Gluon hat geschrieben:
Ich denke, Sie missverstehen mich. Natürlich sind Ihre Rechnungen nachvollziehbar und selbstverständlich sind sie ein "praktisch unverzichtbarer Grenzfall", nämlich der, in dem die Geschwindigkeitsänderung langsam genug vor sich geht, dass der Körper die Zeit hat sich jederzeit den neuen Bedingungen anzupassen. Dass er also mitschrumpft. Sehen Sie: Mir ist sehr bewusst, dass ich hier immer wieder einen Schritt weiter diskutiere, als Sie mitgehen wollen. Sie möchten gerne bei Kinematik - bei rein beschreibender, deskriptiver Mechanik, wenn man so will - bleiben. Ich möchte dafür werben, einen Schritt weiterzugehen. Denn Sie sehen ja selbst, der Rotation, dem Ehrenfest-Problem kommen Sie so nicht auf die Schliche. Das ist nämlich rein kinematisch nicht so leicht zu fassen.
Ja, ich möchte tatsächlich zunächst bei der Kinematik bleiben. Nicht einmal dabei konnten wir uns bisher einigen. Solange das so ist, ist es wohl sinnlos, weiterzugehen.
Gluon hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Nachdem Sie, Ernst, hier der einzige sind, der nicht nur verstanden hat, worum es mir geht, sondern das auch sagt, wäre ich interessiert, zu erfahren, wie weit Sie mir folgen, und ab wo nicht mehr.
Darf ich auch?
Selbstverständlich, sehr gerne.
Gluon hat geschrieben:
1 und 2 sind klar. Es ist aber anzumerken, dass sich die Kinematik von Newton und SRT nicht unterscheiden, wenn man in einem Inertialsystem S bleibt. Lediglich die Existenz einer maximalen Geschwindigkeit macht den Unterschied zwischen Newtons Raum und Zeit auf der einen und Einsteins Raumzeit auf der anderen Seite.
Bereits hier sind wir nicht einig. Und ich sage zum dritten mal: Ja haben Sie denn die SRT vergessen? Ein Körper der Ruhelänge L, der in S geradlinig gleichförmig mit der Geschwindigkeit w bewegt ist, hat gemäß Galilei in S die Länge L während er gemäß Einstein in S die kontrahierte Länge sqrt(1-w²/c²) L hat.
Gluon hat geschrieben:
3 und 4 sind eben die Näherung, die rein Kinematisch innerhalb des Inertialsystem nicht herauskommt, sondern künstlich hineingesteckt wird.
Warum formulieren Sie `künstlich hineingesteckt'? Stimmen Sie denn nicht folgender Aussage zu: Gemäß SRT verhält es sich so, dass ein Körper K, der sich in S geradlinig gleichförmig mit der Geschwindigkeit w bewegt und dabei die Länge M hat, die Ruhelänge L = M / sqrt(1-w²/c²) hat.
Gluon hat geschrieben:
5 folgt natürlich aus 3 und 4, führt aber zu Problemen, wenn Sie auf Kreisbewegungen übergehen, denn das würde dazu führen, dass der Umfang des Kreises schrumpfen muss, während der Radius gleich bleibt. Das ist aber im euklidischen Raum nicht möglich. Würde man hier nun die ART verwenden, so bekäme man tatsächlich einen gekrümmten mitbewegten Raum, dessen Verhältnis von Umfang zu Radius größer als Pi ist (nicht etwa kleiner).
Wir reden hier weder über nicht-euklidische Räume, noch über die ART. Thema ist allein die SRT deren Raum euklidisch flach ist. Auch das Thema Kreisbewegungen heben wir uns wohl besser für später auf, wenn wir uns wenigstens darüber einigen konnten, wie eine simple geradlinige Bewegung gemäß SRT auszusehen hat.
Gruß
Faber