Trigemina hat geschrieben:
Physik bedeutet unter anderem Messen durch Vergleichen. Nichts ist einfacher als die Länge einer Tischkante durch Drauflegen mit einem Meterstab auszumessen.
Ein bisschen schwieriger wird das, wenn sich die Tischkante mit hoher Geschwindigkeit an mir vorbei bewegt. En passant dürfte es aussichtslos sein hier den Meterstab anzulegen, also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen:
Dass es „
schwieriger“ bzw. „
aussichtslos“ ist, die Länge eines bewegten Objektes durch Anlegen eines Maßstabes zu messen leuchtet ja jedem ein. Das freut mich immerhin, dass Du es selbst einsiehst. Es gab nämlich sogar hier Relativisten, die versucht haben, mir diese Absurdität als annehmbares Meßverfahren zu verkaufen… Nicht desto trotz hat sich ein Wissenschaftler im Ernst so eine lächerliche „
Operation“ ausgedacht und die Beschreibung dieses grotesken „
Meßverfahrens“ steht schwarz auf weiß und kommentarlos in einer wissenschaftlichen Arbeit, die seit 100 Jahren als Genialität der Menschheit gehalten und verkauft wird. Sehr aufschlussreich.

Daran hat sich offensichtlich keiner der damaligen Prüfer gestört (Drude? Max Planck?) und um Löschung dieser Peinlichkeit gebeten. Vielleicht liegt es daran, dass diese Arbeit vor ihrer Veröffentlichung nicht geprüft wurde, oder?
Trigemina hat geschrieben:
Sobald das vordere Ende der Tischkante auf gleicher Höhe zu mir ist, starte ich eine genau gehende Uhr. Sie zeigt Null an. Wenn das hintere Ende der Tischkante auf gleicher Höhe zu mir ist, stoppe ich die Uhr. Sie zeigt jetzt eine bestimmte Zeit t’ an. Kenne ich die Relativgeschwindigkeit zwischen der vorbeifliegenden Tischkante und mir, kann ich über die Formel:
s’ = v * t’
die Kantenlänge berechnen. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, aber eine andere Aussage aus meinem Bezugssystem heraus kann ich über die Länge der Tischkante nicht treffen. Die Kantenlänge s’ ist für mich eine objektive und messbare Tatsache, genauso wie die Eigenlänge der Tischkante von
s = s’ / sqrt(1 - v² / c²)
in ihrem Ruhesystem eine grössere ist als diejenige die ich aus meinem dazu bewegten Bezugssystem messe.
Ich weiss wirklich nicht weshalb ich das überhaupt hinschreibe. Die Lorentz-Transformation wurde nicht entwickelt um den menschlichen Geist zu strapazieren, sondern um eine quantitative Beschreibung elektrodynamischer Prozesse zu finden, die ihren qualitativen Ursprung zunächst in zahlreichen Äthertheorien hatten und später in Einsteins Relativitätstheorien mündeten.
Ich weiß auch wirklich nicht, weshalb Du das überhaupt hinschreibst... Auch hier hast Du nämlich meine Frage nicht beantwortet, sondern wieder ausgewichen.
In der SRT, anders als bei Lorentz, der von der Hypothese einer materiellen Längenkontraktion ausging (aufgrund des Widerstandes eines Äthers),
gibt es keine materielle Längenkontraktion von Objekten! Wir untersuchen hier ja
die SRT, und nicht eine andere Theorie, okay? Es gibt also keine physikalische Ursache
in der SRT (kein Äther), die eine materielle Längenkontraktion bewirken könnte und ich finde es also in Ordnung, dass man lehrt, die Längenkonkraktion sei
nicht materiell, sonst hätte ich ein riesen Problem mit der Kausalität.
Trigemina hat geschrieben:
Oder soll ich etwa dafür gerade stehen dass die Natur so ist wie sie ist statt so wie Du sie gerne hättest?
Ich möchte nicht die Natur so haben, wie ich es möchte. Ganz im Gegenteil. Ich möchte die Natur so verstehen, wie sie ist.
Und eins steht für die Beschreibung der Natur
in der SRT jetzt nun mal fest: Kein Objekt verändert materiell seine Länge bei Bewegung. Das ist amtlich.

Das bewegte Objekt bleibt die ganze Zeit ganz brav materiell so lang, wie es beim Ruhezustand gemessen wurde. Die Voraussagen von physikalischen Ereignissen in der Natur, die eine relativistische Längenkontraktion der bewegten Objekte beschreiben, sind folglich
fiktiv und
in der Natur falsch: Kein Ereignis wird am Ort und zum Zeitpunkt in der Natur stattfinden, die relativistisch unter Berücksichtigung eines nicht-existenten materiellen Längenkontraktion vorausgesagt wurden.
Deshalb meine Frage noch einmal: Wen interessieren fiktive und realitätsfremde Voraussagen von physikalischen Ereignissen? Warum gibst Du Dir persönlich die Mühe, fiktive und realitätsfremde Berechnungen durchzuführen? Wozu soll das gut sein?
Viele Grüße
Jocelyne Lopez