Hallo Ernst!
Deine Abbildung
links ist dann fast richtig, wenn man annimmt, dass Jupiter im Äther ruht. Dann kann man die Aberration nach Newtonscher Emanationstheorie berechnen, da ja die Photonen in Bezug zum Jupiter alle dieselbe Geschwindigkeit haben. Man nimmt die resultierende Geschwindigkeit aus Licht- und Erdbewegung und kommt dann zu jenem Ergebnis, wie Du es auch darstellst (rot 1)
Dateianhang:
aether.JPG [ 33.35 KiB | 5430-mal betrachtet ]
Deine Zeichnung (links) stellt aber die Situation dar, wenn sich die Erde dem Planeten Jupiter
nähert. Die Erde, die sich dem Planeten nähert, sieht den Planeten tatsächlich nach vorne versetzt, denn er wird in der Verlängerung der (additiven) Resultierenden gesehen (siehe Parallelogramm). Wenn die Erde sich aber vom Jupiter
entfernt, zeigt die Resultierende aber nach hinten (grün 3)!
Das linke Bild gilt nur für die Emanationstheorie oder den im Äther ruhenden Jupiter und nicht für das Wellenmodell oder den Fall, dass Jupiter sich selbst im Äther bewegt. Planeten, die im Äther ruhen, wird es kaum geben. Meistens gibt es einen "Ätherwind" und die Photonen haben in Bezug zum Jupiter nicht mehr alle dieselbe Geschwindigkeit und man muss bei der Berechnung der Aberration Erd- Jupiter und Photonengeschwindigkeit berücksichtigen - oder eben Erd-Jupiter und Ätherwindgeschwindigkeit. Im Wellenmodell wird die Rechnung dann richtig haarig. Da liefert dann die SRT ein angenehm einfaches Modell mit Anwendung der RdG, aber das Modell ist falsch, wie man leicht beweisen kann. Die beobachtete Aberration, die sich aus der Bewegung der Erde gegen den Fixsternhimmel ergibt, entspricht Deinem linken Bild!
Du übertrugst nun diese Situation (rot 1)einfach auf die rechte Abbildung, ohne zu bedenken, dass hier nun beide Planeten im Äther bewegt sind und auf alle Fälle ein Ätherwind weht. Und wir haben sogar den Vorteil, Richtung und Geschwindigkeit dieses Ätherwindes zu kennen, weil dies von Smoot und anderen übereinstimmend gemessen wurde.
Deine Darstellung rechts kann daher der Situation nicht entsprechen! Die Sphäre des Jupiter wird vom Äther weitergetragen und die Resultierende kann, da sich die Erde von dieser Sphäre entfernt, nur nach hinten zeigen, also entspricht die Situation etwa der Situation 3 im linken Bild (grün) ! Es ist völlig unmöglich, dass man den Jupiter
vor dem virtuellen Ort, womöglich am wahren Ort, sieht, denn die Erde entfernt sich ja von der vom Ätherwind verschobenen Sphäre. Die Resultierende ergibt sich deshalb nun subtraktiv aus v=Ätherwind und c - und heraus kommt nichts anderes als der Aberrationswinkel v/c.
Man sieht den Jupiter also nicht vor oder am wahren Ort, sondern am virtuellen Ort. So wie ich es geschildert habe. Ob nun der Äther ruht, und sich die Planeten bewegen oder die Planeten ruhen, und der Äther vorbeistreicht, bleibt sich egal.
Deine Annahme im linken Bild, also mit im Äther ruhendem Jupiter und bewegter, sich nähernder Erde, war wie gesagt fast richtig. Der 1:1 Übertrag auf das im Äther bewegte Jupiter-Erde-System ist aber falsch. In meinem Team waren 2 Physiker und 1 Astronom beteiligt. Ich denke nicht, dass die sich irrten!
Grüße
Harald Maurer