Ernst hat geschrieben:
In meiner Skizze habe ich die eigentlich schräge zu zeichnende Meßbasis nebst Fronten bildlich in die Horizontale gedreht. Der "schiebende" Aberrationseffekt ist mit diesem Bild sicher nicht ausreichend erkennbar dargestellt.
Ich versuch´s noch einmal mit einer anderen Skizze, welche diese "Schiebung" der auf die Meßbasis eintreffenden Fronten eventuell besser veranschaulicht.
Leider kann ich an Deiner Zeichnung nicht erkennen, was Du meinst. Für die Messbasis ist nur die Wellenfront maßgeblich, welche die Basis berührt. Sichtachse (=Wellenvektor) der großen Sphäre zeigt immer zum Zentrum dieser Sphäre; Sphäre samt Zentrum bewegt sich mit dem ganzen System Jupiter - Erde - Messbasis mit. Die gesamte Konstellation bleibt daher bestehen und Jupiters Bild, das dort gesehen wird, wo die Photonen loszogen, bleibt auch dort. Welche Art von Schiebeeffekt auftreten könnte, kann ich nicht erkennen.
scharo hat geschrieben:
Die Frage ist, enthalten die Daten für den Transit bereits den Aberrationswinkel oder nicht.
Sie enthalten den Aberrationswinkel - soferne er existiert. Weil der Transit optisch ermittelt wird.
Trigemina hat geschrieben:
Die Lichtgeschwindigkeit c gilt nur für eine im Äther ruhende Quelle in alle Richtungen.
Die LG c bezieht sich auf das Medium. Unabhängig davon, ob von einer ruhenden oder bewegten Quelle emittiert.
Trigemina hat geschrieben:
Im Jupiter-Erdsystem entstehen nun gegen den Ätherwind hin gestauchte Sphären (c-v) und vom Ätherwind weg in die Länge gezogene Sphären (c+v).
Das ist falsch. Wenn ich mit einem Boot über den See fahre und erzeuge mit meinem Finger, den ich mehrere Male in das Wasser tauche, mehrere Kreiswellen, so wird jede davon wunderbar rund bleiben und keinesfalls exzentrische Formen annehmen. Nach dem Relativitätsprinzip gilt das auch, wenn sich statt dem Boot das Wasser bewegt. Die Sphären, die Jupiter auf seinem Weg hinterlässt, sind kugelförmig und reihen sich der Reihe nach an. Dass sich die LG
auf den Jupiter bezogen vorne mit c+v und hinten mit c-v ergibt, liegt daran, dass er sich aus jeder Sphäre heraus bewegt, während die Sphäre im Äther fixiert sich weiter ausbreitet.
Trigemina hat geschrieben:
Da Erde und Jupiter näherungsweise als ruhend zueinander betrachtet werden und sich somit im gleichen Bezugssystem befinden (gemeinsam gegen den Äther bewegt), erreichen nach der LET zum Zeitpunkt des scheinbaren Zenithdurchgangs unterschiedliche Sphärenbögen von Jupitersignalen (ungleichzeitige Signale) die Endpunkte der Messbasis, womit mein voriges Post seine Relevanz zurückerhält.
Dem kann ich leider nicht zustimmen, denn das Argument mit den verzerrten Sphären ist falsch. Richtig ist, dass Kugelsphären dem System Jupiter - Erde - Messbasis quasi nachlaufen.
fb557ec2107eb1d6 hat geschrieben:
Das Problem, das die Äthertheorie mit der Elektrodynamik - und damit mit dem Licht und anderen elektromagnetischen Wellen - ist, dass bei Anwendung der Galilei-Transformation der Wellenvektor und der Richtungsvektor eines Lichtstrahls in einem zum Äther bewegten Bezugssystem NICHT MEHR PARALLEL sind. Im Äther ist das kein Problem, in einem zum Äther bewegten Bezugssystem aber schon.
Das hattest Du schon erwähnt und es ergab sich aus Deiner Zeichnung, dass ein Kollimationsfernrohr je nach Bezugssystem mit unterschiedlichem Winkel aufgestellt werden müsste - was natürlich Dein Argument zunichte machte. Hattest Du zuvor noch von einer Ätheraberration gesprochen, gibt es die nun plötzlich nicht mehr. Du versuchst damit, den Widerspruch zu beseitigen und zeigst im linken Bild Deiner Zeichnung, wie nun die Photonen senkrecht in das Fernrohr fallen, während sich das Fernrohr bewegt. Ich habe aber schon gezeigt, dass das nicht funktioniert und wenn Du Dir Deine violette Linie, welche die Bewegungsrichtung der Photonen andeuten soll, als Laserstrahl vorstellst, wirst Du erkennen, dass der Strahl vom Fernrohr unterbrochen wird und leider kann man keine Laserstrahlschnipsel einsammeln. Man muss das Teleskop daher auf das optische Erscheinungsbild des Jupiters richten - und so wird es auch gemacht mit dem Wissen, dass das nicht der wahre Standort des Jupiter ist, weil er weiterzieht, während das Licht erst nach 20 Minuten an der Erde ankommt!
Dass die Galilei-Trafo nicht funktioniert liegt daran, dass die LG c sich stets nur auf das Medium bezieht. Das Jupiter-Experiment stellt ein experimentum crucis zwischen SRT und LET dar; bekanntlich benötigt man in beiden Theorien die Lorentztransformation! Die Galilei-Transformation würde nur dann berechtigt sein, wenn die LG von der Quelle abhängig wäre (Emissionstheorie).
Dein sicherlich sehr interessantes Argument ist m.E. daher nach wie vor verfehlt.
Grüße
Harald Maurer