Trigemina hat geschrieben:
Dieser Beitrag driftet vom eigentlichen Problem ab. Will man mit einem mitgeführten Kollimationsteleskop den Zenithdurchgang eines Himmelskörpers bestimmen, so ist zuerst mal seine Drehachse genau in Nord-Südrichtung zu justieren und die Deklination einzustellen. Wenn der Stundenwinkel Null wird, also Sternzeit gleich Rektaszension wird für die scheinbaren Koordinaten, dann haben wir theorieunabhängig den Zeitpunkt seines Zenithdurchgangs.
Wie der Zenithdurchgang eines Planeten mit dem Kollimationsteleskop ermittelt wird, ist mir bekannt. Wichtig ist dabei, dass der Zeitpunkt theorieunabhängig festgestellt wird. D.h. diese Methode orientiert sich am Wellenvektor, egal ob dieser nun direkt auf den tatsächlichen Standort des Planeten zeigt oder womöglich durch Ätherwind verdreht ist - wobei im letzteren Fall der Planet dort gesehen wird, wo er zum Zeitpunkt der Lichtemission war. In beiden Fällen steht der Wellenvektor senkrecht auf den Wellenfronten, deshalb ist auch jede Messbasis, die sich nach dem Wellenvektor, also nach der mit optischer Methode ermittelten Durchgangszeit, richtet, parallel zur Wellenfront ausgerichtet.
Trigemina hat geschrieben:
Die theorieabhängigen Folgen, die sich daraus ergeben, bleiben somit wie oben beschrieben erhalten.
Nein. Die Ausrichtung der Messbasis nach dem theorieunabhängigen Zeitpunkt des Transits ermöglicht gleichzeitigen Empfang der Signale an den beiden Messstationen A und B !
Trigemina hat geschrieben:
Zum Zeitpunkt des Jupiter-Transits ist nach der LET die Sichtachse durch die Ätherdrift um den Aberrationswinkel verdreht, womit an den Endpunkten der Messbasis unterschiedliche, nicht parallele, also zeitungleiche Wellenfronten empfangen werden und die Differenzen zwischen den Primär- und Sekundärsignalen in beide Richtungen gleich werden.
Nein. Denn der Zeitpunkt des Jupiter-Transits wurde optisch ermittelt. Die "Sichtachse", und gemeint kann damit nur der Wellenvektor sein, bestimmt die Ausrichtung der Messbasis. Es spielt also keine Rolle, ob die Sichtachse verdreht ist oder nicht; ist sie verdreht, ist eben auch die Messbasis verdreht. (Manchmal muss ich mich wirklich wundern, wieso das so schwer verstanden wird!)
Trigemina hat geschrieben:
Der Ätherwind hebt die ungleichzeitig empfangenen Signale zwischen den Endpunkten der Messbasis A und B wieder auf.
Nein. Denn der Ätherwind ist schon bei der Ausrichtung anhand des Wellenvektors, soferne eine Ätherdrift existiert, berücksichtigt. Denn dann hatte er seinen Einfluss bereits bei der Ermittlung des Transitzeitpunkts!
Trigemina hat geschrieben:
Nach der SRT erfolgt sowieso eine isotrope Lichtausbreitung zwischen der Strahlungsquelle und der Messbasis sowie zwischen den Endpunkten der Messbasis. Der quantitativ gemessene Effekt ist derselbe.
Nach der SRT erfolgt keine isotrope Lichausbreitung zwischen den Endpunkten der Messbasis, sondern eine solche wird dann gemessen, wenn man nach der SRT vorgeht! Alles andere wäre ein mystisches Wunder. Denn Inertialsysteme könnten relativ zu einem Lichtstrahl die unterschiedlichsten Geschwindigkeiten haben - und das durch sie ziehende Licht könnte bezogen auf die IS niemals davon unabhängig dieselbe Geschwindigkeit
haben, sondern nur mit der speziellen Einstein-Synchronisation (RdD!) überall mit c
gemessen werden. Eine andere (absolute) Synchronisation ergibt auch andere Ergebnisse.
Trigemina hat geschrieben:
Wenn sich etwa 14s später die Messbasis parallel zur Sichtachse ausgerichtet hat (und nach der LET als gleichzeitige Wellenfront interpretiert wird), hat der scheinbare Jupiter den Zenith bereits überschritten was (nach der SRT) unterschiedliche Laufzeiten der Primärsignale zu den Endpunkten A und B zur Folge hat, womit sich unterschiedliche Differenzen zwischen den Primär- und Sekundärsignalen ergeben. Auch hier wiederum dieselben quantitativen Effekte zwischen SRT und LET.
Die Messbasis ist theorieunabhängig parallel zur Wellenfront ausgerichtet, wenn sie sich am Wellenvektor (="Sichtachse") orientiert - was automatisch der Fall ist, wenn der mit optischer Methode ermittelte Zeitpunkt eingehalten wird! Dabei werden die verarbeiteten Signale gleichzeitig an den Stationen A und B empfangen - ganz egal, wo Jupiter tatsächlich stehen mag.
Trigemina hat geschrieben:
Dies alles wäre mit einer internen Synchronisation eindeutig nachzuweisen und mündet in die Nichtunterscheidbarkeit zwischen SRT und LET.
Eine interne Synchronisation kommt nicht in Frage, denn die müsste durch Signalübermittlung erfolgen, was prompt die RdG ins Spiel bringt; langsamer Uhrentransport würde higegen sofort den Einwand mit sich bringen, dass Uhren nicht bewegungsresistent sind.
Es ist gar nicht einfach, aus dem Prokrustesbett der SRT heraus zu steigen!
Grüße
Harald Maurer