.
Um Geschwindigkeitsvektoren bei Rotationsbewegung zu dividieren, muss Du die polaren Koordinatenachsen mit Ursprung natürlich im Zentrum benützen und nicht irgendwelchen Vergleiche mit kartesischen Koordinaten.

Rechnest Du also RICHTIG mit Vektoren in beliebigen BS, KS, wirst Du unausweichlich die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Punkten bekommen, die auch die einfaste Methode hergibt - nämlich die Verbindungslinie (eindimensionales KS) zwischen den Punkten – das wäre die Richtung in dt der Differenzvektor; ds zwischen den Punkten auf dieser Linie geteilt durch die Zeit wird die relative Geschwindigkeit (Wert) zueinander ergeben. In beiden Fällen heißt der Vektor Verschiebungsvektor zwischen den Punkten. Oder, wie Du es rechnest, wirst Du immer die gleiche Differenzgeschwindigkeit = relativ zueinander Geschwindigkeit = Abstandsänderung zueinander pro Zeit = ds/dt bekommen
Kein ds zwischen zwei Punkten auf gerade Linie = keine Geschwindigkeit zwischen diesen zwei Punkten, egal aus welchem BS, KS = egal auch mithilfe welcher Vektoren betrachtet.
Was Du ständig verwechselst, oder tust zumindest so, ist die Geschwindigkeit zwischen zwei Punkten mit der Geschwindigkeit der zwei Punkten relativ zu irgendeinem Bezugssystem, und das auch noch relativ zu ihrer eigenen Bahn - heißt ja Bahngeschwindigkeit.

„Das erkannt und formuliert zu haben, verdanken wir den Genies Newton und Leibnitz.“

Das haben sie erkannt: v = ds/dt, wenn ds = 0 dann auch v = 0. Zeige Du mal, wo und wie sie die Differenz aus zwei Kreisbewegungsgeschwindigkeitsvektoren bilden, wo sie den Ort solcher Vektoren nur so ohne weiteres verschieben und vergleichen! S. oben: Jeder Vektor gilt nur für seine Bahn. Einfach algebraisch kannst Du nur Vektoren, die auf gleicher Bahn liegen, berechnen.

„Du stellst Dir immer alles nur vor. Wie die Sache mit den Vektoren. Vorstellung ist keine Physik.“

Umgekehrt, lieber Ernst, umgekehrt – alles, was ich zu dieser Frage geschrieben habe, findest Du auch in jedem Physikbuch, wird Dir auch jeder gute Physiker bestätigen. Und das weißt Du ganz genau. Und was die Mechanik betrifft, habe ich sie fünf mal erfolgreich hinter mir –also, glaube mir, ich weiß wovon ich rede! ;)

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mo 15. Mär 2010, 11:40

Lieber Harald,

„Das Wesentliche in der SRT ist, dass stets von einem Ruhesystem aus gemessen wird. Bei translatorischen Bewegungen definiert sich der jeweils Messende als ruhend und macht in diesem Sinne die Bewegung des anderen Bezugssystems "absolut", weil er sie eindeutig auf sein Ruhesystem beziehen kann. Im Falle von Rotationen oder Bewegungen im Orbit wird ganz gleich vorgegangen, denn auch hier wird ein Ruhesystem definiert, zu welchem man die Bewegungen des anderen Bezugssystems eindeutig beziehen kann. In all diesen Fällen handelt es sich daher gleichermaßen zwar um Relativbewegungen, die aber quasi deshalb als absolut betrachtet werden, indem man eines der Bezugssysteme gewissermaßen im Raum fixiert. Ob sich also in meinem Ruhesystem das Bezugssystem eines Objektes translatorisch bewegt oder rotiert macht keinen Unterschied, denn in beiden Fällen kommt es lediglich auf die Geschwindigkeit an, die das Objekt mir gegenüber aufweist.“

Ja, genau so ist es! Ist aber nicht das Wesentliche in der SRT, sondern in jeder auch klassischer Mechanik, wenn ein absoluter Ruhsystem, wie z.B. Äther, in dem sich diese zwei Punkte bewegen sollen, ausgeschlossen wird.
Mit dem hier Gesagte widersprichst Du dir selbst aber gewaltig. Nimm jetzt Deine Sat-Antenne als der eine Punkt (Beobachter), der als ruhend in diesem Bezugssystem definiert ist (s. oben) und betrachte, messe die relative Geschwindigkeit des Geo-Sat! Nun, welche Geschwindigkeit hat der Sat relativ zu der Antenne?

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Ernst » Mo 15. Mär 2010, 13:09

Lieber Ljudmil
scharo hat geschrieben:Geschwindigkeitsvektoren sind Ortsvektoren. Sie zeigen eine Geschwindigkeit am Ort – d.h. die Verschiebung eines Punktes zwischen seine Position bei t_0 und t_n, oder nach Delta t, oder dt – aber immer zwischen diesen Ortslagen in einem Bezugssystem – d.h. zeigt die Relativgeschwindigkeit zwischen dem selben Punkt an zwei zeitlich bestimmten Ortslagen – d.h. ds, aus dem Du eine Geschwindigkeit herausbekommen kannst, ist immer zwischen diesen zwei zeitlichen und ortlichen Positionen des selben Punktes in einem beliebigen BS. Bei zwei Punkten in einem beliebigen KS zeigen diese Ortsvektoren nicht die Relativgeschwindigkeit zwischen diesen zwei Punkten, sondern die Geschw. jeder diesen Punkten relativ zu Bezugssystem an bestimmten Orten und Richtung relativ zum KS und heißen auch Verschiebungsvektoren.

Deine Vorstellung trifft nicht zu. Ein Geschwindigkeitsvektor gilt für einen einzigen singulären Punkt; nichts mit davor und danach oder mit zwei Punkten. Überlege, was infinitesimal bedeutet.

Betrachte einen Punkt auf einem Kreisbahn und nimm größere Delta t, oder Delta s. Und nicht vergessen, dass bei gleichförmiger (gleichmäßiger) Rotationsbewegung Delta und Differential das gleiche Ergebnis liefern. Nach Delta t befindet sich der Punkt wohl wo anders, als sein dt Vektor zeigt – etwas hat wohl den Punkt wo anders verschoben, der Punkt hat sich also auch in radiale Richtung bewegt – Bewegung = Geschwindigkeit – es ist also auch eine 90° zum dt-Geschwindigkeitsvektor gerichtete Geschwindigkeit vorhanden – ein 90°-Vektor ist also doch vorhanden – addiere die zwei Vektoren – bekommst Du exakt die neue Position des Punktes, bzw. der reale Verschiebungsvektor. Tangentiale Komponente (Vektor) bestimmt den Wert der Bahngeschwindigkeit, die radiale ändert die Richtung – steht in jedem Physikbuch.
Bei dt wird dieser radiale Vektor fast 0, aber eben fast 0 und niemals 0, sonst wäre auch der tangentiale Vektor = 0. Bei dt sieht ein tangentialer Vektor des rotierenden Punktes fast wie ein tangential freigelassener, aber eben fast, man kann nicht mit beiden so umgehen, als ob sie gleich wären. Und deswegen steht in allen guten Physikbücher, dass ein Momentangeschwindigkeitsvektor dem Vektor eines freigelassenen Punktes (Richtung) entspricht. Aus der Menge solchen zeitlich verschobenen Vektoren wird Integral gebildet, um die wahre Bewegung des Punktes zu bekommen.
Mit dem Gesagte - die zwei Vektoren, wollte ich Dir nur verdeutlichen, dass Vektoren einer Kreisbewegung anders addiert oder dividiert werden, als Vektoren bei Translationsbewegung, wobei auch bei Translationsbewegung nicht zu vergessen ist, dass es sich immer noch um Ortsvektoren handelt. Jeder Vektor gilt nur für seine Bahn.

Ljudmil, das ist doch alles nicht richtig. Die momentane Geschwindigkeit auf einer beliebigen Bahn wird dargestellt durch einen einzigen Geschwindigkeitsvektor, welcher die momentane Richtung und den momentanen Betrag angibt. Mehr ist da nicht zur Beschreibung der Geschwindigkeit.
Was Du da reinmischt, ist die Beschleunigung, welche der Bahnkrümmung proportional ist und senkrecht zur Bahn ausgerichtet ist. Wir sprechen hier aber ausschließlich über Geschwindigkeit.

Und deswegen steht in allen guten Physikbücher, dass ein Momentangeschwindigkeitsvektor dem Vektor eines freigelassenen Punktes (Richtung) entspricht.

Ist ja richtig. Sie sind identisch. Warum stellst Du das dann in Frage?

Willst Du damit sagen, kinematisch sei alles richtig, aber unzureichend für eine vernünftige physikalische Betrachtung?

Ja, das will ich. Kinematik ist ein technisches Werkzeug. Und auch ein physikalisches, um Gesetzmäßigkeiten einer möglichst einfach Beschreibung zuzuführen. Aber eben nur ein Hilfsmittel zur physikalischen Aufbereitung.
Kinematische Ergebnisse widersprechen allgemein dem Relativitätsprinzip, welches doch ein Grundgesetz jeder heutigen Physik incl der SRT ist. Daher sind kinematische Ergebnisse allgemein nicht physikalisch relevant.
Eisläufer sieht Turm im Orbit mit 1100km. Turm sieht Eisläufer im Abstand 1100km mit 30m kreisen. Relativitätsprinzip kaputt.
Erde sieht Sonne in 24h im geschlossenen 150Mill.km Orbit. Sonne sieht Erde im Abstand 150Mill.km rotieren. Relativitätsprinzip kaputt

@Harald
Du widersprichst Dir, wenn Du Rotationssysteme als aussagekräftig für die ZD zuläßt.Dann gäbe es tatsächlich zum Geosat oder zu unterschiedlichen Erdpunkten keine ZD ala SRT.
Harald Maurer hat geschrieben:Der ruhende Beoabachter befindet sich im nichtmitrotierenden Bezugssystem

Hat sich erledigt. :)

Liebe Grüße
Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Mo 15. Mär 2010, 13:36, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Mo 15. Mär 2010, 13:10

scharo hat geschrieben:Mit dem hier Gesagte widersprichst Du dir selbst aber gewaltig. Nimm jetzt Deine Sat-Antenne als der eine Punkt (Beobachter), der als ruhend in diesem Bezugssystem definiert ist (s. oben) und betrachte, messe die relative Geschwindigkeit des Geo-Sat! Nun, welche Geschwindigkeit hat der Sat relativ zu der Antenne?

Du missverstehst das. Der ruhende Beoabachter befindet sich im nichtmitrotierenden Bezugssystem, also quasi im Erdmittelpunkt. Auf ihn beziehen sich die Geschwindigkeiten von Bodenantenne und Satellit. Und die Zeidtdilatationen errechnen sich ebenfalls aus der Beziehung zu diesem konstruierten Bezugssystem. Denn die Bodenantenne selbst ruht ja nicht, sondern hat selbst schon eine Relativgeschwindigkeit bezogen zum ruhenden Mittelpunkt. Haben wir Uhren in der Bodenantenne und im Satelliten, so wird deren Gangverhalten durch die Geschwindigkeiten relativ zum konstruierten Ruhesystem bestimmt. Diese Geschwindigkeiten ergeben sich jeweils durch v = RΩ. Gegen eine ruhende Uhr im Mittelpunkt geht die Uhr in der Bodenantenne im Verhältnis 1-R² Ω ²/2c² nach. Dasselbe gilt für eine Uhr im geostationären Satelliten. (Für einen mit v relativ zur Erdoberfläche bewegten Satelliten würde gelten 1-(R Ω + v)²/2c² (weil R Ω + v)).

Da die Radien für Bodenantennen - und Satellitenuhr unterschiedlich sind, ergeben sich auch unterschiedliche Zeitdilatationen. Die beiden Uhren laufen daher unterschiedlich und die Uhr im Satelliten zeigt bezogen zur Uhr in der Antenne daher eine ZD auf. Sollte sie jedenfalls. Obwohl zwischen beiden Uhren keine offensichtliche Relativbewegung vorzuliegen scheint!!!

Aufgrund derselben Berechnungsmethoden gibt es zwischen allen Punkten auf dem Erdball, soferne unterschiedliche Radien vorliegen, Zeitdilatationen. In allen Fällen muss natürlich die ART-ZD gegengerechnet werden. Dennoch sind alle diese theoretischen Größen längst mit modernen Atomuhren messbar. Aber - wie schon oft betont - die ZD ist kein Ergebnis konkret verlangsamter Uhren. Zum Glück.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Hannes » Mo 15. Mär 2010, 13:28

Hallo Harald !

    "Aufgrund derselben Berechnungsmethoden gibt es zwischen allen Punkten auf dem Erdball, soferne unterschiedliche Radien vorliegen, Zeitdilatationen. In allen Fällen muss natürlich die ART-ZD gegengerechnet werden. Dennoch sind alle diese theoretischen Größen längst mit modernen Atomuhren messbar. Aber - wie schon oft betont - die ZD ist kein Ergebnis konkret verlangsamter Uhren. Zum Glück"

Und diese Berechnungsmethoden werde auf unseren Unis gelehrt ?
Obwohl kein Ergebnis dafürspricht ?

    "Obwohl zwischen beiden Uhren keine offensichtliche Relativbewegung vorzuliegen scheint!!!"

Nicht nur scheint, sondern tatsächlich nicht vorliegt !
Da wundert es nicht,wenn man nur mit politischen Mitteln die Theorie
verteidigen kann.

Hannes
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 15. Mär 2010, 13:51

Chief hat geschrieben:
Hallo Hannes,

Hannes hat geschrieben:Hallo Chief !

Die Verwirrung ist gewollt. Keiner weiß so recht, was eine "relative Bewegung"
sein soll. Zu welchem Bezugspunkt die relative Bewegung gemessen werden soll usw. Jeder interpretiert den Begriff Relativbewegung auf seine Art und Weise.

Genauso wie bei der LG kein Bezugspunkt angegeben wird.
Eine genaue Begriffsbestimmung ist unbedingt notwendig, da die SRT
die Begriffe bewusst oder unbewusst verschleiert und durcheinanderbringt,indem sie willkürlich Inertialsysteme erfindet.


es sieht tatsächlich so aus als ob die meisten immer nur versuchen gegen alles zu sein. Egal welche Argumente man bringt die Versuchen immer alle Gedankengänge zu sabotieren.

Was man noch "gestern" behauptet hat versucht man "heute" mit irgendwelchen unbekannten "Erkenntnissen" selbst zu widerlegen um die SRT doch noch zu retten.

Es ist im Moment das beste man zieht sich ganz zurück.


Bei diesen frustierten und frustrierenden Aussagen verweise ich auf meinen vorherigen Beitrag: viewtopic.php?f=6&t=249&start=370#p11733

Das Ziel der Kritiker sollte m.E. sein, etwas an dieser Situation konkret zu ändern, endlich etwas konkret zu bewegen und nicht nur darüber endlos im Kreis zu sprechen oder sich damit abzufinden und zu resignieren.


Sich aus fruchtlosen und nerventötenden, endlosen Diskussionsschleifen zurückzuziehen, die schon seit Jahren nach demselben Muster und zwischen denselben Diskutanten laufen, ist nur dann sinnvoll, wenn man etwas Anderes tut, um die Situation konkret zu verbessern, um etwas zu bewegen. Sich einfach ersatzlos zurückzuziehen würde sonst bedeuten, man resigniere. :( Und wer möchte schon resignieren, der noch Ideale und Lebenskraft hat?

Was die Kritiker gemeinsam tun könnten, wäre, sich dafür einzusetzen, dass im öffentlichen Bildungssystem die Kritik der Speziellen Relativitätstheorie zugelassen und gelehrt wird, und zwar in allen Universitäten, wo die Spezielle Relativitätstheorie gelehrt wird. Dies ist kein unrealistisches Ziel und dies ist auch ein Zustand, der im Grundgesetz explizit vorgeschrieben wird:

Zitate aus dem Bonner Kommentar zum Grundgesetz Art. 5 § 3 Wissenschaftsfreiheit:

Die Wissenschaftsfreiheit zwingt nicht zuletzt dazu, die Vielfalt der wissenschaftlichen Ansätze im Sinne eines Wissenschaftspluralismus mit dem darin liegende Innovationspotential zu respektieren, zu schützen und zu fördern;

für den Staat führt dies zu einem Gebot der Nicht-Identifikation. Unkonventionelle Forschungsrichtungen und –ergebnisse oder auch Lehrmethoden dürfen nicht begrifflich ausgegrenzt werden, denn gerade Außenseiter bedürfen des Schutzes davor, dass sie durch die „herrschende Meinung“ an der wissenschaftlichen Entfaltung gehindert werden (Notwendigkeit von Innovationsoffenheit)

Der Staat, der sich als Kulturstaat versteht, hat die Pflege der freien Wissenschaft und ihre Vermittlung an die nächstfolgende Generation durch Bereitstellung von personellen, finanziellen und organisatorischen Mitteln zu ermöglichen und zu fördern.


Es sieht direkt so aus, als ob hier das Grundgesetz speziell die Umstände um die Relativitätstheorie und um ihre Kritik beschreiben würde… ;)

Sowohl die Kritikergemeinde als auch die Öffentlichkeit haben also per Grundgesetz das Recht, dass die Kritik der Relativitätstheorie im öffentlichen Bildungssystem mitgelehrt und mittradiert wird. Die Kritikergemeinde und die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, dies zu fordern. Unsere Studenten sind die Zukunft der Wissenschaft, sie sind ja diejenige, die noch bestehende Probleme lösen müssen, wir dürfen ihnen gegenüber nichts vertuschen, nichts verschönern und nichts vorenthalten, sie haben ein Recht darauf im öffentlichen Bildungssystem zu erfahren, was für Vorarbeiten zur Lösung der Problemen schon geleistet wurden!

Ich fordere die Einführung der Lehre der Kritik der Speziellen Relativitätstheorie durch kritische Autoren in allen Universitäten in Deutschland, wo die Spezielle Relativitätstheorie gelehrt wird. Diese Forderung ist sinnvoll, gerecht, legitim und legal.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Mo 15. Mär 2010, 14:14

Hannes hat geschrieben:Und diese Berechnungsmethoden werde auf unseren Unis gelehrt ?
Obwohl kein Ergebnis dafürspricht ?


Ja, natürlich wird das auf unseren Unis gelehrt. Zumindest auf vielen (in unserer Karl Franzens Universität ist die SRT allerdings kein besonderes Thema).
Auch die Zeitdilatationen im Hafele & Keating Experiment wurden so berechnet. Und - oh Wunder! - die Uhren taten ihnen den Gefallen und zeigten diese ZD angeblich tatsächlich an ! Wer nun genau mitgedacht hat, weiß, was von diesem Experiment zu halten ist. Da werden heutzutage kontinuierlich rund 200 hochpräzise Atomuhren auf dem ganzen Erdball verglichen und haben immer noch nicht das festgestellt, was Hafele & Keating mit ihren gar nicht so genauen, mehrmals nachjustierten Uhren festgestellt haben wollen.

Hannes hat geschrieben:Nicht nur scheint, sondern tatsächlich nicht vorliegt !
Da wundert es nicht,wenn man nur mit politischen Mitteln die Theorie
verteidigen kann.


Angriff und Verteidigung haben hier nicht den Anstrich einer wissenschaftlichen Diskussion sondern alle Zeichen eines Religionskrieges. Das hat eben damit zu tun, dass Einstein zu einer Ikone der Physik geworden ist. Und nicht nur die Liebe macht blind, sondern auch der Glaube ;)

Grüße
Harald Maurer
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 15. Mär 2010, 15:09

Harald Maurer hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben:Und diese Berechnungsmethoden werde auf unseren Unis gelehrt ?
Obwohl kein Ergebnis dafürspricht ?


Ja, natürlich wird das auf unseren Unis gelehrt. Zumindest auf vielen (in unserer Karl Franzens Universität ist die SRT allerdings kein besonderes Thema).
Auch die Zeitdilatationen im Hafele & Keating Experiment wurden so berechnet. Und - oh Wunder! - die Uhren taten ihnen den Gefallen und zeigten diese ZD angeblich tatsächlich an ! Wer nun genau mitgedacht hat, weiß, was von diesem Experiment zu halten ist. Da werden heutzutage kontinuierlich rund 200 hochpräzise Atomuhren auf dem ganzen Erdball verglichen und haben immer noch nicht das festgestellt, was Hafele & Keating mit ihren gar nicht so genauen, mehrmals nachjustierten Uhren festgestellt haben wollen.


Dabei verweist der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft Prof. Dr. Gerd Litfin (bzw. sein persönlicher Referent Dr. Peter Genath) auf angebliche Ergebnisse einer angeblichen Prüfung durch den "Fachverband Gravitationsphysik" mit diesen reinen propagandistischen Floskeln im Rahmen einer Anfrage bzgl. Manipulationsvorwürfe beim Hafele-Keating Experiment:

Dieser kommt zu folgendem Resultat: Die Ergebnisse von Hafele/Keating befinden sich erstens – innerhalb der Fehlergrenzen der damaligen Uhren – in Übereinstimmung mit den Vorhersagen aus Spezieller und Allgemeiner Relativitätstheorie. Zweitens wurden sie immer wieder mit wachsender Genauigkeit bestätigt. Es gibt nicht den leisesten Zweifel, dass die Ergebnisse der Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie falsch sein könnten. Zusammenfassend stellt der Fachverband damit fest: Die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie ist in tausenden von Hochpräzisions-Experimenten immer besser bestätigt worden. Viele Technologien des täglichen Lebens funktionieren nur, weil die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie richtig berücksichtigt wurde. Es kann keinen Zweifel an der Gültigkeit dieser Theorien im Rahmen der heutigen Messgenauigkeit geben.
(Dr. Peter Genath)


Besser kann man nicht die Kritikergemeinde und die Öffentlichkeit für dumm verkaufen und die Wissenschaft in Verruf bringen. :shock:

Es reicht ein paar wenige "unverantwortliche Verantwortliche" an Schlüsselpositionen, um den wissenschaftlichen Fortschrift zu blockieren und das Bildungs- und Forschungssystem in ideologischer Starre zu verwandeln. :(

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mo 15. Mär 2010, 16:29

Lieber Ernst,

„Deine Vorstellung trifft nicht zu. Ein Geschwindigkeitsvektor gilt für einen einzigen singulären Punkt; nichts mit davor und danach oder mit zwei Punkten. Überlege, was infinitesimal bedeutet.“

Und gerade hier widersprichst Du der gesamten Physik. Infinitesimal, heute dx genannt, ist niemals ein Punkt, ein 0. Ein nicht auf ds verschobener Punkt hat kein Geschwindigkeitsvektor, da ds = 0 – woher willst Du dann die Geschwindigkeit bekommen? Ein Geschwindigkeitsvektor bekommst Du erst nach zwei zeitlich verschobenen Positionen eines Punktes in einem BS – lies doch, was in allen Bücher steht bitte! Dieser Vektor heißt auch Verschiebungsvektor – was glaubst Du, unter Verschiebung gemeint ist? Dieser Vektor ist auch ein Ortsvektor – d.h. er zeigt die momentane Geschwindigkeit eines Punktes relativ zu seiner Bewegungsbahn – Der Geschwindigkeitsvektor des Zuges zeigt die Zuggeschwindigkeit relativ zu seinen Schienen und sonst zu nichts anderem.
Siehst Du? Du bist derjenige, der mit Vorstellungen arbeitet, statt zu überlegen. Du siehst vor Dir eine Zeichnung, wo der Vektor so auf einem Punkt gezeichnet ist, und meinst ...

„Ist ja richtig. Sie sind identisch. Warum stellst Du das dann in Frage?“

Weil sie nur identisch aussehen, aber nicht identisch sind – wie willst Du sonst unterscheiden, ob der freigelassene Punkt oder der, auf Kreisbewegung gezwungene Punkt gemeint ist? Und ich habe Dir erklärt, warum diese Frage eingeführt habe – um die Differenzierung zwischen Vektordivision bei translatorischer und rotierender Bewegung deutlich zu machen.

„Kinematische Ergebnisse widersprechen allgemein dem Relativitätsprinzip, welches doch ein Grundgesetz jeder heutigen Physik incl der SRT ist. Daher sind kinematische Ergebnisse allgemein nicht physikalisch relevant.“

Bitte??? :shock:
„Eisläufer sieht Turm im Orbit mit 1100km. Turm sieht Eisläufer im Abstand 1100km mit 30m kreisen. Relativitätsprinzip kaputt.
Erde sieht Sonne in 24h im geschlossenen 150Mill.km Orbit. Sonne sieht Erde im Abstand 150Mill.km rotieren. Relativitätsprinzip kaputt“

Bitte??? :o Immer noch mit Bezugssystemen und Relativgeschwindigkeiten Probleme?

Und ich schreibe und schreibe: „Dieser Vektor heißt auch Verschiebungsvektor – was glaubst Du, unter Verschiebung gemeint ist? Dieser Vektor ist auch ein Ortsvektor – d.h. er zeigt die momentane Geschwindigkeit eines Punktes relativ zu seiner Bewegungsbahn – Der Geschwindigkeitsvektor des Zuges zeigt die Zuggeschwindigkeit relativ zu seinen Schienen und sonst zu nichts anderem.“ – keiner liest es.

Eisläufer sieht im Eisläufer-BS Turm mit z.B. 10000kmh Geschwindigkeit relativ zu Turm-Bahn. Eisläufer sieht im Eisläufer-BS Turm mit +30 bis –30kmh relativ zu sich – das ist die Geschwindigkeit zueinander. Und umgekehrt, Turm sieht im Turm-BS Eisläufer mit 30kmh relativ zu Eisläuferbahn, Turm sieht im Turm-BS Eisläufer mit +30 bis –30kmh relativ zu sich. Relativitätsprinzip einwandfrei! Und wenn man diese Relationen verwechselt, ja, dann kein Wunder, die Kinematik sei falsch.

Und ich will Dir klarmachen, dass in solcher Konstellation, egal auch aus welchem BS Du mit Vektoren rechnest (richtig) auch ein v = 0 zwischen Erdbeobachter und Geo-Sat bekommen wirst. Du rechnest aber nicht.

Liebe Grüße
Ljudmil
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Re: Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon scharo » Mo 15. Mär 2010, 16:38

Lieber Harald,

„Du missverstehst das. Der ruhende Beoabachter befindet sich im nichtmitrotierenden Bezugssystem, also quasi im Erdmittelpunkt.“

Ich missverstehe nichts, sonder Du versuchst die Wendehalstaktik der Relativisten eigen zu machen. Lies genau bitte, was Du geschrieben hast:
„Bei translatorischen Bewegungen definiert sich der jeweils Messende als ruhend und macht in diesem Sinne die Bewegung des anderen Bezugssystems "absolut", weil er sie eindeutig auf sein Ruhesystem beziehen kann. Im Falle von Rotationen oder Bewegungen im Orbit wird ganz gleich vorgegangen, denn auch hier wird ein Ruhesystem definiert, zu welchem man die Bewegungen des anderen Bezugssystems eindeutig beziehen kann.“
Also, tue den einen Punkt – die Antenne – als unbewegt in seinem BS und betrachte den anderen Punkt -Geo-Sat. Wie ist der Relativgeschwindigkeit zwischen diesem „unbewegten“ Punkt an der Erdoberfläche und Geo-Sat? Nichts ist hier mit drittem Punkt oder drittem BS.

Diese Ausweichung zu einem „unbewegten“ mit Ursprung im Erdmittelpunkt BS hat mit der Relativbewegung zwischen Antenne und Geo-Sat nichts zu tun. Sonst beschreibst Du das Weitere richtig. In diesem Bezugssystem haben Antenne relativ zu seiner Antenne-Bahn eine andere Geschwindigkeit als Sat relativ zu seiner Sat-Bahn.
Richtig vermerktst Du, dass wenn die Relativisten in so ein drittes BS – auch noch bevorzugt – den Sat und Erdbeobachter stellen, um Einsteins Unfug und z.B. Hafele & Keating Unsinn zu vertuschen, dann müssen die Atomuhren, die auf verschiedenen geo Breiten sich befinden, ein Gangunterschied aufweisen – dann hätten wir den Salat, welche Uhr soll „richtig“ laufen.

Und auch ein anderer Grund gibt es für den Relativisten, so ein drittes BS einzuführen und angebliche unterschiedliche Geschwindigkeiten zwischen den Punkten herzuzaubern. Und der heißt ART. Und ich meine hier nicht die Relativisten, die sich in Foren tummeln – die plappern nur nach, ohne eine Sekunde lang zu überlegen.

Liebe Grüße
Ljudmil
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