Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon Zasada » Mi 17. Apr 2019, 10:45

Der konstituierende Kategorienfehler der RdG.

Wir betrachten aus gegebenen Anlaß einen zusammenhängenden Abschnitt eines Originaltextes von Albert Einstein:

"Wir werden sogleich zeigen, dass die Blitzeinschläge A und B in bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, so bedeutet dies: die von den Blitzorten A und B ausgehenden Lichtstrahlen begegnen sich in dem Mittelpunkt M der Fahrdammstrecke A - B. Den Ereignissen A und B entsprechen aber auch Stellen A und B im Zug. Es sei M' der Mittelpunkt der Strecke A - B des fahrenden Zuges. Dieser Punkt M' fällt zwar im Augenblick der Blitzeinschläge (vom Farhdamm aus beurteilt!) mit dem Punkt M zusammen, bewegt sich aber in der Zeichnung mit der Geschwindigkeit v des Zuges nach rechts.

Bild

Würde ein bei M' im Zug sitzender Beobachter diese Geschwindigkeit nicht besitzen, so würde er dauernd in M bleiben, und es würden ihn dann die von den Blitzschlägen A und B ausgehenden Lichtstrahlen gleichzeitig erreichen, d.h., diese beiden Strahlen würden sich gerade bei ihm begegnen.
In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt. Der Beobachter wird also den von B ausgehenden Lichtstrahl früher sehen, als den von A ausgehenden."

Bild
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[Nebenbei bemerkt: Ein exzellentes Beispiel der Missachtung eigener Prinzipien - Einstein argumentiert hier nicht im Sinne des relativistischen Additionstheorems der Geschwindigkeiten, sondern verwendet plump klassisches "c+v/c-v" - Argument. Er widerspricht somit höchst persönlich seiner eigenen Theorie, und zwar noch während er sich bemüht, diese zu begründen.]
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Einstein spricht hier noch von "Lichtstrahlen", die jeweils von A und B herkommen. "Lichtstrahlen" sind bis zur dieser Stelle Signale, welche von den Blitzschlag-Ereignissen A und B ausgelöst werden.
Im nächsten Absatz verändert Einstein jedoch vollständig den physikalischen Kontext:

"Die Beobachter, welche den Zug als Bezugskörper benutzen, müssen also zu dem Ergebnis kommen, der Blitzschlag B habe früher stattgefunden als der Blitzschlag A."

Hier spricht Einstein nicht mehr von "Lichtstrahlen", welche den Beobachter früher oder später erreichen, sondern bezeichnenderweise von Ereignissen A und B, die für Beobachter im Zug früher oder später stattfinden.
Er besiegelt die Gültigkeit dieser neu und fehlerhaft eingeführten Bedeutung, indem er folgendes hinzufügt.

"Wir kommen also zu dem wichtigen Ergebnis:

Ereignisse, welche in bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, sind in bezug auf den Zug nicht gleichzeitig und umgekehrt."

Einstein spricht hier von denselben Phänomenen, von denen er gerade noch als von Signalen sprach, die "den im Zug sitzenden Beobachter" früher oder später erreichen - er spricht von diesen Phänomenen nun als von den Ereignissen A und B, die abhängig vom Bezugspunkt gleichzeitig oder nicht gleichzeitig sind.

Der Kategorienfehler ist evident.
Dieser wird von Einstein nicht erkannt und nicht korrigiert (von seinen Apologeten seit über 100 Jahren ganz zu schweigen)
Dieser Kategorienfehler steht am Anfang einer abenteuerlichen Konstruktion, die Einstein als "Relativität der Gleichzeitigkeit" bezeichnet. Diese führt dazu, dass die Relativität der Zeit als logisch konsequent in die Physik eingeführt wird...mit all den anknüpfenden Konsequenzen und Folgen.

Am Anfang der logischen Schlüssigkeit der Relativitätstheorie steht also ein peinlicher logischer Fehler. Dies wird angesichts der später erlangten Bedeutung der Theorie erst jetzt als disqualifizierend erkannt.



Kommentar.

"In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt. Der Beobachter wird also den von B ausgehenden Lichtstrahl früher sehen, als den von A ausgehenden."

...Der Beobachter im Zug muss das Licht um den Betrag der Zuggeschwindigkeit v "überholen", um den Lichtstrahl der Lichtquelle B vor dem der Lichtquelle A zu sehen, während er exakt den Mittelpunkt M passiert.
Erinnerung: Punkt M wird von den beiden von Blitzschlägen A und B ausgehenden Lichtstrahlen gleichzeitig erreicht...("diese beiden Strahlen würden sich gerade bei ihm begegnen").


Erinnerung Wikipedia:..."die Lichtgeschwindigkeit hängt nicht vom Bewegungszustand des zu ihrer Messung verwendeten Empfängers ab"

Wenn die Lichtgeschwindigkeit nicht vom Bewegungszustand des zu ihrer Messung verwendeten Empfängers abhängt, dann besitzt sie im Punkt M der Einsteins-Anordnung stets denselben Wert, unabhängig davon, aus welchem Bezugssystem sie gemessen wird, und unabhängig davon, ob sich der Empfänger, der zu ihrer Messung verwendet wird, bewegt oder nicht.
Die Lichtstrahlen, welche von den Ereignissen A und B herkommen, begegnen sich stets exakt im Mittelpunkt M auch dann, wenn der Zug diesen Punkt mit 99% der Lichtgeschwindigkeit passiert und ihre Ankunft misst - seine Bewegung spielt für die Geschwindigkeit der Lichtstrahlen, und konsequenterweise für die Gleichzeitigkeit ihrer Ankunft bei M keine Rolle.


ES STINKT ZUM HIMMEL
ex falso quodlibet
Zuletzt geändert von Zasada am Mi 17. Apr 2019, 11:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon Zasada » Mi 17. Apr 2019, 11:02

><((((*>
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Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon McMurdo » Mi 17. Apr 2019, 11:14

DerGast hat geschrieben:McMurdo: Bringst du mir bitte Eiskonfekt mit?

Sehr gerne, aber nicht ärgern. Es werden nur Wiederholungen gezeigt. Entweder 2c oder Gleichzeitigkeit. Gibt nicht mal nen Directors Cut.
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Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon Zasada » Mi 17. Apr 2019, 11:17

><((((*>
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Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon McMurdo » Mi 17. Apr 2019, 11:20

Zasada hat geschrieben:
Kommentar.

"In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt. Der Beobachter wird also den von B ausgehenden Lichtstrahl früher sehen, als den von A ausgehenden."

...Der Beobachter im Zug muss das Licht um den Betrag der Zuggeschwindigkeit v "überholen", um den Lichtstrahl der Lichtquelle B vor dem der Lichtquelle A zu sehen, während er exakt den Mittelpunkt M passiert.
Erinnerung: Punkt M wird von den beiden von Blitzschlägen A und B ausgehenden Lichtstrahlen gleichzeitig erreicht...("diese beiden Strahlen würden sich gerade bei ihm begegnen").

Hmm, was passiert eigentlich wenn derjenige im Zug den Kopf aus dem Fenster steckt? Dann isser ja nicht mehr im Bezugssystem “Zug“. So zumindest die Vorstellung bei Lagrange, unserem Bezugssystem-Profi. Dann müsste er ja beide Blitze wieder gleichzeitig sehn. :mrgreen:
McMurdo
 

Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon McMurdo » Mi 17. Apr 2019, 11:24

Zasada hat geschrieben:><((((*>

Als ob das unsere Schuld ist das deine Idee die ersten 5 Meter nicht übersteht.
Aber erklär dfch noch mal bitte wofür du langsame Signale benötigst für die Feststellung der Gleichzeitigkeit, wenn doch jeweils die Information über die Ereignisse sich doppelt so schnell ausbreitet wie deine losgeschickten Signale?
Oder stinkt das auch wieder wie alter Fisch?
McMurdo
 

Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon Mikesch » Mi 17. Apr 2019, 11:34

McMurdo hat geschrieben:
Zasada hat geschrieben:><((((*>

Als ob das unsere Schuld ist das deine Idee die ersten 5 Meter nicht übersteht.
Aber erklär dfch noch mal bitte wofür du langsame Signale benötigst für die Feststellung der Gleichzeitigkeit, wenn doch jeweils die Information über die Ereignisse sich doppelt so schnell ausbreitet wie deine losgeschickten Signale?
Oder stinkt das auch wieder wie alter Fisch?
Also ich finde das praktisch:
Es schlägt ein Blitz ein. Mich ereilt die Information mit 2c und dann habe ich genug Zeit a) meine Sonnenbrille aufzusetzen und b) den mit c hinterherdackelnden Lichtblitz freudig zu begrüssen.

Ich nehme Eiskonfekt.

Das Leben ist doch schön....
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Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon McMurdo » Mi 17. Apr 2019, 11:36

Mikesch hat geschrieben:
McMurdo hat geschrieben:
Zasada hat geschrieben:><((((*>

Als ob das unsere Schuld ist das deine Idee die ersten 5 Meter nicht übersteht.
Aber erklär dfch noch mal bitte wofür du langsame Signale benötigst für die Feststellung der Gleichzeitigkeit, wenn doch jeweils die Information über die Ereignisse sich doppelt so schnell ausbreitet wie deine losgeschickten Signale?
Oder stinkt das auch wieder wie alter Fisch?
Also ich finde das praktisch:
Es schlägt ein Blitz ein. Mich ereilt die Information mit 2c und dann habe ich genug Zeit a) meine Sonnenbrille aufzusetzen und b) den mit c hinterherdackelnden Lichtblitz freudig zu begrüssen.

Das Leben ist doch schön....

So gesehn hast natürlich recht. Bleibt auch noch genügen Zeit aus dem Wasser zu gehn dann. :lol: :lol: :lol:
McMurdo
 

Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon Mikesch » Mi 17. Apr 2019, 11:42

Zasada hat geschrieben:@Mikesch
Alles Schrott.

Erinnerung Wikipedia:..."die Lichtgeschwindigkeit hängt nicht vom Bewegungszustand des zu ihrer Messung verwendeten Empfängers ab"

Wenn die Lichtgeschwindigkeit nicht vom Bewegungszustand des zu ihrer Messung verwendeten Empfängers abhängt, dann besitzt sie im Punkt M der Einsteins-Anordnung stets denselben Wert, unabhängig davon, aus welchem Bezugssystem sie gemessen wird, und unabhängig davon, ob sich der Empfänger, der zu ihrer Messung verwendet wird, bewegt oder nicht.
Die Lichtstrahlen, welche von den Ereignissen A und B herkommen, begegnen sich stets exakt im Mittelpunkt M auch dann, wenn der Zug diesen Punkt mit 99% der Lichtgeschwindigkeit passiert und ihre Ankunft misst - seine Bewegung spielt für die Geschwindigkeit der Lichtstrahlen, und konsequenterweise für die Gleichzeitigkeit ihrer Ankunft bei M keine Rolle.

Nur mit dem kleinen Umstand, daß wenn der Lichtstrahl in M angekommen ist, der Zug schon weitergefahren ist. Upps.
Und für den Zug ist die Lichtgeschwindigkeit c immer noch gegeben. Genauso wie für den Messpunkt M am Bahnsteig. Upps, Upps, Upps.
Ergo: es gibt keinen Meßpunkt M der im Zug ruht. Daher begegnen sich die Lichtstrahlen zwar im Punkt M auf dem Bahnsteig, aber nicht im Zug.
Ist schon blöde, wenn man die Sache mit den bewegten Bezugssystemen immer noch nicht begriffen hat.
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Re: Die Spezielle Relativitätstheorie als Signallehre.

Beitragvon Mikesch » Mi 17. Apr 2019, 11:43

Zasada hat geschrieben:Und nun, Spacko?
Keine Ahnung. Mit Esoterik kennst du dich eindeutig besser aus...
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