Zwillingsparadoxon

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Peter Knoepfheinz » Mi 11. Dez 2019, 08:58

krona hat geschrieben:Hallo,

ich habe da ein paar Anmerkungen, weil deine Rückschlüsse, was die Aussagen der SRT angeht, so nicht stimmen.
Es geht um diese Aussage:
Peter Knoepfheinz hat geschrieben:1. M1 versteht sich selbst als ruhend und sieht M2 auf sich zukommen. Da M2 eine sehr hohe Geschwindigkeit hat, vergeht die Zeit für M2 langsamer und es erreicht M1 ohne zu zerfallen. M1 ist aber dann schon längst zerfallen.
Die Myonen werden sich mit derselben Wahrscheinlichkeit erreichen.
Im Prinzip hast du hier den Myonenversuch gespiegelt.
Ein Myon fliegt aus der Atmosphäre, wo es entsteht, auf die Erde zu. Und erreicht diese mit einer hohen Wahrscheinlichkeit.
Jetzt nimmt man den Zielpunkt und lässt ein zweites Myon aus der entgegengesetzten Richtung auf denselben Zielpunkt zufliegen, den es bei denselben Bedingungen ebenfalls mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erreicht.

Alles klar oder hast du noch Fragen?

Liebe Grüße
L.


Hallo Krona,

kannst du mir bitte die Stelle in Einsteins SRT zeigen, wo er mit Wahrscheinlichkeiten rechnet?
Vielen Dank!

Gruß,
Peter
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Peter Knoepfheinz » Mi 11. Dez 2019, 09:07

krona hat geschrieben:
Lagrange hat geschrieben:
krona hat geschrieben:..
Alles klar oder hast du noch Fragen?

Alles Schwachsinn!

Beide Myonen können sich als unbewegt betrachten laut Einstein.
Hallo!
Ich verstehe deinen Hinweis nicht.
Das ist ja nicht nur bei Einstein so, sondern auch in der Physik nach Newton und davor.

Liebe Grüße
L.


Der Hinweis bedeutet (völlig unabhängig davon, ob Einstein oder Newton in gibt): Inertialsysteme (ob ruhend oder bewegt) sind nicht unterscheidbar und es ist unmöglich, den absoluten Bewegungszustand eines Objektes festzustellen!

Und somit können wir gern die Myonen gegen Uhren austauschen, damit deine dazugedichtete "Wahrscheinlichkeit" entfällt!
Also: Die beiden Uhren U1 und U2 fliegen aufeinander zu, jede betrachtet sich selbst als ruhend und die jeweils andere als so schnell bewegt, dass nach SRT die Zeit langsamer für sie läuft. Welche der beiden Uhren geht nach?
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Lagrange » Mi 11. Dez 2019, 11:44

Zasada hat geschrieben:...
Dieselbe Pendeluhr, deren Anzeige auf der Erdoberfläche als properer Zeitindikator dient, bleibt in der Schwerelosigkeit stehen...die Zeit nicht...
Fazit: eine Pendeluhr ist kein(!) properer Zeitindikator.
Welche Uhr soll denn einer sein, und warum?
...

Es gibt keine, Zeit kann nicht gemessen werden. Zeit ist nicht greifbar. Nur was greifbar (tastbar, fühlbar) ist, kann gemessen werden.

Man kann aber Taktraten vergleichen und es muss eine und nur eine Referenztaktrate existieren, damit verglichen werden kann.
Lagrange
 
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Peter Knoepfheinz » Mi 11. Dez 2019, 11:45

Maseltov hat geschrieben:
krona hat geschrieben:Hallo,

[...]
Alles klar oder hast du noch Fragen?

Liebe Grüße
L.


Er wird es nicht sehen ;)

Myonen erreichen die Erdoberfläche, weil nach SRT für sie aus sicht der Erde die Zeit langsamer läuft. Ein Detektor auf der Erde detektiert also "zu viele" Myonen, die aufgrund ihrer Halbwertszeit eigentlich die Erde nicht erreichen dürften. Nun lasse ich in Gedanken einen weiteren Detektor mit jedem einzelnen Myon mitfliegen (er befindet sich also im selben Bezugssystem wie das Myon). Aus Sicht dieses Detektors vergeht aber die Zeit vom Myon genau so schnell/langsam wie die des Detektors. Dem Detektor ist auch egal, ob ein Myon in Richtung Erde oder irgendwo sonst herumfliegt, er detektiert lediglich, dass das Myon wegen der kurzen Halbwertszeit zerfallen ist, bevor es irgendwo ankommt! D.h. aus seiner Perspektive erreichen viel weniger Myonen die Erde als aus Sicht des Detektors auf der Erde.

Nun meine Frage an Dich, Maseltov, weil Du Dich ja so gut auskennst: Welcher Detektor ist kaputt?
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Zasada » Mi 11. Dez 2019, 13:42

Lagrange hat geschrieben:
Zasada hat geschrieben:...
Dieselbe Pendeluhr, deren Anzeige auf der Erdoberfläche als properer Zeitindikator dient, bleibt in der Schwerelosigkeit stehen...die Zeit nicht...
Fazit: eine Pendeluhr ist kein(!) properer Zeitindikator.
Welche Uhr soll denn einer sein, und warum?
...

Es gibt keine, Zeit kann nicht gemessen werden. Zeit ist nicht greifbar. Nur was greifbar (tastbar, fühlbar) ist, kann gemessen werden.

Man kann aber Taktraten vergleichen und es muss eine und nur eine Referenztaktrate existieren, damit verglichen werden kann.


Also indem über die "Zeit" gesprochen wird, wird lediglich über das Uhrenverhalten gesprochen, denn nur diese ist greifbar, tastbar und fühlbar.
Also indem über die "Referenztaktrate" gesprochen wird, wird über das Verhalten einer willkürlich ausgewählten Uhr gesprochen, deren Taktrate bevorzugt, und als "Referenztaktrate" behandelt wird.
Also die "Zeit" und die "Uhr" sind zwei inkompatible Begriffe.
Also keine Uhr ist ein properer Zeitindikator, nicht bloß die Pendeluhr im All.

Nochmal gefragt: worüber spricht man, indem man von einer Uhr spricht, die nachgeht?
Namentlich: was bedeutet die Behauptung "die Uhr geht nach" in Bezug auf die Zeit?
Was ist die Bedeutung eines von der lokal aufgestellten Uhr angezeigten "Zeitverlaufs" anhand dessen, sich die "Zeitdilatation" eines anderen, unter anderen Umständen bewegten Systems feststellen lässt?

Vorsicht:
Geht es beim Begriff der "Zeit" nur um die jeweilige Uhr und um ihre kinematischen Umstände, so müsste die Pendeluhr im All als ein idealer Zeitdilatation-Indikator betrachtet werden...

Solange diese Fragen nicht geklärt sind, zählt bei dieser Veranstaltung nur wer die größere Klappe hat. Grafomanen werden dabei bevorzugt: ihre Klappe geht nie zu.
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Sciencewoken » Mi 11. Dez 2019, 14:17

Peter Knoepfheinz hat geschrieben:die Zeit langsamer läuft
Ich nehme das mal als Beispiel, um klarzustellen, dass ich diese Wortwahl selbst nicht gutheiße, sie aber dennoch gerne immer wieder verwende und nur Gott weiß warum. Tatsächlich schreibe ich diesen Beitrag, um Individuen, wie Zasada, freundlicherweise davon abzuhalten, sich weiter auf mich einzuschießen und sich auf die Art selbst lächerlich zu machen.

Zeit ist bloß ein Konzept und Uhren bloß Hilfsmittel, um dieses Konzept in irgendeiner Form zu veranschaulichen. Es ist nicht die Zeit, die langsamer läuft, sondern bloß die Uhr, die dies tut. Und das tut sie deswegen, weil die Periodendauern zwischen den Takten, die sie zählt, unter Umständen länger dauern, wovon die Uhr selber nichts mitbekommt, weil sie ja nur Takte zählt und diese Zählwerte zur Anzeige bringt, wo sie dann als vergangene Zeit interpretiert werden, was aber grundsätzlich falsch ist. Denn wenn schon die Uhr die Dauer der Perioden zwischen den Takten nicht kennt, wie soll sie dann ein Mensch kennen? Ein Mensch wird sie nur definieren können, indem er die Zeit, die er einer bestimmten Anzahl an Takten zugesteht, durch eben diese Anzahl an Takten teilt, z.B.

Wenn nun aus irgendeinem Grund zwei baugleiche Uhren nach einem parallelen lauf unterschiedliche Werte anzeigen, kann das nur daran liegen, dass sie Takte in unterschiedlichen zeitlichen Abständen - sprich: Periodendauern - gezählt haben. Für eine Uhr, die nur 7354105416 Takte (=0,8s) anzeigt, während die andere 9192631770 Takte (=1s) anzeigt, ist für sie nicht etwa weniger Zeit und insgesamt zwei gar Zeiten vergangen, sie hat nur langsamer gezählt und zwar in zeitlichen Abständen von 135,978ps einen Takt.

und nicht etwa

Solche Gründe können Bewegungen sein und, sofern der Taktgeber durch- oder umlaufende massebehaftete Materie zählt, auch Gravitation sein. Wer sich auf Uhren verlässt, ist verlassen. Wie schwer ist das zu begreifen? Bedenkt, dass dies aus eurer Sicht der Dumme den Schlauen fragt. :lol:
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Zasada » Mi 11. Dez 2019, 14:33

Tatsächlich schreibe ich diesen Beitrag, um Individuen, wie Zasada, freundlicherweise davon abzuhalten, sich weiter auf mich einzuschießen


Ich weise freundlich darauf hin, dass Ich genau das gerne zurückgebe, was ich selbst erhielt.

Bemerkung:
Sobald von Grafomanie gesprochen wird, fühlt sich das Individuum "Sciencewoken" angesprochen.
Ist das nicht lustig?
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Sciencewoken » Mi 11. Dez 2019, 14:35

Sciencewoken hat geschrieben:Tatsächlich schreibe ich diesen Beitrag, um Individuen, wie Zasada, freundlicherweise davon abzuhalten...
Natürlich ohne Wirkung... als wenn ich etwas Anderes hätte erwarten können. :lol:
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon krona » Mi 11. Dez 2019, 16:37

Hallo,

da scheint mir, das da ein Missverständnis vorliegt:
Sciencewoken hat geschrieben:
krona hat geschrieben:Die Myonen werden sich mit derselben Wahrscheinlichkeit erreichen.
Aha... Wahrscheinlichkeiten, ja? Das kannst du grundsätzlich vergessen in der SRT, denn die SRT sagt ja voraus, dass auch die Erde das Atmosphären-Myon (AM) zu den Lebzeiten des AMs erreichen wird. Dass die Erde dazu mit ÜLG fliegen müsste, sagt die SRT dabei nur leider nicht aus, vielmehr verringert sich die Strecke, die die Erde dabei zurücklegen müsste, was natürlich völliger Schwachsinn ist. Und die SRT berechnet voraus und zwar mit 100%iger Wahrscheinlichkeit. Deswegen verstrickt sich das Ganze ja auch so oft in Widersprüche. :lol:
Die Wahrscheinlichkeit rührt daher, dass der Zeitpunkt des Zerfalls der Myonen dem Zufall unterliegen. Das hat jetzt nichts mit der SRT zu tun.

Das andere, wovon du schreibst, scheint ja die Längenkontraktion zu sein. Die ergibt sich ja aus der Bildungsvorschrift der Lorentztransformation: c²t² - X² = c²t'² - X'² mit X=f(x,y,z) und X'=f(x',y',z').

Also einen Widerspruch kann ich da nicht erkennen. Kannst du erklären, wo er liegen soll?

Liebe Grüße
L.
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Re: Zwillingsparadoxon

Beitragvon Lagrange » Mi 11. Dez 2019, 16:49

krona hat geschrieben:...
Das andere, wovon du schreibst, scheint ja die Längenkontraktion zu sein. Die ergibt sich ja aus der Bildungsvorschrift der Lorentztransformation: c²t² - X² = c²t'² - X'² mit X=f(x,y,z) und X'=f(x',y',z').
...

Und wie macht man das? Mit 0=0 wie Einstein?
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