Die Lorentztransformation der Kugelgleichung, wie sie Einstein zum Beweis präsentiert, dass eine Kugelwelle im ruhenden System auch eine Kugelwelle im bewegten System sei, führt zu der falschen Schlussfolgerung, dass sich tatsächlich eine Kugelwelle im bewegten System ergibt. Dass die transformierte Gleichung ebenfalls eine Kugelgleichung bleibt, ist damit zu erklären, dass die Veränderung der x-Koordinate durch die Veränderung von t ausgeglichen wird - sodass man meinen könnte, Kugelwelle bliebe Kugelwelle. Dass dies falsch ist, kann man leicht ersehen, wenn man die Oberflächenpunkte der Kugelwelle tatsächlich transformiert. Ich beweise dies hier anhand eines Kreises. Er breitet sich mit c aus und hat nach einer Sekunde einen Radius von einer Lichtsekunde...

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Die Punkte P1 und P2 sollen transformiert werden, um ihre Koordinaten im bewegten System festzustellen.
Die Koordinaten für x und y sind (1) und (2).
Die Kreisgleichung (3) ergibt nach Rechnung (4) und (5) einen Radius von 299792,458 km. Die Gleichung ist demnach erfüllt.
Die aus der vollständigen LT (mit t=1s (6)) sich ergebenden Werte für den Punkt 1 ergeben sich mit (7).
Die ebenfalls der vollständigen LT sich ergebenden Werte für den Punkt 2 ergeben sich mit (8).
Es wird geprüft, ob die nicht transformierten Koordinaten die Kreisgleichung erfüllen. Sie tun es (9) und es zeigt sich, dass es keinen Unterschied macht, ob man c²t² oder r² schreibt. Das hier oft eingesetzte Argument, eine sich ausbreitende Kugelwelle sei keine starre Kugel, ist bedeutungslos, weil c²t² dasselbe ist wie r², nämlich ebenfalls das Quadrat einer Strecke.
Überraschenderweise erfüllen auch die jeweils transformierten Koordinaten eine Kreisgleichung, so ergibt sich mit P1' ein Kreis mit Radius (10) und mit P2' ein Kreis mit Radius (11). So überrachend ist das eigentlich nicht, denn auch hier wird bei x das zugegeben, was bei t weggenommen wird et vice versa. (So erklären sich auch die erfüllten Bedingungen in Trigeminas Tabelle!)
Das führt zur (unrichtigen) Schlussfolgerung, dass die Punkte P1' und P2' auf zwei unterschiedlichen Kreisumfängen liegen (Steven Bryant).
Das Ergebnis im bewegten System ist nämlich eine Ellipse mit einem Längendurchmesser von (12)!
Der von Einstein vorgelegte Beweis auf Seite 901 ZEBK ist demnach falsch. Richtig ist seine Berechnung auf Seite 913 ZEBK, wo er ebenfalls eine Ellipse erhält. Es genügt also nicht, lediglich zu behaupten, dass die LT der Kugelgleichung selbst auch tatsächlich eine Kugelwelle im bewegten System ergäbe.
Wenn Einstein damit zeigen wollte, dass "das Prinzip der konstanten LG" sich mit dem RP verträgt, so ist ihm das nicht gelungen. Die beiden Prinzipien sind nicht vereinbar.
Grüße
Harald Maurer