Dass die Zeit dilatieren soll, kann man noch, wenn man will, angesichts der Konstanz der LG in den Bezugssystemen der SRT und angesichts der veränderlichen Streckenlängen, die das Licht (aus ihrer jeweiligen Sicht) darin bewältigen muss, nachvollziehen (dass dies schon Überwindung kostet, ist jedem klar, der wie ich, jede Art der Auswirkung der Bezugssysteme auf die Wirklichkeit ausschliesst)...
Nennen wir dies: "eine innerhalb der Theorie mathematisch begründete Notwendigkeit"...
Angesichts der Tatsache jedoch, dass die SRT gestern die Hälfte ihrer mathematisch-physikalischen Plausibilität verloren hat, sollte dies auch den eingefleischten Relativisten nicht mehr bedingungslos koscher vorkommen.
Dass die Zeitdilatation nämlich selektiv wirken soll, ist ausgeschlossen.
Es ist innerhalb ein und desselben Systems ausgeschlossen, dass die Zeitdilatation ausschliesslich Vorgänge betrifft, deren Orte sich entlang der Achse der Bewegung ändern und diejenigen nicht, deren Orte senkrecht zu dieser Achse konvertieren.
Dies ist aus folgendem Grund nicht möglich: genauso, wie innerhalb eines Bezugssystems nur ein Wert der Lichtgeschwindigkeit gültig sein kann (SRT), muss innerhalb desselben auch nur eine Zeit gültig sein (auch dann, wenn diese in Bezug auf andere Bezugssysteme relativ ist).
Die Existenz zweier oder mehrerer Zeiten innerhalb eines einzigen Bezugssystems, in dem eine Uhr die Zeit misst, ist undenkbar. Die Existenz dieser Zeiten, die nur von der räumlichen Ausrichtung der Ereignisorte abhängten, würde nicht nur gegen das Prinzip der Relativität verstoßen, welches der Theorie zugrunde liegt, sondern auch gegen das noch grundlegende Prinzip der Kausalität.
Es wären Zeitreisen in die Zukunft möglich, wenn man sich im Zug nur senkrecht zur Bewegungsrichtung, und in die Vergangenheit, wenn man sich entlang der Bewegungsrichtung bewegen würde...
Die Hypothese der dilatierten Zeit betrachte ich deshalb, aus all den genannten Gründen und aufgrund folgender Erkenntnis, für widerlegt.
Abb. 2
Obwohl die Strecke, die das Licht zwischen den Spiegeln bewältigen muss, bei der bewegten Lichtuhr offensichtlich länger aus Sicht vom S als aus Sicht von S' ist, so ist die Zeit, die für die Bewältigung dieser Strecke in beiden Systemen benötigt wird, exakt dieselbe.
Begründung:
Die Gleichzeitigkeit von Ereignissen, deren Ort sich nur senkrecht zur Bewegungsrichtung ändert, ist in allen Bezugssystemen gleich: es tritt bei diesen Ereignissen keine Zeitdilatation und keine Relativität der Gleichzeitigkeit auf.
Quelle: Wikipedia/Spezielle Relativitätstheorie.




