Sonni1967 hat geschrieben:Ich denke mal es geht immer nur um einen Beobachter im Bezug zu einem Bezugskörper. Ich kann z.B. sagen ich bin der Beobachter am
Bahndamm und der gleichförmig, geradlinig bewegte Zug ist mein Bezugskörper. Jeder von uns (ich als Beobachter) und der Zug (mein Bezugskörper) können
dann jeweils voneinander behaupten in Ruhe zu sein / bewegt (halt umgekehrt). Egal, für uns beide gelten die gleichen physikalischen Gesetzte und wir
beide können voneinander behaupten ein Inertialsystem zu sein.
Was sich da so innerhalb des Zuges abspielt kann mir als Beobachter (auf dem Bahndamm) egal sein weil mein Bezugsobjekt (aus meiner Sicht) ist nur der Zug ist.
Auf dem kann man doch aufbauen. Die Frage ist, wie ein Inertialsystem definiert ist. Manuel braucht nur ein Koordinatensystem zu definieren und bums... Inertialsystem. Aber ist denn das auch richtig, oder scheitert er hier an der Definition bereits? Wo ist denn der Bezug in seinem Inertialsystem? Den Bezug, dass "Y-Achse ruht senkrecht auf der X-Achse" wird er hoffentlich nicht meinen, aber einen anderen Bezug gibt es hier nun mal nicht, weswegen ein Koordinatensystem selbst garantiert kein Inertialsystem sein kann, es ist ja nicht mal ein Bezugssystem und diese Tatsache ändert sich auch nicht, wenn man ein massives Objekt in den Ursprung oder einer beliebigen Koordinate des Koordinatensystems legt - es fehlt immer noch der Bezug zu mindestens einem weiteren Objekt. Daran scheitert eindeutig Manuel und nicht ich.
Nun geht es weiter. Wir haben jetzt eine Erde und ein zu dieser geradlinig gleichförmig bewegtes Raumschiff (Zwillingsparadoxon, nicht wahr?). Nun haben wir nicht nur ein Bezugssystem, sondern tatsächlich ein Inertialsystem und zwar bis zu dem Punkt, an dem eines der beiden Objekte wendet. Wenn durch diese Wende nun ein Objekt das Inertialsystem verlässt, wieviele Objekte sind denn dann noch in diesem System? Nur eines doch, oder? Und wie kann dieses Objekt - also die Erde - zu sich selbst geradlinig oder gleichförmig bewegt sein? Es kann zu sich selbst ruhen, aber das tut jedes Objekt zu sich selbst, und das ist kein Bezugssystem mehr, weswegen es auch kein Inertialsystem mehr sein kann und zwar unabhängig davon, ob man auf der Erde keine Kräfte verspürt, während das Raumschiff (und nichts Anderes) wendet.
Deswegen sind Alle, die sowohl hier als auch im UWudL sagen, die Erde würde sich weiterhin in einem Inertialsystem befinden, solange wie das Raumschiff wendet, mMn im Irrtum. Denn unabhängig davon, ob man bei dem letzten verbleibenden Objekt kräfte verspürt oder nicht, es fehlt ein zweites Bezugsobjekt, das zum Ersten eine geradlinig gleichförmige Bewegung vollzieht oder dazu ruht. Erde Raumschiff ist zwar noch ein Bezugssystem aber kein Inertialsystem mehr.
Also ganz klar die Frage: Wer scheitert hier an welcher Definition?