Relativistischer Dopplereffekt

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Kurt » Mo 23. Apr 2012, 19:54

Chief hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:.
Vorgeblich wurde ja der relativistische Dopplereffekt bestätigt; die Formulierung allerdings läßt Skepsis keimen:

Damit hat dieses Experiment die Voraussagen der Relativitätstheorie auf fünf Stellen genau bestätigt.


http://www.relativitaetsprinzip.info/experimente/dopplereffekt.html
.
.

Hier wurde nur bestätigt dass die Energieniveaus bewegter Atome 'zueinander' verschoben werden - also die Aufspaltung nimmt ab. Das Gleiche wird auch bei bewegten Atomuhren beobachtet. Es ist überhaupt nichts relativistisches dabei. :mrgreen:



Also ich verstehs nicht wieso sich gebildete Menschen sich so an der Nase herumführen lassen, ja selber andere herumführen (wollen?).

Würde für Licht der selbe Dopplereffekt gelten wie für Schall, so würden sich die Dopplereffekte für die beiden Lichtwellen genau aufheben und das Atom würde unabhängig von seiner Geschwindigkeit angeregt werden


Es ist wirklich nicht nachvollziehbar wie man sowas schreiben kann!!


Gruss Kurt
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Ernst » Mo 23. Apr 2012, 21:22

Highway hat geschrieben:Du schreibst: gamma =sqr(1-v²/c²) muss aber meiner Meinung nach lauten: gamma =1/sqr(1-v²/c²)

Ja, Schreibfehler. Kann ja mal vorkommen.
Die endgültige Darstellung ist die letztens angegebene:

(1) λ=c/f
(2) λ'=c/f '
(3) gamma = 1/sqr(1-v²/c²)
(4) x' = gamma (x-v*t)
(5) t=0; x=xo; xo' = gamma *xo;
(6) t = 1/f; x=xo+λ; x1'= gamma (xo+λ -v/f);
(7) λ' = x1'-xo' = gamma ( λ - v/f);
(8) λ' = gamma * (c-v)/f = c / f ';
(9) f ' / c = f /(gamma*(c-v));
(10) f ' = f * c / (gamma*(c-v);
(11) f ' = f * c * sqr (1-v²/c²) / (c-v);
(12) f ' = f * sqr (c² - v²) / (c-v);
(12a) f ' = f * sqr(c+v)*sqr(c-v)] / [sqr(c-v)*sqr(c-v)]
(13) f ' = f * sqr ((c+v)/(c-v))
(14) f = f ' *sqr ((c-v)/(c+v))
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Harald Maurer » Mo 23. Apr 2012, 21:23

Chief hat geschrieben:Bewegt sich das bewegte BS auch bei Dir nicht?

Doch! Ruhender Beobachter, bewegte Lichtquelle zum Beobachter. Aber die Periodendauer ist ja klein (bei meiner Rechnung 0,00001 s und -v=100000 km/s, die Wellenlänge würde klassisch um 1 km kürzer werden.) Die LT ergibt prinzipiell dasselbe wie die klassische Dopplerformel, aber einen um Gamma niedrigeren Wert, weil die ZD hinzukommt. Dass die LT quasi gegenseitig die Bewegung in einem Ausmaß, welcher c=const bewahrt, weg transformiert, haben wir schon bei Einsteins Kugelwelle gesehen. Auch die rel. Geschwindigkeitsaddition lässt praktisch einen Bewegungsanteil verschwinden. Die LT ist ja nichts anderes als die Galileitransformation, korrigiert um den Lorentzfaktor. Die Relativbewegung ist daher ebenso die Ursache für den DE wie klassisch.

Grüße
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Kurt » Mo 23. Apr 2012, 22:00

Chief hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Chief hat geschrieben:Hier wurde nur bestätigt dass die Energieniveaus bewegter Atome 'zueinander' verschoben werden - also die Aufspaltung nimmt ab. Das Gleiche wird auch bei bewegten Atomuhren beobachtet. Es ist überhaupt nichts relativistisches dabei. :mrgreen:



Also ich verstehs nicht wieso sich gebildete Menschen sich so an der Nase herumführen lassen, ja selber andere herumführen (wollen?).

...

Atome sind aus geladenen Teilchen aufgebaut. Wenn sich geladene Teilchen bewegen, erzeugen sie Magnetfelder welche dann rückwirkend die Elektronenbahnen (im Atom) beeinflussen. Das ist ganz normale Physik.


Atome sind Resonanzkörper.
Darauf zielt der Bericht ab.
Mit Elektronenbahnen hat das nichts zu tun, denn Elektronen kreisen nicht innerhalb des Atoms.
Wenn mit einem Laser die Anregungsfrequenz getroffen wird dann beginnt das Atom selber zu -leuchten-, es wird zum Lichtsender.

Wenn ein Laser die Eigenresonanz des Atoms abgibt, dieses anregt/dieses reagiert, dann steht das zum Laser -still-.
Wenn ein anderer Laser eine etwas andere Frequenz hat dann müssen sich die Atome zu ihm/weg von ihm bewegen damit die passende Frequenz entsteht (Dopplerverhalten).

Die Resonanzfrequenz des Atoms ist dabei die selbe.
Wenn nun jemand aus der Differenz der beiden Laserfrequenzen eine Aussage ableitet dann kann das nur das v des Atoms sein.
Mehr ist da nicht drin.

Es leuchten diejenigen Atome auf die die richtige/passende Geschwindkeit haben.


Gruss Kurt
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Harald Maurer » Mo 23. Apr 2012, 23:44

Highway hat geschrieben:Kannst du mal bitte deine Rechnungen dazu einstellen?

Gerne. Ich habe die Formeln einfach in Excel eingegeben und Excel hat sie durchgerechnet.
DE_rel.jpg
DE_rel.jpg (114.02 KiB) 3755-mal betrachtet

Da stimmt alles. Auch der Ansatz ist richtig. Das IS Lichtquelle bewegt sich mit v. In diesem das Licht mit c! Man kann daher die Enden der Wellenlänge nicht einfach transformieren und die neuen x-Koordinaten als Ausdruck einer Expansion betrachten, sondern muss sie voneinander abziehen. Der richtige Ansatz ist, das Auftauchen der ersten Amplitude beginnend von x als Ereignis zu betrachten, das nach der Periodendauer von 0,00001 s auftritt und eine Wellenlänge von 2,99792458 km ergibt. Man transformiert das Ereignis und hat sofort die Wellenlänge, die der ruhende Beobachter misst und dann natürlich die kürzere Periode und damit die höhere Frequenz. Mit der rel. Dopplerformel kommt dasselbe heraus.
In der Herleitung gibt es keinen Fehler, auch wenn ich noch so gerne einen gefunden hätte :cry:
Für die Herleitung des rel. DE nimmt man stets die Situation an, die jener eines im ruhenden Äther ruhenden Beobachters entspricht, zu dem sich die Lichtquelle relativ bewegt. Die rel. Formel für diese Situation entspricht der klassischen und es kommt nur die ZD hinzu. Daher unterscheidet sich der rel. Wert vom klassischen nur durch den Gammafaktor. Diese Situation gilt dann in der SRT generell, weil es hier keinen Unterschied macht, ob sich der Beobachter oder die Quelle bewegt. Und für Annäherung (Blauverschiebung) oder Entfernung (Rotverschiebung) vertauscht man einfach das Vorzeichen für v. Weil ja ein Medium nicht angenommen wird.

Grüße
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Harald Maurer » Di 24. Apr 2012, 09:56

Chief hat geschrieben:Für den bewegten Beobachter vergeht die Zeit (laut SRT) anders. Das bedeutet, nicht nur dir Periodendauer verkürzt sich aufgrund von ZD sondern auch die "Zeit". Der bewegte Beobachter muss die Periodendauer im bewegten BS mit seiner Zeit messen.

Das macht er ja! In der SRT gibt es keinen bewegten Beobachter. Wenn man aus der Sicht eines Beobachters die Werte eines relativ zu ihm bewegten IS beurteilt, dann ist das System des Beobachters immer als ruhend definiert. Im von mir durchgerechneten Beispiel ruht der Beobachter und die Lichtquelle bewegt sich auf ihn zu. Im IS Quelle beträgt die Periodendauer 0,00001 s, das misst der ruhende Beobachter mit seiner Zeit als 0,00000706923 s. Seine Uhr läuft schneller als jene im IS Quelle, denn da ist die Zeit ja dilatiert. Die Wellenlänge kann er nicht gleichzeitig messen, weil sie von der Periodendauer abhängt. Die Wellenzüge des Lichts sind ja auch nicht das zu ihm relativ bewegte System, denn das ist doch das IS der Quelle, das sich mit 100000 km/s bewegt. Dieses System bzw. Objekte mit dieser Geschwindigkeit, deren Enden gleichzeitig existieren, könnte er kontrahiert messen, eine Wellenlänge hingegen nicht, denn die bewegt sich mit c (!) im IS der Quelle und mit c in seinem IS. Die Wellenlänge ist also ein rein zeitliches Produkt, deren Enden keinesfalls gleichzeitig existieren, sondern in den Intervallen der Periodendauer hinter einander entstehen. Da ist zwar eine nächste Amplitude, welche die Wellenlänge abgrenzt, aber diese Amplitude ist ja 0,00001 s früher oder später entstanden! Dieses Intervall ist im IS Beobachter kleiner, daher ist es auch die Wellenlänge und somit die Frequenz höher, weil c=const! Die Herleitung ist deshalb völlig in Ordnung. Muss ja auch so sein, denn aus dem rel. Dopplereffekt kann man andererseits einfach die LT herleiten!
Highway hat geschrieben:Wenn man die Wellenlänge analog als die Zuglänge aus dem Zug/Oberleitungsbeispiel betrachtet, dann wird sofort klar, dass eines der beiden Beispiele falsch sein muss.

Man darf die Wellenlänge nicht analog zu einer Zuglänge betrachten. Die Enden eines Zugs existieren gleichzeitig, die Enden einer Wellenlänge tun das nicht, wie ich vorhin beschrieben habe. Sie sind zeitabhängig, daher muss die Koordinatentransformation sowohl die x-Koordinaten als auch die Zeit umfassen. l'=l*sqrt(1-v²/c²) funktioniert da nicht!
Highway hat geschrieben:Analog zu dem Zugbeispiel müsste die Wellenlänge Lambda größer gemessen werden, was dich im Falle des Zuges ja auch einigermaßen verblüffte wie ich mich erinnern kann, und nicht kleiner wie fälschlich vorgerechnet.

Da gibt es auch noch ein Missverständnis. Die Transformation einer Zuglänge ergibt im bewegten IS weit auseinander liegende x-Koordinaten, was zu der Anschauung verführt, der Zug wäre hier auf diese Länge ausgedehnt. Aber diese x-Koordinaten bedeuten nur, dass die Enden des Zuges zu unterschiedlichen Zeiten an diesen x-Koordinaten vorliegen, denn der Zug bewegt sich ja und die Zeiten sind an den x-Koordinaten unterschiedlich! Hat also mit einer Ausdehnung des Zugs über diese Strecke nichts zu tun.
Transformieren wir mal einen auf uns mit v=100000 km/s zukommenden Zug mit der Länge 1000 km. Im IS Zug gleichzeitig gemessene Endkoordinaten sind x1=0, X2=1000, das ergibt für einen ruhenden Beobachter x1'= 106075,2000, x2'= 107135,952. Wie lang ist der Zug? 107135,952-106075,2 = 1060,752 km? Nein, natürlich nicht. Denn jetzt werden die Enden des Zugs ja nicht gleichzeitig gemessen, sondern zu unterschiedlichen Zeiten, währendessen sich der Zug bewegt! Da ist also keine Expansion des Zugs! Misst der ruhende Beobachter die Enden aber gleichzeitig, so erhält er eine kontrahierte Länge von 942,7274 km. Transformiert er das ins bewegte Zugsystem, so erhält er die Originallänge 1000 km, die da gleichzeitig gemessen wird. Mit einer Wellenlänge geht das nicht auf gleiche Weise, weil die Wellenlänge nicht konstant, sondern zeitabhängig ist! Man kann sie in keinem IS gleichzeitig messen, da sie sich in beiden IS bewegt! Man kann auch die LT nicht direkt auf das Licht anwenden, denn wie sollte man denn eine Konstante transformieren? Also geht es nur über die Zeitpunkte und Orte der Amplituden-Entstehung. Und das ist eben der Unterschied zu einem Zug!

Der rel. Dopplereffekt ist eine sehr interessante Angelegenheit, weil in ihm schon die ganze SRT versteckt ist. Negiert man für em-Wellen das Medium, ist die SRT zwangsläufig die Folge, wenn man von der Möglichkeit einer Emitterthese absieht. Könnte man tatsächlich den Unterschied des rel. DE zum klassischen DE messen, wäre das ein starkes Indiz für die SRT. Aber bei Experimenten in dieser Richtung muss man genauer hinschauen. Der Unterschied zwischen den beiden DE ist ungeheuer winzig, ich bezweifle, dass man das eindeutig messen kann!

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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Ernst » Di 24. Apr 2012, 12:27

Highway hat geschrieben:Was ist nun für t einzusetzen? Zwei verschiedene Werte wie in deiner Ableitung? Oder nur ein einziger, weil im ungestrichenen System, die Wellenlänge natürlich zum gleichen Zeitpunkt gemessen wird, es also faktisch keine unterschiedlichen Zeitpunkte gibt!

Es wird hier berechnet, wie lange eine bestimmte einzelne Wellenposition (etwa ein einzelner Nulldurchgang oder ein einzelner Wellenberg) benötigt, um von x0 nach x1 zu gelangen, d.h. um die Strecke einer Wellenlänge zurückzulegen. Es handelt sich also um eine Ortsbestimmung eines Wellenpunktes zu unterschiedlichen Zeiten.

Bei der Lok werden dagegen die in S unterschiedlichen Positionen ihrer beiden Enden zu gleicher Zeit betrachtet und transformiert. Die Enden liegen dann in S' weiter als in S auseinander; aber an beiden Enden herrscht dort eine unterschiedliche Zeit :!: Betrachtet man die Enden in S', wo sie gleichzeitig liegen, so ergibt sich ein geringerer Abstand als in S. Harald hat das ja schon ausfürlicher beschrieben.
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Zuletzt geändert von Ernst am Di 24. Apr 2012, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Ernst » Di 24. Apr 2012, 19:34

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aus (1) und (2): λ' = λ * f / f '
(14) f = f ' *sqr ((c-v)/(c+v))

λ' = λ *sqr ((c-v)/(c+v))

λ' < λ
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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Harald Maurer » Di 24. Apr 2012, 21:53

Chief hat geschrieben:λ' = λ*sqrt(1-v²/c²)

Abgesehen davon, dass da ein Wert herauskäme, der weder dem klassischen noch dem relativistischen DE entspräche - wie willst Du denn damit die relativistische Formel für die Rotverschiebung herleiten???

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Re: Relativistischer Dopplereffekt

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Apr 2012, 08:17

Highway hat geschrieben:Das Ergebnis müsste also lauten: f' = f * sqrt(1-v²/c²)

Und was soll man damit berechnen? Da käme eine kleinere Frequenz heraus. Also Rotverschiebung mit verkürzter Wellenlänge???
Passt ja wohl nicht, abgesehen davon, dass die Frequenz falsch wäre. Rotverschoben ergibt sich mit v=100000 km/s und f=100000 Hz klassisch eine Frequenz von 66643,59048 Hz und relativistisch 70692,32192 Hz. Deine Formel ergibt 94272,7423 Hz, hat also weder mit dem klassischen noch mit dem rel. DE eine Ähnlichkeit. Die von Ernst hergeleitete rel. Dopplerformel ergibt aber den richtigen Wert, wenn man davon ausgeht, dass sich das rel. Ergebnis vom klassischen nur durch die ZD unterscheiden kann!

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