julian apostata hat geschrieben:Die elektrische Energie, die im Kraftwerk erzeugt wird hat Masse und die wird auf das Proton übertragen. Dem Einen wird genommen, dem anderen wird gegeben.
Dafür wäre aber die Allgemeine Relativitätstheorie zuständig! Mit der SRT hat das nichts zu tun.
julian apostata hat geschrieben:Wie erklärt ihr euch eine derart fein auf c abgestimmte Geschwindigkeit, wenn c nicht konstant sein sollte, wo doch die Protonenquellen im All von uns aus gesehen wie wild hin und her flitzen?
Mi der Unabhängigkeit des Lichts von der Geschwindigkeit der Quelle. Daran kann nach dem Wellenmodell ja kein Zweifel bestehen. Es ist auch durchaus möglich, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum eine Konstante ist oder uns aufgrund der hohen Geschwindigkeit als solche erscheint, die Frage ist nur, worauf sich diese Konstante bezieht: auf ein lichttragendes Medium und somit auf ein absolutes Bezugssystem (Lorentz, Lichtäther) oder auf jedes definierbare Inertialsystem (SRT). Leider kann man diese Frage mit interferometrischen Messmethoden (Michelson-Morley), in welchen die Doppler-Effekte sich kompensieren, nicht beantworten. Aber man kann sie beantworten mit Messmethoden, in welchen sich diese Doppler-Effekte nicht kompensieren (Sagnac)! Die Beanwortung dieser Frage ist aber in Hinsicht auf die SRT nebensächlich, denn aus der SRT ergeben sich Paradoxa, die sich in Wahrheit nicht auflösen lassen! Nämlich alle Paradoxa, zu deren Lösung eine Verdrehung der Bezugssysteme zueinander angenommen werden muss, die nicht existiert und auch nicht existieren darf, weil damit das Inertialsystem nicht gegeben wäre. Die SRT ist demnach ein mathematisches Konstrukt, in dem der Widerspruch zum Prinzip erhoben wird.
Bell hat geschrieben:Eine Bewegung durch ein Medium in verschiedene Richtung bewirkt doch aber eine Veränderung der Länge der Messarme.
Nein, die Arme bleiben wie sie sind. Aber die Lichtgeschwindigkeit verändert sich ja nach Bewegungsrichtung im Medium. Das spielt aber keine Rolle. Wie man mit Schall jederzeit nachweisen kann, macht es in einer Versuchsanordnung, in welcher Schall von Quelle zu Empfänger übertragen wird, keinen Unterschied, ob sich die Luft dazwischen bewegt und wie sie sich bewegt. Das Ergebnis ist gleicher Frequenzgang bei Sender und Empfänger, wenn ihr Abstand zueinander konstant bleibt, obwohl die Schallgeschwindigkeit von der Geschwindigkeit des Mediums beeinflusst wird. Nun kann man das jederzeit mit zwei identischen Stimmgabeln nachweisen, indem man eine anschlägt und feststellt, dass die andere in Resonanz ebenfalls erklingt, und wie man auch nachweisen kann, ist der Frequenzgang bei beiden Stimmgabeln derselbe, denn der Frequenzgang der resonanten Stimmgabel ist keinesfalls phasenverschoben zur ersten Stimmgabel (das würde man hören oder mit dem Oszi darstellen können), denn es klingen ja beide Gabeln zugleich und das würde den Ton sofort verändern. Das tritt aber nicht ein. Das heißt, die Laufzeit des Schalls zwischen den Stimmgabeln spielt keine Rolle - die Resonanz tritt unabhängig von der Entfernung oder der Schallgeschwindigkeit ein. Und es spielt auch keine Rolle, ob sich die Luft zwischen den Stimmgabln bewegt oder nicht. Der Frequenzgang beider Stimmgabeln bleibt identisch und wird keinesfalls zueinander verschoben. Wäre das der Fall, würde die zweite Stimmgabel auf die erste zurückwirken und deren Schwingung dämpfen - und das würde die Resonanz zerstören (Rückkopplung). Das beobachtet man bei solchen Versuchen aber nicht.

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Der Frequenzgang der Stimmgabeln ist exakt auf derselben Zeitbasis identisch. Würde man so versuchen, die Schallgeschwindigkeit oder die Geschwindigkeit des Mediums Luft zu messen, gelingt das natürlich nicht. Ultraschall-Entfernungsmesser oder Ultraschall-Anemometer senden daher nicht einfach unmodulierte Wellen, sondern kurze Schallimpulse, deren Laufzeit messbar wird, wogegen eine unmodulierte Welle dies nicht zulässt, denn diese wäre ja beim Beginn einer Messung schon längst beim Empfänger angekommen und man könnte nicht wissen, wann der gerade empfangene Wellenzug losgestartet ist. In einem Apparat, in welchem Wellen laufen, die keine Signale tragen, wie z.B. im MM-Interferometer, ist daher eine Laufzeit prinzipiell nicht messbar und hat für die Messung auch keinen Belang, denn es gibt eigentlich gar keine Laufzeit. Weil zu Beginn der Messung schon längst an allen Reflexionspunkten Wellenzüge vorliegen - das Licht läuft ja schon längst kontinuierlich durch den Apparat, wenn gemessen wird.
Wenn also eine Amplitude gerade einen Spiegel erreicht, kann man mit ihr nicht messen, zu welchem Zeitpunkt sie vom Sender losgeschickt wurde, denn alle Amplituden sehen gleich aus.
Wie ist das nun mit der Doppler-Effekt-Kompensation?
Greifen wir einen der Arme des MM-Apparates heraus. Wir haben einen Sender, eine Laufstrecke bestimmter Länge und einen Empfänger. Betrachten wir den Arm unbewegt in einem Medium; Sender und Empfänger verändern ihren Abstand zueinander dabei nicht. Der Sender sendet Wellen über die Laufstrecke und wenn wir am Empfänger messen, sind schon längst irgendwelche Amplituden da - und von keiner wissen wir, welche Laufzeit sie hatte.
Emittiert der Sender eine Amplitude, wird auch beim Empfänger eine Amplitude empfangen, und sie hat mit der gesendeten Amplitude gar nichts zu tun. Es werden also Amplituden gesendet und empfangen, ohne dass eine Laufzeit eine Wirkung hätte, denn empfangen werden eben jene Amplituden, die gerade ankommen. Über die Strecke laufen ja unentwegt Amplituden dahin...
Wir haben also eine bestimmte Situation. Die empfangenen Amplituden weisen dieselbe Frequenz auf wie die gesendeten. Ob die Frequenz zeitmäßig übereinstimmt oder die empfangenen Amplituden ihren Frequenzgang etwa durch eine durch Laufzeit bedingte Verzögerung beginnen, ist unerheblich, weil wir nur feststellen wollen, ob sich die gegebene Situation verändert, wenn wir die Anordnung im Medium bewegen:
Bei Bewegung im Medium setzt der Sender die Amplituden in kürzeren Abständen ab, wenn Sende- und Bewegungsrichtung übereinstimmen. Hat der Empfänger im ruhenden Zustand z.B. gerade eine Amplitude empfangen, so empfängt er im bewegten Zustand diese Amplitude etwas später, weil er sich von ihr etwas weg bewegt, und zwar genau um eine Strecke, um welche der Sender die Amplituden verkürzt zueinander abgesetzt hat. Das heißt, der Sender setzt die Amplituden zwar in kürzeren Abständen ab, der Empfänger empfängt sie aber wieder gedehnt, und was bei ihm ankommt, ist die Originalfrequenz, und für den Empfänger ist die Situation exakt dieselbe wie bei Ruhe im Medium und die Laufzeit der Amplituden ist unerheblich und auch nicht feststellbar! Auch die Geschwindigkeit im Medium spielt keine Rolle, denn die Verkürzung der Wellenlängen beim Sender wird beim Empfänger wieder aufgehoben. Die Situation beim Empfänger ist deshalb stets dieselbe, gleichgültig, ob die Anordnung im Medium ruht oder sich bewegt. Er erhält exakt dieselben Wellenlängen und Frequenzen, die er auch bei im Medium ruhenden Zustand erhalten würde. Eine einmal gegebene Empfangssituation wird demnach durch Bewegung im Medium nicht verändert! Dabei spielt auch die Richtung oder Lage der bewegten Anordnung keine Rolle. Was immer auch die Bewegung beim Sender bewirkt, wird beim Empfänger wieder kompensiert und die Laufzeiten sind von vornherein wirkungslos, denn der Empfänger nimmt die Amplituden aus längst bestehenden durchlaufenden Wellenzügen. Reflektieren wir die Wellen vom Empfänger zum Sender zurück, erfolgt die gleiche Kompensation. Nun werden die Wellenlängen gedehnt zurückgeschickt und kommen beim Sender wieder verkürzt an, weil er ihnen entgegen läuft. Die Situation ist wiederum unabhängig von der Bewegung im Medium stets dieselbe. Die Laufzeiten der Amplituden sind immer völlig nebensächlich, denn der Empfänger wartet ja nicht auf eine bestimmte Amplitude, sondern empfängt welche, die schon längst vorhanden sind.
Im Michelson-Interferometer haben wir mehrere solcher Laufstrecken. Ruht der Apparat im Medium, so haben wir an den Sendern und Empfängern, also am Strahlteiler/Umlenker und den Spiegeln und im Detektor eine ganz bestimmte Situation, die so eingestellt ist, dass sich im Detektor eine Interferenz ergibt. Bewegt sich nun der Apparat im Medium, haben wir auf jeder der Laufstrecken das vorhin geschilderte Phänomen: es verändert sich bei keinem Sender, Empfänger, Spiegel etc, die Situation, wie sie ruhend im Medium gegeben wäre. Das Medium verursacht bei den bewegten Sendern Veränderungen, die bei den bewegten Empfängern wieder aufgehoben werden. Im ganzen Apparat bleiben die Periodendauern und somit die Frequenzen unverändert, ob der Apparat im Medium ruht oder sich bewegt, macht keinen Unterschied. Die Bewegung im Medium kann daher nicht festgestellt werden. Eine Rechnung mit den Laufzeiten ist verfehlt, weil sie gar keine Rolle spielen. An den Sendern wird etwas gesendet und an den Empfängern etwas empfangen, und das ergibt einfach eine bestimmte Sende-und Empfangssituation, die durch Bewegung im Medium nicht verändert werden kann, weil jede durch diese Bewegung beim Sender verursachte Änderung beim Empfänger wieder aufgehoben wird.
Die Messung mit dem MM-Interferometer misst weder die Lichtgeschwindigkeit noch ist es eine Laufzeitmessung, weil gar keine Zeitmessung vorliegt. Sondern man versucht einfach festzustellen, ob sich eine einmal durch Bewegung im Medium gegebene oder eingestellte Situation an den Empfängern Spiegel, Umlenker und Detektor verändert, wenn man die Bewegungsrichtung im Medium ändert. Und das kann natürlich nicht gelingen, weil das Medium die Situation gar nicht ändern kann.
Highway hat's begriffen. Dass andere aufgrund festgezimmerter Vorurteile durch Glauben an andere Theorien dazu nicht in der Lage sind, ist zwar traurig, aber auch verständlich. Sie werden immer mit dem Laufzeitengespenst daherkommen, nur leider spielen irgendwelche Laufzeiten im MM-Apparat keinerlei Rolle. Die Laufzeiten hängen unmittelbar mit den Veränderungen der Wellenlängen zusammen, werden die unterschiedlich auftretenden Wellenlängen im Apparat aber wieder aufgehoben, ist damit auch die Auswirkung einer unterschiedlichen Laufzeit aufgehoben.
Grüße
Harald Maurer