Hallo Ernst,
Ernst hat geschrieben:
Auf den abwegigen Gedanken, daß es sich nicht um die Differenz zweier Einwegmessungen handelt, ist noch niemand gekommen.
Ich habe auch nicht behauptet, dass es sich nicht um Einwegmessungen handelt. Im Gegenteil, es wurde mit dem Jupiterexperiment der Versuch unternommen, Einwegmessungen vorzunehmen. Das sehe ich auch so. Zumindest so, wie das in diesem Kontext verstanden wird: nämlich als Messung, die keine Zweigmessung, also eine Messung eines hin- und rücklaufenden Lichtstrahls ist. Ich habe geschrieben, dass beim Jupiterexperiment mittels geschlossener Lichtpfade gemessen wurde und habe das mit einem Bild erläutert. Außerdem habe ich mit dem Verweis auf entsprechende Referenzen darauf hingewiesen, dass durch Messungen mit geschlossenen Lichtpfaden Effekte 1. Ordnung nicht nachweisbar sind. Deine und Haralds Behauptung, dass der Weg der Radiosignale vom Jupiter zu den Messstationen keine Rolle spielt, halte ich für falsch. Schließlich ist die dadurch erwartete Gleichzeitigkeit durch die "gleichzeitige" Erzeugung der beiden Radiosignale beim Jupiter, die die beiden Messstationen empfangen,´die wesentliche Grundlage des Experiments. Und natürlich ist davon auszugehen, dass die Radiosignale auf ihrem Weg der 691 Mio. km vom Jupiter bis zur Erde ebenso wie die Radiosignale zwischen den 10km (14km?) zwischen den Messstationen den Effekten eines hypothetischen Äthers unterliegen.
Dass ich der Einzige sei, der bislang auf diesen Umstand hingewiesen hat (nämlich dass sich mit einem solchen Experiment evt. gar kein Äthereffekt messen lässt) stimmt jedenfalls nicht:
Das Jupiterexperiment erlaubt keine Unterscheidung zwischen SRT und LET. Beim Transit
ergäben sich auf den Oszilloskopen von A und B identische Signalabstände, die, wenn man
sie als reine Laufzeiten zwischen den Stationen A und B ansähe, rechnerisch c ergäben. Genau
besehen werden als Ursache die aus c+v und c-v resultierenden Laufzeitunterschiede
durch den Phasenunterschied der schräg einfallenden Jupiterwelle exakt kompensiert. (Dies
führt übrigens auch bei der Beobachtung mittels Fernrohr zu gleichzeitiger Ankunft identischer
Phasen in der Linsenmitte mit der Bilderzeugung in der Linsenmitte durch Interferenz).
Man kann sich leicht
überlegen, dass in umgekehrter Richtung analoge Betrachtungen gelten, so dass man zu Herrn
Feists Schluss kommt: Allein durch Messung der Laufzeiten zum Transitzeitpunkt kann man
nicht entscheiden, ob die SRT gilt, oder ob eine Äthertheorie zur Anwendung kommen muss.
Um hier weiterzukommen, müsste man die Phasenlage an den Messstationen zur Zeit des
Transits bestimmen, damit man feststellen kann, ob der Fall Abb. 3a) oder 3b) vorliegt. Dazu
bräuchte man Zeittaktgeber in A und B, die auf wenige Nanosekunden übereinstimmen. Diese
stehen jedoch nicht zur Verfügung, denn es war ja gerade die Idee des Jupiterexperiments,
unter Zuhilfenahme einer ebenen Wellenfront „Gleichzeitigkeit“ an verschiedenen Orten
herzustellen, die nach Hatch weder durch Uhrentransport noch durch den Austausch von
Lichtsignalen erreichbar ist. Solange man aber die Lage der Wellenfront nicht sicher angeben
kann, sondern auf Modellvorstellungen angewiesen ist, kann die angestrebte Gleichzeitigkeit
nicht realisiert werden. Die Tatsache, dass ca. 16 s vergehen, bis sich die Messbasis um den
Winkel v/c gedreht hat, ist leider irrelevant, wenn es um die Synchronizität der Zeittaktgeber
geht, die auf ca. 5 ns gegeben sein sollte. Sie wird nach Hatch durch Uhrentransport von A
nach B bereits um 50 ns gestört. Mein früheres Zugeständnis, der Zeitpunkt der Gleichheit der
Phasenlage wäre nachträglich auch aus den direkten Messsignalen zu ermitteln, ist nicht
haltbar. Ich muss zugeben, dass ich an dieser Stelle einen blinden Fleck hatte, unter dem sich
das Aberrationsphänomen versteckt hielt.