Harald Maurer hat geschrieben:Britta hat geschrieben:
Wenn nun jemand dem Myon mit 0,9c hinterher fliegt, ist nämlich Essig mit deiner Gesamtenergie.
Tatsächlich? Wenn ein PKW gegen einen Baum fährt und daran zerschellt, so müsste man bloß mit einem anderen PKW hinterher fahren und dann passiert nichts? Die kinetische Energie der atmosphärischen Teilchen bezieht sich auf das BS Erdoberfläche. Die der Teilchen im Teilchenbeschleuniger bezieht sich auf das BS Labor. Das RP wird davon nicht berührt.
Meinst du das wirklich ernst?
Wenn ich mit einen Auto 100km/h fahre und mir kommt einer mit 120km/h hinterher und fährt mir hinten drauf, dann beträgt die kinetische Energie nicht die von 120km/h sondern von 20km/h. Fährt er gegen einen Baum dann kommt die von 120km/h zur Wirkung. Die kinetische Energie des Wagens ist relativ und nicht absolut.
Dein Myon hat eine kinetische Energie relativ zum Labor. Für jemand der nun mit einen Rad neben dem Beschleuniger herfährt, ist die kinetische Energie eine andere, weil er eine andere Geschwindigkeit in Bezug zum Myon hat.
Nach deiner Erklärung würde der Radfahrer dann keine andere Halbwertszeit für die Myonen messen, als der Beobachter im Labor der sich nicht bewegt. Für dich wäre dann die kinetische Energie ja absolut eine Entität des Myon welche sich aus der Geschwindigkeit ergibt welches es durch die Beschleuniger im Labor erfahren hat. Warum es nun gerade das Labor als Absolutsystem sein soll, bleibt dabei auch offen.
Wenn du das nun gar nicht so gemeint hast, hast du es dennoch so gesagt. Wenn du nun sagst, du meinst dass der Radfahrer natürlich eine andere kinetische Energie zu dem Myon hat, und darum auch eine andere Halbwertszeit messen wird, bist du eh wieder im Rahmen der SRT. Nur das du da noch mal die kinetische Energie zwischengeschaltet hast. Warum auch immer. Vorab noch weil es gerade passt:
Harald Maurer hat geschrieben:
Die verlängerte Zerfallszeit von Myonen ist ein Absoluteffekt und ist kinematisch nicht erklärbar sondern hat dynamische Ursachen.
Wobei du nun damit das Phänomen der verlängerten Zerfallszeiten zumindest bei den Myonen als ein reales zugibst. Es gibt also auch nach deiner Meinung diese verlängerten Zerfallszeiten. Lustig ist dazu, dass du dir dann selber am Ende widersprichst:
Harald Maurer hat geschrieben:
Das schließt die Veränderung eines physikalischen Prozesses wie etwa die Verlängerung der Lebensdauer von Myonen ebenso aus wie die von reisenden Zwillingen.
So liegt man immer auf der richtigen Seite was? Man hat es ja auch gesagt, und man hat es klar bestritten.
Wie auch immer, mir ist egal was du glaubst, Fakt ist aber, die kinetische Energie ist immer abhängig von der Geschwindigkeit zum Beobachter und nicht absolut.
Harald Maurer hat geschrieben:Britta hat geschrieben:
Wenn es eine 'andere' Erklärung gibt, dann ist die Erste doch auch eine. Also erkennst du die Erklärung der SRT als eine solche an?
Meine "andere Erklärung" bezieht sich auf die Erklärung von Ernst. Auch die Erklärung der SRT wäre annehmbar, wenn die Experimente nicht den Schönheitsfehler hätten, die Myonen im Szintillator abzubremsen. Damit wird eine quantitative Überprüfung der SRT-Aussagen hinfällig und man kann nicht von einer glänzenden Bestätigung der SRT sprechen! Was ist, wenn die Myonen noch viel länger leben als die SRT voraussagt?
Man muss es nicht an den Myonen festmachen, das Phänomen gilt ja für alle Teilchen. Bei den Kollisionen im CERN werden die Teilchen ja in den Detektoren verfolgt und die Zerfallszeiten sind natürlich von der Geschwindigkeit abhängig und werden mit der SRT entsprechend berechnet.
Da Ernst ja keine klare Aussage treffen will, auch die Frage an dich, bestreitest du die Tatsache, dass sich die Halbwertszeit von relativistisch schnellen Teilchen im Beschleuniger verlängert, und das eben genau im Rahmen der SRT?
Die ZD bei schnellen Teilchen ist in der Beschleunigerphysik ein alter Hut, das ist in der Physik eine anerkannte Tatsache, und wurde in unzähligen Kollisionen bestätigt.
Harald Maurer hat geschrieben:Britta hat geschrieben:
Stellen wir uns einen Raumbereich mit einer Myonquelle vor und messen dort die Zerfallszeiten. Ein Labor in einer Rakete welche sich nun sehr schnell durch diesen Bereich bewegt, würde nach deiner Erklärung keine verlängerten Zerfallszeiten messen.
Nach meiner Erklärung schon. Aber lt.SRT nicht! Im BS des Myons wäre keine verlängerte Zerfallszeit festzustellen. Im BS Labor aber schon. Darin siehst Du keinen Widerspruch? In Bezugssystemen, die sich relativ zum Labor oder zu den Myonen bewegen, würden die Zerfallszeiten unterschiedlich gemessen werden. Leben die Myonen nun länger oder nicht, und um wie viel länger?
Ich habe den Eindruck du verstehst mich nicht oder redest von ganz anderen Dingen. Du hast gesagt, das Myon selber gewinnt an Energie und von dieser wäre dann die Zerfallszeit abhängig. Geht nicht, denn die kinetische Energie ist eben nicht dem Myon selber eigen.
Nach deiner Erklärung würde ein Myon eine absolute kinetische Energie besitzen und von dieser alleine wäre dann die Halbwertszeit abhängig. Dann spielt aber die Geschwindigkeit mir der sich ein Beobachter zu dem Myon bewegt keine Rolle.
Dann ist eine Rakete, welche den Raumbereich durchquert ja nicht im BS des Myons, also nicht in dessen Ruhesystem. Dass es in einem Ruhesystem nicht möglich ist, eine ZD oder LK zu messen ist ja nun nichts Neues und hier überhaupt nicht der Punkt.
Und wir sind hier wieder beim alten Punkt, wenn unterschiedliche Beobachter sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf eine Stimmgabel zubewegen, wird jeder eine andere Frequenz messen.
Unterschiedliche schnelle Beobachter messen eben unterschiedliche Halbwertszeiten, sie gehen von sich als Ruhesystem aus, und in Abhängigkeit der Geschwindigkeit zum Myon gibt es dann die ZD. Und man kann das mit beliebig vielen Beobachtern mit der SRT ohne Widerspruch durch alle Systeme transformieren und berechnen. Ist doch nun nichts besonderes, wird seit fast 100 Jahren so gemacht.
Du kannst ja Tria fragen, die rechnet das locker aus der Hüfte.
Harald Maurer hat geschrieben:
Die Erklärung lt. SRT widerspricht dem RP, denn das BS Erde wird bevorzugt. Denn wohl erscheint für das Myon die Strecke zur Erdoberfläche verkürzt, aus dem BS Erde hingegen bleibt diese Strecke unverkürzt? Wo bleibt die Symmetrie des Geschehens?
Das mit den Strecken ist wie mit den Längen beim Panzerparadox und da kannst du dir gerne mal das Bild vom Poeten ansehen, da siehst du dann die Symmetrie.
Harald Maurer hat geschrieben:
Wohlgemerkt funktioniert der im ZP angewandte Trick mit dem Wechsel des Inertialsystems hier nicht! Beide BS, das der Erde und das der Myonen sollten doch gleichberechtigt sein. Und wenn die verlängerte Zerfallszeit auf den Zeitpunkt der Myonenentstehung bezogen wird, setzt das Gleichzeitigkeit voraus, d.h. der Zeitpunkt des Messbeginns stimmt mit dem Zeitpunkt des Myonenstarts in 10km Höhe überein. Sonst könnte man über die verlängerte Zerfallszeit quantitativ gar nichts aussagen. Wo bleibt die RdG?
Weißt du, ich kenne diese Art der Debatte schon, das Thema Myon ist ja nun nicht das erste Mal auf dem Tisch. Eben darum habe ich auch das Experiment in CERN angesprochen und die Halbwertszeiten von Teilchen im Beschleuniger. Denn so verliert sich das Thema genau da, wo es sich bisher immer verloren hat. Man zerfranst das Ganze in unzählige Teile, die nur vom Weg und der eigentlichen Frage weg führen. Ich habe das mit dem Myon als Beispiel genommen und extra auch nicht von denen in der Atmosphäre gesprochen, weil das überhaupt nicht der Punkt ist.
Die Halbwertszeiten von Teilchen in Beschleunigern verlängern sich so, wie es die SRT vorhersagt. Wäre das falsch, würden die ganzen Berechnungen im CERN den Leuten dort um die Ohren fliegen.
Harald Maurer hat geschrieben:
Ruhende Myonen gibt es außerdem nicht. Gegenüber einem relativ zu den Myonen bewegten BS wären die Myonen ja bewegt, wenn ersteres BS sich ruhend definiert. Was geschieht dann mit der Zerfallszeit?
Es gibt im Grunde nichts, was wirklich ruht. Je nach Geschwindigkeit erhöht sich die Zerfallszeit.
Harald Maurer hat geschrieben:
Die verlängerte Zerfallszeit von Myonen ist ein Absoluteffekt und ist kinematisch nicht erklärbar sondern hat dynamische Ursachen.
Ich sage doch, du hebelst das RP aus.

Und so ist das auch nur eine reine Behauptung. Ersteres hast du nicht begründet, und zweiteres ebenso wenig.
Harald Maurer hat geschrieben:
Wenn man Widersprüche sucht, findet man sie in der SRT ausreichend!
Nein, man glaubt welche zu finden, weil man die Dinge nicht richtig versteht. Diese Aussage ist absolut gleichwertig zu deiner. Und ich erlaube mir, es so zu sehen.
Harald Maurer hat geschrieben:
Da die Längenkontraktion virtuell ist (und das hat das PP deutlich aufgezeigt) so ist auch die ZD virtuell.
Für dich hat das PP deutlich aufgezeigt, dass die LK virtuell ist, ich drehe das eben um, und sage, die Experimente in den Beschleunigern haben eindeutig die ZD als reales Phänomen bestätigt und das unzählige Male und damit wäre dann die LK ja auch geklärt. Das kann man mit der gleichen Berechtigung so sagen.
Harald Maurer hat geschrieben:
Das schließt die Veränderung eines physikalischen Prozesses wie etwa die Verlängerung der Lebensdauer von Myonen ebenso aus wie die von reisenden Zwillingen. Aus der Sicht der Myonen bewegt sich die Erde mit 0,998 c. Und die Erdzeit läuft dilatiert. Leben wir Erdbewohner nun deshalb länger?
Das ist doch eine Ansage, kann ich gut mit leben. Und klar leben die Erdbewohner für die Myonen länger. Du kannst auch zwei Myonen nehmen, die sich zueinander bewegen. Da hast du dann auch deine Symmetrie wieder. Jedes Myon wird die Halbwertzeit des anderen verlängert messen.
Wenn du mit einer Stimmgabel mit 10.000Hz auf mich zufliegst, und ich auch eine solche Gabel mit derselben Frequenz habe, werde ich deine höher messen so wie du auch meine höher messen wirst. Auch da gibt es keinen Widerspruch.