Hallo Sebastian,
Zitat:
„meinst Du diese wiki-Behauptung:“
Nein, obwohl auch das mit Coriolis nichts zu tun hat. Eine Änderung des Flugzeuggewichtes käme einzig und allein durch die Änderung von w rel. z. Raum und ist mit dFz zu erklären. Jederzeit kann ich es vorrechnen und zeigen, dass eine Coriolis dort fehl am Platze ist.
Was ich meine ist das:
„Der Betrag der horizontalen Komponente hängt nicht von der Richtung der Bewegung ab. Bei einer Nord-Süd-Bewegung wirkt exakt die gleiche horizontale Komponente der Corioliskraft wie bei einer Ost-West-Bewegung.“ Also, bei Nord-Süd-Bewegung ist die Ablenkung, Corioliskraft klar. Der Körper kommt durch seine Bewegung nach Süden (Nordhalbkugel) in Gebieten mit höherer Bahngeschwindigkeit, die dem Körper fehlen. Ist er freifliegend, d.h. nicht mit der Erde verbunden, fliegt er geradlinig im Raum, die Erde läuft ihm nach Osten weg. Einem Erdbeobachter wird es scheinen, als ob der Körper nach rechts, d.h. nach Westen abgelenkt wird, er meint, nach Newton muss eine Kraft den Körper ablenken – diese eingebildete Kraft nennt man Corioliskraft – das sind auch alle Beispiele (auch bei Wiki) mit der rollenden Kugel auf der Scheibe, abgeschossene Kugel, oder geworfener Ball über eine sich drehende Scheibe.
Ist der Körper jedoch mit der Erde (Scheibe) verbunden (z.B. Schienen), gelangt er genauso in Gebieten mit höherer Bahngeschwindigkeit und wird durch die Schienen auf diese höhere Bahngeschwindigkeit beschleunigt – es wirkt eine Beschleunigungskraft auf ihn, er widersetzt sich mit seiner Trägheit – das nennt man auch, obwohl nicht ganz zutreffend, Corioliskraft – alles einfach nach dem Impulserhaltungsgesetz und nach Newton.
Wiki behauptet aber, dass auch bei einer Ost-West-Bewegungsrichtung soll Corioliskraft wirken und den Körper horizontal nach Süden oder Norden „beschleunigen“, bzw. ablenken. So eine Kraft ist jedoch unbekannt, weder nach Coriolis noch nach Newton. Die einzige Kraftänderung ist, wie oben erwähnt, eine Änderung der Zentrifugalkraft, die aber nur radial zur Erddrehachse wirkt, also je nach geografischer Breite fast vertikal und nicht horizontal.
Und diese fabelhafte Kraft, die ein Körper nach links oder rechts ablenken, bzw. wirken soll möchte ich erklärt bekommen.
Wie Du siehst, schweigt Ernst darüber, ein Marco nimmt sich die Zeit eine Menge unsinnige Pöbelei von sich zu geben, die Zeit dieser einfachen Frage zu beantworten „fehlt“ ihm aber natürlich.
Die zweite offene Frage ist: Eine Kugel, die sich in einer Nut (Schiene) geradlinig auf einer rotierende Scheibe bewegt – von Peripherie z. Peripherie. Drehimpulserhaltungssatz: Bei Bewegung der Kugel von Peripherie zum Zentrum, d.h. von höherer Bahngeschwindigkeit in niedrigere gibt Impuls ab, seine Trägheitskraft wirkt in Drehrichtung (beschleunigt die Scheibe). Bei seiner weiteren Bewegung vom Zentrum (innerste Bahn) nach der Peripherie nimmt Impuls auf, seine Trägheitskraft wirkt jetzt entgegen der Drehrichtung (bremst die Scheibe).
Die Frage ist, was passiert in der Mitte, da wo die Kugel von Abgabe zur Aufnahme des Impulses übergeht???
Ernst und Trigemina meinen, die Trägheitskraft wirkt dort unverändert, oder, beim Übergang des Impulsaustausches von (–) in (+) wird die Null einfach „übersprungen“. Die Richtung soll nach „unten“ oder „oben“ sein – von einer in oder gegen Drehrichtung wird geschwiegen.
Über die Ableitung der Corioliskraft durch den Drehimpulserhaltungssatz schweigen beide beharrlich.
In der Physik gilt: Impulsaustausch = Kraft. Ich bin der Meinung, dort, in der Mitte des Weges, ist der Impulsaustausch = 0, somit wirkt dort auch keine Kraft. Jedem Techniker ist das bekannt – bei solchen Verbindungen hört man bei dem Übergang sofort, ob das Lager Spiel hat.
Also, ganz einfache Fragen – bislang jedoch keine klaren Antworten von den restlichen Physiker oder physikinteressierten Teilnehmer.
Gruß
Ljudmil