Rudi Knoth hat geschrieben:
Noch ein Kritikpunkt zu den Postings von Harald:
Der Autor (Theimer) bringt eher philosophische als physikalische Gründe gegen die SRT (Einstein) vor.
So ist es. Er stört sich daran, dass Einstein "die Wirklichkeit" mit dem gleichsetzt, was gemessen wird. Siehe Haralds Posting "
Relativität der Längenmessung" mit einem weiteren Aufsatz Theimers.
Die Wirklichkeit so zu definieren ist aber das einzig sinnvolle in der Physik. Die deutsche Sprache drückt es sehr schön aus: "Wirklichkeit" kommt von Wirken, und meint das, was "tatsächlich" (= eine Sache tut etwas = wirkt) objektiv festgestellt wird, mit Messgeräten ganz eindeutig für jeden, die eine Messung macht.
Das Anliegen der Physik als Wissenschaft ist es, Naturgesetze für solche Wirkungen zu finden, die es erlauben "die Wirklichkeit" vorherzusagen, wenn man die gefundenen Gesetze in eindeutigen Formeln (Rechenvorschriften) ausdrücken kann und diese anwendet.
Es zeugt nicht gerade von Geistesgröße, wenn man die gefundenen Formeln und die ganze Logik dahinter anzweifelt – die ja nachweislich korrekte Vorhersagen erlauben – nur weil man die eigene philosophische Vorstellung von einer einzig wahren, jederzeit für alle gültigen Wirklichkeit in Gefahr sieht.
Solche Ängste sind ganz unnötig, denn "die Wirklichkeit" ist nicht in Gefahr. Sie stellt sich nur vielfältiger dar, als man sich das noch zu Galileis und Newtons Zeiten vorgestellt hat.
Im Aufsatz
Relativität der Längenmessung sagt es Theimer im letzten Satz sogar korrekt: "
die beiden Beobachter messen dasselbe Objekt mit verschiedenen Maßstäben. Der Maßstab, nicht das Objekt, ist durch die Lorentz-Transformation verändert."
Der Satz ist aber nicht nur korrekt "
Für diejenigen, die Einsteins unbewiesene Voraussetzungen nicht teilen", wie Theimer fälschlich meint, sondern ergibt sich bewiesenermaßen aus den Voraussetzungen, aus dem Postulat der absolut gleichen Lichtgeschwindigkeit für alle. Diese bewahrt doch die ersehnte, einzig wahre Wirklichkeit, welche die Gegner der SRT grundlos gefährdet sehen. Diese einzige Wirklichkeit zeigt sich auch im invarianten raumzeitlichen Abstand der physikalischen Ereignisse, dem sogenannten Längenelement der Minkowski-Metrik.
Dass die Maßstäbe für Längen und Zeiten – namentlich die Basiseinheiten Meter und Sekunde – bei absoluter Lichtgeschwindigkeit zwingend unterschiedlich ausfallen müssen in relativ zueinander bewegten Inertialsystemen, das habe ich 2023 im Forum
in einem Faden mathematisch bewiesen. Allerdings ging das sogar manchen Relativisten zu weit und es brach ein regelrechter Shitstorm los...