Rudi Knoth hat geschrieben:
@Frau Holle » Do 25. Apr 2024, 10:21
Zitat:
Die Szene ist eindeutig so, das der Reisende eben der Reisende ist, der sich in einem Ruhesystem bewegt. Das ist mal Voraussetzung, die Aufgabenstellung sozusagen: "Gegeben sei ein Ruhesystem, in dem A und B ruhen. C bewege sich von A nach B und zurück."
Das ist so gegeben. Es ist die untersuchte physikalische Tatsache, über die wir nun Aussagen machen und Schlüsse ziehen können. Sie anzuzweifeln wäre Unsinn.
Aber bereits hier steigt Daniel K. aus und sagt: "Es ist nie Ruhesystem gegeben." So kommt man natürlich nicht weiter.
Man kann schon einen Sachverhalt in mehreren zueinander bewegten
Inertialsystemen betrachten.
Man kann noch vieles. Was man aber nicht kann, ist bei der eindeutigen Szene monatelang beweisresistent behaupten
- dass da kein Ruhesystem vorgegeben ist
- dass die Zeiten nicht objektiv eindeutig sind
- dass die objektive Feststellung der Zeiten Unsinn ist
- dass diese Feststellung ein Widerspruch zum Relativitätsprinzip ist
- dass sich die festgestellte Zeitdilatation nicht kontinuierlich ergibt
uvm.
Die festgestellten Fakten sind nicht falsch, nur weil "man" noch weitere Fakten feststellen kann. DK behauptet das aber: Alles sei falsch, und wer sowas behauptet habe keine Ahnung von Physik.
Rudi Knoth hat geschrieben:
Zitat:
Mit seiner seltsamen Auffassung, dass der Reisende Zwilling eigentlich älter ist, weil er irgendwie einen "Zeitsprung" beim Erdling "erlebt", hat DK sogar einen kurzen Lichtblick auf das, was ich meine, wenn ich sage, dass am Ende beide "gleich alt" sind. Die vom Erdling erlebten Jahre erlebt der Reisende natürlich nicht, aber sie vergehen ja trotzdem auf der Erde, und der Reisende könnte sie bei der Umkehr von weitem schnell vorbeiziehen "sehen", mit einem fiktiven Instantan-Fernrohr z.B. auf einer "schnelleren" Uhr bzw. als "gestauchte" Jahre aus seiner Sicht.
Rudi Knoth hat geschrieben:
Bei der Beschreibung dieses Vorganges geht man von idealen "inneren Uhren" bezüglich der biologischen Vorgänge der Zwillinge aus. Wie bumbumpeng schon richtig beschrieben hat, ist dies in der Tat eine nicht sehr realistische Annahme.
Was meinst du mit "inneren Uhren"? Rein psychologisch, so wie einem die Zeit länger scheint, wenn man gelangweilt ist? Nein, die biologischen Vorgänge der Zwillinge sind tatsächlich langsamer beim Reisenden, im direkten Vergleich. Es sind durchaus ideale Uhren am Werk, in jedem einzelnen Atom des Körpers sozusagen.
Rudi Knoth hat geschrieben:
Die Frage ist aber hier, woran die "relativen Einheiten" bezogen sind. Auf die drei für diesem Fall anwendbaren Bezugssysteme oder die beiden Zwillinge?
Auf die Dauer der Reise. Die Reise ist ein physikalischer Vorgang mit einer Dauer vom Start bis zur Ankunft und zwei Werten für diese Dauer in Zeiteinheiten. Wie wenn eine Tasse Kaffee getrunken wird: Ein physikalischer Vorgang mit einem Preis im Restaurant. Derselbe Preis hat aber zwei Werte: Einer in Euro und einer in Dollar, für diese eine Tasse. Sie existiert nur einmal wird nur einmal getrunken. Genau wie die Reise nur einmal existiert und nur einmal durchgeführt wird, und dennoch stellt man zwei Zeiten fest.
Oder anders: Du stehst mit deinem Kollegen auf dem Berg. Ihr wollt euch vorübergehend trennen und unten wieder treffen. Dein Kollege nimmt den Bus und fährt 27 Min. lang die Serpentinen nach unten. Du hast deinen Paraglider dabei, bereitest ihn 7 Min. lang akribisch vor und gleitest genüsslich 20 min. lang nach unten. Ihr kommt also gleichzeitig unten an. Dein Kollege sagt zu recht: "Ich war 27 Min. unterwegs" und du sagst zu recht "ich war 20 Min. unterwegs". Zwei Zeiten für die einmalige Reise von oben nach unten. Deine 7 Min. Vorbereitung hat dir die Natur quasi geschenkt. In dem Fall, der natürlich etwas hinkt, sind sie auf deiner Reise nach unten nicht vergangen, und ihr seid "gleich alt", habt nur verschiedene Wege genommen. So nimmt auch der Reisende in den Beispielen nur einen anderen Weg durch die Raumzeit.