Ich habe in 3.2 bewiesen, dass Lichtstrahlen, welche von den Blitzereignissen in S und in S' ausgehen, nicht jeweils gleichzeitig bei M, bzw. M' eintreffen, sondern dass sie sich gleichzeitig an derselben Stelle in S begegnen (bei M).
Völlig unabhängig von der Tatsache, ob die Blitze in Punkte des Systems S oder S' einschlagen, verhalten sich ihre Lichtstrahlen absolut identisch.
Dies ist der gültige Beweis dafür, dass die Annahme der SRT, die Lichtgeschwindigkeit betrüge in jedem Bezugssystem c, nicht der Wahrheit entspricht.
Würde dies nämlich der Fall sein, müssten die Lichtstrahlen in S und S' gleichzeitig im Mittelpunkt der Verbindungsstrecke ihrer jeweiligen Ereignispunkte eintreffen.
Dies ist nicht der Fall.
Die Tatsache, dass die Lichtstrahlen A und B gleichzeitig den Punkt M in S erreichen liegt übrigens nicht daran, dass S bezüglich S' ruht, sondern daran, dass die Lichtquellen A und B in S ruhen.
Die Unterschiede, welche bei der Lichtausbreitung zwischen ruhenden und bewegten Bezugssystemen bestehen, werden dadurch verursacht, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant und dass ihr Wert dadurch in bewegten und ruhenden Systemen variert.
Das Licht breitet sich mit einer konstanten Geschwindigkeit aus, unabhängig davon, ob der Beobachter bezüglich seiner Quelle ruht oder bewegt ist.
Ruhen Ereignispunkte AB bezüglich unbewegtem S, so breiten sich die Lichtstrahlen mit derselben Geschwindigkeit aus, wie in S', in welchem dieselben Ereignispunkte bewegt sind.
Dies beweist, dass der Wert der Lichtgeschwindigkeit zwar konstant ist, aber nicht in dem Sinne, in dem ihn die SRT definiert.
Das Licht ist nie ein Bestandteil eines Bezugssystems. Das Licht breitet sich stets mit einer konstanten Geschwindigkeit aus, die kein Bezugssystem imstande ist, zu beeinflussen.
Bewegt sich ein Bezugssystem bezüglich der Lichtquelle mit der Geschwindigkeit v, so verändert sich aufgrund absoluter Konstanz von c der Wert der gemessenen Lichtgeschwindigkeit entsprechend um c +∕- v.
Konsequenz: die Tatsache, dass sich Licht absolut konstant ausbreitet, kann in bezüglich Lichtquelle ruhendem S nicht erkannt werden.
In S breiten sich nämlich Lichtstrahlen aus Sicht eines ruhenden Beobachters isotrop mit c aus.
Erst wenn sich Beobachter bezüglich der Lichtquelle bewegt, entstehen die Asymmetrien, die übrigens nicht etwa dadurch verursacht werden, dass die LG in verschiedenen Bezugssystemen unterschiedliche Werte besitzt, sondern dadurch, dass diese Geschwindigkeit eben absolut konstant ist.
Die Tatsache, dass die Lichtgeschwindigkeit in verschiedenen Bezugssystemen unterschiedliche Werte besitzt, hat keinen Einfluss auf ihre Konstanz. Diese Konstanz verändert sich unter keinen Umständen.
Diese Interpretation ist nach Ockhams Rasiermesser-Prinzip der heute noch gültigen Interpretation der SRT vorzuziehen.
