Hallo Ljudmil
Wir sollten bei Ernsts Kugelbeispiel bleiben. Die Eiskunstläuferin war nur eine Veranschaulichung der über das Drehmoment einwirkenden Kräfte und der Drehimpulserhaltung. Die mit v relativ zum Scheibenboden bewegte Kugel soll eine vernachlässigbare Masse zur rotierenden Scheibe haben.
Eine leichte Adaption erlaube ich mir dennoch: Ordnen wir den Nut (die Rille) entlang des Scheibendurchmessers durch den Rotationsmittelpunkt hindurch an, so wirkt auf die Kugel im Scheibenzentrum dennoch die Corioliskraft:
ω = [ 0, 0, 6 ] rad/s
v = [ 3, 0, 0 ] m/s (Geschwindigkeit der Kugel im Scheibensystem)
r = [ 0, 0, 0 ] m (Ort der Kugel im Mittelpunkt)
m = 1kg
F_Z = [0, 0, 0]
F_C = [0, -36, 0]F_R = [0, -36, 0]
scharo hat geschrieben:
Wie oft muss ich das tun? Fc = 2*m*(v x w) gilt nur für radiale Bewegung des Objekts.
Nein. Die Geschwindigkeit v in der Bestimmungsgleichung bezieht sich auf das Rotationssystem mit den kartesischen Raumkomponenten [x, y, z]. Ob sich die Kugel darauf radial oder tangential bewegt hat keinen Einfluss auf den Betrag der Corioliskraft.
P.S. Zur Bestimmungsgleichng der Corioliskraft verwende ich
F_Coriolis = 2*m*(v x ω)
Man kann sie aber auch durch Vertauschen des Vektorprodukts mit
F_Coriolis = - 2*m*(ω x v)
anschreiben - wie es in zahlreichen Lehrbüchern der Fall ist - und ändert wie man sieht das Vorzeichen.
Gruss