Nirgendwo in einem "
ersten Teil" oder "
zweiten Teil" einer seiner Aussagen hat Dr. Markus Pössel spezifiziert, was genau er unter "
materiell" versteht. Er hat sich nie über die Bedeutung des Wortes "
materiell" geäußert. Wo hast Du es wieder her?
Und ich tue nicht so, als ob er „
materiell“ und „
real“ synonym verwenden würde: Dr. Pössel hat diese beiden Worte im Kontext abgegrenzt und diese Abgrenzung kann man durchaus akzeptieren - das tue ich auch, sie ist ja auch trivial - ohne jedoch ewig darum reiten zu wollen um Undeutlichkeiten unbedingt bestehen zu lassen...
Die Aussage von Dr. Markus Pössel, die ich nämlich öfter zitiert und kommentiert habe, grenzt im Kontext die Bedeutung der beiden Worte ab, und sie ist in seiner E-Mail vom 17.08.08 als Antwort zu meiner Frage zur Realität der Längenkontraktion enthalten, siehe:
http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2008/ ... -17190808/, die ich oft komplett zitiert und verlinkt habe:
Zitat Dr. Markus Pössel:
Zur Realitaet der Laengenkontraktion: Das Ergebnis einer Laengenmessung ist in der Speziellen Relativitaetstheorie keine intrinsische Eigenschaft eines Koerpers, sondern vom Bezugssystem abhaengig (denn, wie gesagt: Laenge ist relativ). Die Laengenkontraktion geht nicht mit materiellen Veraenderungen des Koerpers einher; die Verschiedenheit der Werte ergibt sich allein daraus, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird – ganz analog dazu, wie sich die verschiedenen Werte fuer Relativgeschwindigkeiten ergeben. Die gemessenen Laengenwerte sind selbstverstaendlich real – so real wie die Messungen von Relativgeschwindigkeiten. Es handelt sich nicht um optische Taeuschungen oder dergleichen, sondern um die Ergebnisse konkreter Messungen. [Hervorhebung durch Lopez]
Das Wort „
real“ ist in diesem Satzaufbau eindeutig
auf die Messungen bezogen und soll die
Messungen bezeichnen, nicht aber die Längenkontraktion selbst. Für die Längenkontraktion selbst hat Dr. Markus Pössel eindeutig vorher den Ausdruck „
nicht materiell“ benutzt. Beide Worte sind also im Kontext und in diesem Satzaufbau abgegrenzt und beziehen sich auf zwei verschiedene Subjekte (gemessener Körper oder Messvorgang).
Hier erklärt Dr. Markus Pössel eindeutig dreierlei:
- Die Längenkontraktion ist einzig darauf zurückzuführen, dass von unterschiedlichen Bezugssystemen aus gemessen wird
- Dabei findet keine materielle Verkürzung des gemessenen bewegten Körpers statt, er bleibt materiell unverändert.
- Was hier als „
real“ anzusehen ist sind die Messungen.
Es gibt also keine Missverständnisse mit der Verwendung der Worte „
real“, „
materiell“ oder „
nicht materiell“. Außer natürlich für diejenige, die Missverständnisse aus
Erklärungsnot unbedingt bestehen lassen wollen.
Wie die Kritiker es sehr oft ausführlich erläutert haben, und wie Dr. Pössel es auch in diesem Zitat kurz erwähnt, handelt es sich also bei der Längenkontraktion um einen Messeffekt („
Ergebnisse von konkreten Messungen“), wobei dieser Messeffekt nicht eine materielle Veränderung des Körpers wiedergibt, sondern nur bei der Anwendung einer bestimmten Synchronisationsmethode (mit dem Licht) auftritt - so wie zum Beispiel Harald hier bei MAHAG es sehr oft und ausführlich erklärt hat, oder wie scharo es gestern weiter oben auch kurz dargelegt hat:
Zitat von scharo:
Der Beitrag von Max ist wohl der beste aus dem Lager der Relativisten. Ja, das ist richtig, unter „sehen“, „finden“, „meinen“, „empfinden“ usw. ist in der SRT immer MESSEN gemeint. Und nicht irgendwie messen, sondern nach bestimmter Vorschrift in Zweiwegverfahren und unter bestimmter Annahme. Ein anderes Messverfahren bringt andere, nicht der SRT entsprechende Resultaten. Weder die LK noch die ZD sind in der SRT REAL, es sind SCHEIN-Effekte, es sind MESS-Effekte, sonst ist die SRT noch falscher, als sie jetzt schon ist, da das RP verletzt wird.
Dr. Markus Pössel ist also hier mit den Kritikern einig: In der SRT ist die Längenkontraktion nicht materiell, sie ist ein Messeffekt.
Die Kritiker haben wiederholt und nachvollziehbar die Entstehung dieses Meßeffektes erläutert, der zu falschen Messergebnissen und zu falschen Voraussagen von Ereignissen führt: Synchronisation der Uhren mit dem Licht, wobei man die Invarianz der LG postuliert - also eine zirkelschlüssige Messmethode.
Jocelyne Lopez