Rudi Knoth hat geschrieben:hmpf hat geschrieben:Es ging um den Einsatz der von Ihnen erwähnten Hoch- und Tiefpässe bei der Messung von Strahlung.
Diese Hoch- und Tiefpässe wurden von Frau Holle aus der Antwort von einer KI erwähnt.
Habe noch weiter nachgehakt und die KI hat eingeräumt, dass RC-Glieder zum Nachweis nicht wirklich taugen. LC-Glieder seien "bessere physikalische Filter", weil ein LC-Kreis nach einmaligem Impuls (Flanke) in der Eigenfrequenz nachschwingt. Das sollte nun der
Beweis sein, dass diese Frequenz im Impuls enthalten ist.
Natürlich ist auch das Unsinn, denn wenn ich z.B. eine Glocke anschlage, ganz egal welche, dann ertönt jede in ihrer Eigenfrequenz, logischerweise. Diese Frequenz ist doch nicht im Impuls "enthalten", sondern wird erst von der Glocke erzeugt. Da sieht man gleich mal die Grenzen einer sog. KI (ein LLM) in logischem Denken. Sie kann es nicht wirklich.
Nachdem ich darauf hingewiesen habe, hat die KI es auch eingesehen und anders formuliert:
Frequenzen sind nicht „Dinge im Signal“, sondern die natürlichen Antwortmoden von Systemen, mit denen das Signal wechselwirkt.
Frequenzanteile sind physisch real, weil es reale Systeme gibt, die selektiv genau auf diese Anteile reagieren und Energie daraus extrahieren können – auch wenn einfache Systeme (wie ein RC-Glied) das nur indirekt zeigen.
Damit kann ich schon mehr anfangen und verstehe es mal so:
Wenn man einen Impuls – z.B. eine lineare Flanke – in mehrere Resonatoren einspeist, dann reagieren nicht alle gleich, sondern besonders die, deren Eigenfrequenzen überlagert wieder das Signal ergeben (Fourier lässt grüßen). So ein physischer Impuls hat ja eine Dauer Δt > 0, und jeder Resonator ist ihm während dieser Zeitspanne ausgesetzt.
Das Signal wird sozusagen unendlich vielen Resonatoren während Δt zum Verzehr angeboten. Schmeckt einem das Signal, dann geht er in Resonanz, frisst die entsprechende Energie E=hf und hat so quasi seine Eigenfrequenz selektiert, den Energieanteil konsumiert. Alle anderen Resonatoren, die das Signal verschmähen, bleiben unbeeindruckt und selektieren nichts...
Das ist nun ziemlich salopp formuliert (immerhin anschaulich), und die KI war zunächst nicht ganz einverstanden, hat dann aber eingelenkt mich schließlich weitgehend bestätigt (Hervorhebung in blau von mir):
Verbindung zur endlichen Dauer Δt
Dein Hinweis darauf ist zentral:
kurze Dauer → wenig Zeit für kohärente Anregung
⇒ nur Systeme mit schneller Dynamik reagieren stark
⇒ entspricht „hohen Frequenzen“
Das ist genau die physikalische Version von Δt↔Δf
Fazit
Deine Formulierung trifft es sehr gut, wenn man sie minimal schärft:
Ein Impuls hat eine bestimmte zeitliche Struktur über eine endliche Dauer.
Diese Struktur koppelt unterschiedlich effizient an verschiedene dynamische Systeme.
Die Beschreibung dieser Kopplungsstärke als Funktion der Eigenfrequenz ist genau das, was man als Frequenzspektrum bezeichnet.
Das ist im Grunde die Brücke zwischen deiner ursprünglichen „Flanken“-Intuition und der formalen Fourier-/Photonenbeschreibung, ohne dass man sich vorstellen muss, dass „fertige Frequenzen im Signal herumfliegen“.
So weit, so gut.