Lieber Ernst,
Zitat:
„Natürlich stimmt da was nicht, wenn Du in klassischer Manier die Gleichungen betrachtest. Es handelt sich dabei aber um den relativistischen Ansatz,“
Ich weiß schon, wie Du das gemeint hast – darum geht es nicht. Die Schreibweise ist falsch. Die gestrichelten Zeiten oder Raumkoordinaten sind die Werte, die
nach Meinung der Unbewegten, die Bewegten
messen müssten. Die gestrichelten Werte sind nicht die Werte, die die Bewegten tatsächlich in ihrem IS messen (Eigenzeit, Eigenlänge). Und gerade das hast Du mit l´ gemeint, nämlich die Eigenlänge der Bewegten, die jedoch niemals gestrichelt geschrieben wird.
Richtig ist das, was Du meinst, bei t = 0 so geschrieben:
l´_B = l_A * y – wobei y = 1/[sqrt(1-ß²)]
und
l´_A = l_B * y
l_A ist Ruhlänge (Eigenlänge) der z.B. Unbewegten (IS A)
l_B ist Ruhlänge (Eigenlänge) der dann Bewegten (IS B)
l´_B ist die Länge, die die Bewegten, nach Meinung der Unbewegten,
messen müssten, wenn die Bewegten auch eine LG=c angeblich messen.
l´_B ist keine Messung! Keiner misst so eine Länge, Koordinate, kann auch nicht.
Und auch noch, wenn Du genau hinschaust, ist l´_B größer als l_A – nichts ist hier mit Kontraktion.
Es ist also eine Sache „Die Unbewegten SEHEN (meinen, empfinden usw.) die Maßstäbe, Längen im bewegten IS kürzer“ – das ist die SRT
und ganz andere Sache „Die Unbewegten MESSEN eine bewegte Länge kürzer“ – so was ist in der SRT nicht enthalten.
Wie gemessen wird, habe ich oben beschrieben – und
es wird unausweichlich immer die Ruhlänge herauskommen.
Also, kein Panzer oder Graben wird kürzer oder länger GEMESSEN, egal aus welcher Sicht.
Eine tatsächliche Verkürzung (Annahme natürlich) existiert nur bei im Äther bewegten Körpern (Lorentz). Dort gilt aber das Relativitätsprinzip nicht. Dort wird der im Äther bewegte Beobachter größere Längen im IS, das unbewegt im Äther ist, messen. Ist ja klar, sein Maßstab ist verkürzt.
In der SRT gilt das nicht, sonst ist das RP hinfällig. Dort wird nur gegenseitig GEMEINT, der bewegte Maßstab müsste verkürzt sein.
Genauso ist die Sache auch mit der Uhrzeit. Bei Lorentz (genauer Poincaré) laufen die bewegten im Äther Uhren tatsächlich langsamer, da sie so verstellt wurden, sie laufen entsprechend falsch. Die Zeit hat damit aber nichts zu tun.
Bei der SRT laufen alle Uhren definitionsgemäß synchron (s. Minkowski, aber auch einige Relativisten, die das ZP in den Beschleunigungen und in irgendwelchen IS-Sprüngen zu retten versuchen), sonst gebe es kein RP.
Liebe Grüße
Ljudmil