Lothar Pernes hat geschrieben:Eine kräfteausgeglichene Masse bewegt sich nur dann gleichförmig geradlinig, wenn sie sich frei bewegen kann, und z.B. nicht Teil eines Drehsystems ist. Dieser Fall liegt hier nicht vor. Ist sie Teil eines Drehsystems, bewegt sich eine kräfteausgeglichene Masse gleichförmig auf einer Kreisbahn.
Eine (als Teil eines Drehsystems) auf einer Kreisbahn umlaufende Masse ist nur dann kräfteausgeglichen, wenn sie längs der Kreisbahn läuft. Ausgeglichenheit bei den radialen Kräften und Kreisbahn bedingen sich gegenseitig.

Das ist falsch, wo kann man das denn in einem Physikbuch nachlesen? Was ist denn ein Drehsystem, ein rotierendes
Bezugsystem? Eine kräfteausgegliche Masse wird sich nie auf einer Kreisbahn bewegen, mein alter Physiklehrer hätte das wohl
als ganz großen Kokolores bezeichnet. Denn wenn das so wäre, müssten alle Gegenstände in meinem Raum hier wohl eine
Kreisbahn beschreiten.
Wenn ich mit dem Auto eine Kurve fahren will, dann muss mich eine Kraft in die Kurve drücken, auf mein Auto wirkt dann genau
eine Kraft und nur eine und die drückt mich in die Richtung die ich fahren will. Jeder auf der Straße wird das nur so richtig
berechnen können. Erst sind die Kräfte ausgeglichen, das Auto bewegt sich wie Newton es beschreibt gradlinig. Ziehen am
Auto nun zwei gleichgroße gegengerichtete Kräfte, dann gleichen die sich aus und es gibt keine Kurve. Nur wenn eine Kraft
größer ist, bleibt etwas übrig zum Beschleunigen. Wie soll denn jemand am Straßenrand die Beschleunigung berechnen, wenn
die Kraft die übrigbleibt und wirkt immer ausgeglichen und gleich Null ist? Dann haben wir zwei Autos, das eine macht eine
engere Kurve, die Beschleunigung ist größer, aber auf beiden Wagen wirkt Null Kraft? Die Rechnung mit Null würde ich gerne
mal sehen.
Laufe ich zwischen zwei netten Menschen und jeder zieht gleich stark an mir, werde ich geradeaus weiterlaufen. Zieht mich
hingegen nur einer, dann zieht er mich zu sich hin, dann ändert sich meine Bewegung, ich werde beschleunigt. Steht dieser
Mensch, kann er mich in eine Kreisbahn ziehen, und dann wirkt auf mich nur eine Kraft, und diese zieht mich ins
Rotationszentrum. Die Gegenkraft nach Newton zieht an dem Mensch in der Mitte und nicht an mir, auf mich wirkt nur die
Ziehkraft, oder eben die Zentripetalkraft. Zu sagen, wenn ein Auto um die Kurve fährt, dann wirken auf das Auto zwei gleich
große Kräfte in Gegenrichtung und gleichen sich aus hat für mich nun nichts mehr mit gesunden Menschenverstand zu tun.
Wenn mir nun was aus der Tasche fällt, während mich einer nach ihnen zieht, dann sieht es für mich und den Zieher so aus, als
würde der Gegenstand beschleunigt, und dafür braucht es eine Kraft.
Für mich ist die real, sie wirkt und ich kann damit rechnen. Jemand auf der Straße sagt aber, nein, der Gegenstand bewegt sich
kräftefrei einfach nur gerade aus weiter. Das ist ja wohl auch logisch, so vom Menschenverstand, wer würde denn hier am
Straßenrand stehen, einen Gegenstand aus meiner Tasche gerade wegfliegen sehen, und sagen, auf den wirkt eine Kraft, die
mit dem Zieher im Zentrum zu tun hat. Der Gegenstand würde sich auch ohne mich und Jemand in der Mitte einfach gerade
aus weiter bewegen.
Für den Zieher ruhe ich aber, wir bewegen uns zueinander nicht. Der Zieher sieht aber die Kraft, mit der er an mir zieht, und
sagt nun, damit ich mich in Bezug zu ihm nicht beschleunige, sondern ruhe, müssen die Kräfte die auf mich wirken
ausgeglichen sein. Also sagt er, der Zentripetalkraft mit der er zieht, muss eine gleichgroße Kraft entgegenwirken und das ist
die Zentrifugalkraft. Auf den Gegenstand der aus meiner Tasche fällt, wirkt nun die Zentripetalkraft nicht mehr, er ist ja frei in der
Bewegung und für mich wirkt dann auf den Gegenstand nur noch die Zentrifugalkraft und darum verändert er seine
Geschwindigkeit für
mich. (Für den auf der Straße bewegt sich der Gegenstand kräftefrei ohne Geschwindigkeitsänderung einfach gleichförmig weiter.)
Alles ganz einfach, im rotierenden System wirken auf mich zwei Kräfte die sich ausgleichen, darum ruhe ich in diesem System.
Auf den Gegenstand der weg fliegt wirkt aus meiner Sicht nur die Fliehkraft, und darum ändert er seine Geschwindigkeit. Für
einen Beobachter auf der Straße der nicht mitdreht, wirkt auf mich nur die Zentripetalkraft, die zieht mich eben immer zum
Zentrum hin und darum habe ich dann eine Kreisbahn. Der Gegenstand aus meiner Tasche ist für den Beobachter auf der
Straße kräftefrei, und darum bewegt er sich einfach nur gleichförmig weiter. Für diesen Beobachter bin ich es, der von dem
Gegenstand nach innen zum Rotationszentrum beschleunigt wird, während der Gegenstand einfach nur unbeeindruckt in seiner
gleichförmigen Bewegung verharrt.
Ich glaube aber, euch oder einigen geht es hier nicht mehr um die Sache, sondern nur darum Recht zu behalten. Ich kann nicht
verstehen, dass es Menschen gibt, die nach so vielen Erklärungen das nicht verstehen können. Wie kann man so von sich
eingenommen sein, das man dann einfach behauptet, alle Bücher der letzten 100 Jahre sind falsch und alle Physiker und
Studenten irren. Das zeugt meiner Meinung nach nun auch nicht von einem gesunden Menschenverstand.
Angélique