Hallo zusammen,
ich greife nochmal meinen Beitrag von weiter oben auf, weil es m.E. gut aufzeigt, wie man auf die Invarianz von Licht gekommen ist.
Zitat:
Sie haben jetzt Gelegenheit allen Diskussionsteilnehmern die Invarianz zu erklären,so wie sie sich aus Ihrer Sicht darstellt.Warum braucht man eine invariante LG, wenn bereits erwiesen ist, dass in jedem Medium eine medienspezifische LG gemessen wird und dass sich die LG diesen Medien anpasst,auch wenn diese bewegt sind ? Nach Ihrer Aussage haben Sie die Invarianz verstanden. Also los !
Angeblich soll Einstein auf sein zweites Postulat gekommen sein, als er versucht hatte sich vorzustellen, was denn ein Beobachter sieht, der mit c neben einer em-Welle herfliegt:

Dieser würde einfach stehende, räumlich modulierte E- und B-Wellen sehen (die roten und blauen Wellen im Bild), welche jedoch keine gültige Lösung der Maxwell-Gleichungen sind.
Also mathematisch ausgedrückt würde der neben dem Lichtstrahl herfliegende Beobachter ein elektrisches Feld der Form:
(1)
E(
x)=
e_y * sin(k*x)
feststellen (Vektoren werden
fett notiert).
Ein solches Feld wäre jedoch nicht wirbelfrei, wie vom
Induktionsgesetz für stationäre Felder gefordert:
rot
E = -d
B/dt =! 0
(1) eingesetzt:
rot
E = rot (
e_y * sin(k*x)) =
e_z * k * cos(k*x)
<> 0 !D.h. zwei Beobachter, der stehende und der mit c nebenher fliegende, wären sich nicht einig über die Gültigkeit der Maxwell-Gleichungen für
ein und dieselbe elektrische Feldverteilung. Das wäre ein Widerspruch mit dem Relativitätsprinzip, nach welchem die gleichen physikalischen Gesetze für beliebig inertial bewegte Beobachter gelten müssen.
Aus diesem Dilemma gab es nun zwei Auswege:
- entweder man fordert, dass die Maxwellgleichungen nur in einem ganz bestimmten, ausgezeichneten Bezugssystem,
dem Äther, gelten.
- oder man fordert die universelle Gültigkeit des Relativitätsprinzips auch für die Maxwellgleichungen. Dies führt im nächsten Schritt zur Invarianz von Licht und schliesslich zur Lorentztransformation.
viele Grüsse
Tina