Kurt, Du behauptest wie immer ohne zu rechnen, resp. eine Skizze anzufertigen, die Deine Behauptungen wenigstens anschaulich illustrieren.
Eine Fotokamera oder ein Auge bildet immer die Lichtstrahlen ab, die gleichzeitig auf der Linse eintreffen:
Nähert sich ein Objekt der Länge l dem Auge/der Kamera, muss das Lichtsignal des entfernten Endes des Objekts früher abgestrahlt werden als das näher stehende, ansonsten die Lichtstrahlen ungleichzeitig auf der Linse einträfen. In der Zeit t legt das Lichtsignal die Strecke c*t zurück. In dieser Zeit bewegt sich der Stab mit der Geschwindigkeit v weiter und legt die Strecke v*t zurück.
Mit
c*t = l + v*t
haben wir eine Gleichung, die sich bequem nach t auflösen lässt:
t = l / (c-v)
Das ist wie ein Hase/Igelrennen, wo der Igel einen Vorsprung hat und vom Hasen eingeholt wird. Wenn also nach der Zeit t der früher ausgesandte Lichtstrahl und das nähere Ende des Objektes auf gleicher Höhe sind, sendet das nähere Ende ebenfalls ein Lichtsignal aus, das nun gleichzeitig mit dem früher ausgesandten Lichtstrahl des entfernteren Endes das Auge/die Kamera erreicht.
Die optische Länge ist dabei die zurückgelegte Strecke c*t.
Rechenbeispiel:
- Objektlänge l=1Ls (eine Lichtsekunde ~300'000km)
- v=0.8c mit c=1
t = l / (c-v) = 5s
c*t = 5Ls
Die optische Länge des sich nähernden Objekts hat hier eine 5fache Länge.
Für das selbe sich entferndende Objekt gilt analog:
l = c*t + v*t
Nach t aufgelöst:
t = l / (c+v) = 0.56s
optische Länge:
c*t = 0.56Ls
Das sich nähernde Objekt erscheint optisch verlängert, das sich entfernende Objekt optisch verkürzt.
Für relativistische Bestimmungen der optischen Längen kann das relativ bewegte Objekt über die Lorentzkontraktion zur gemessenen Länge im Bezugssystem der Kamera/des Auges bestimmt werden und anschliessend mit obiger Rechnung die optische Länge.
Gruss

