Trigemina hat geschrieben:
cheinbare Koordinaten, wie sie auch aus den Ephemeriden entnommen werden können, beziehen sich immer auf die sichtbare Position des Himmelskörpers, nicht auf die tatsächliche.
So ist es. Deshalb weiß man genau, wie die Wellenfronten liegen. Nämlich senkrecht zur "Sichtachse", also dem Wellenvektor, der jedenfalls auf das sichtbare Bild des Planeten zeigt! Man muss also die Messbasis im rechten Winkel zu dieser Sichtachse ausrichten. Dann werden die Signale aus ein und derselben Wellenfront mit absoluter Gleichzeitigkeit bei A und B entnommen und weiter verarbeitet.
Trigemina hat geschrieben:
In der Zeit, die das Licht vom Himmelskörper bis zur Erde braucht, hat er sich ein Stück entlang seiner Bahn weiter bewegt.
Demnach würde der Wellenvektor sowohl in der SRT als auch in der LET auf den Entstehungsort der Photonen und nicht auf den wahren Ort des Planeten zeigen. Aber es gibt zwischen Jupiter und Erde keine Relativbewegung hinsichtlich der gemeinsamen Bewegung zum Sternbild Löwe. Nach der SRT soll es daher keine Aberration infolge eines "Hängenbleibens" der Wellenausbreitung im Medium geben. Was tatsächlich zutrifft, spielt aber keine Rolle.
Trigemina hat geschrieben:
Und wie will man dann feststellen, dass die Signale auch tatsächlich gleichzeitig bei A und B ankommen, wenn man keine Möglichkeit hat dies festzustellen; ausser dass man es voraussetzt?
Das kann man bei exakter Ausrichtung der Messbasis nach dem Wellenvektor voraussetzen, weil die Tatsache, dass Wellenvektor und Wellenfront zueinander stets rechtwinkelig angeordnet sind, eine gesicherte Erkenntnis der Physik ist!
Trigemina hat geschrieben:
Es ist wirklich nicht einzusehen weshalb du die Poincaré-Einstein-Synchronisationsvorschrift fürchtest wie der Teufel das Weihwasser.
Das ist leicht einzusehen. Sehen wir uns mal eine Synchronisation nach Poincare-Einstein an:
Dateianhang:
synchro1.gif [ 174.37 KiB | 5145-mal betrachtet ]
Signale, die gleichzeitig von Aund B gesendet werden, erreichen den Beobachter in der Mitte auch gleichzeitig. Gibt es aber einen Äther, dann funktioniert diese Methode nur, wenn das System im Äther ruht. Bewegt es sich, sieht das so aus:
Dateianhang:
synchro2.gif [ 149.85 KiB | 5139-mal betrachtet ]
Die SIgnale von A und B müssen ungleichzeitig gesendet werden, damit sie beim Beobachter gleichzeitig ankommen. Versucht der Beobachter, A und B zu synchronisieren, indem er gleichzeitig Signale an A und B sendet, werden sie nicht synchron. In der SRT ist das die Wurzel der RdG und auch die Methode, mit der die LG immer mit c gemessen wird. Darauf kann man sich natürlich nicht verlassen. Wir haben deshalb extern und absolut synchronisiert, etwa nach diesem Schema:
Dateianhang:
synchro3.gif [ 93.56 KiB | 5139-mal betrachtet ]
Die Stationen A und B berühren gleichzeitig die Wellenfront und entnehmen die Signale, die weiter verarbeitet werden sollen, absolut gleichzeitig. In unserem Experiment bewegt sich nicht die Wellenfront nach oben, sondern die Wellenfronten kommen herab.
Mit der Poincare-Einstein-Methode wäre diese Gleichzeitigkeit nicht zu erzielen. Sie verträgt sich nicht mit dem Äther. Die Wellenfront-Methode hingegen funktioniert unabhängig davon ob Äther oder nicht, vorausgesetzt, die Messbasis läuft parallel zur Wellenfront bzw. rechtwinkelig zum Wellenvektor.
Wie Chief sagt, ist das wirklich eine sehr einfache Sache. Seltsamerweise verstehen das manche Relativisten nicht. Macht nichts, wir Kritiker verstehen dafür die SRT nicht ...
Grüße
Harald Maurer