Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Mo 25. Mai 2009, 10:29

Hallo Pauli !

    Hannes hat geschrieben:Ich habe einmal ein Beispiel gebracht:

    Ein Händler packt 10 Meter eines Stoffes auf sein Lasttier.
    Als ihn ein Regen erwischt, geht der Stoff ein.
    Als er den Stoff am Zielort auspackt, kann er sich nicht erklären,was da passiert ist.
    Ich habe doch 10 Meter eingepackt und nichts davon abgeschnitten !
    Statt sich die Mühe zu nehmen und über die Ursache nachzudenken, schneidet er einfach ein Stück seinen Meterstabes ab. Damit glaubt er, sein Problem gelöst zu haben.

    Das Problem ist hier nicht SRT sondern dein Beispiel.
    pauli


Du weißt, dass ich weder Antisemit noch Feind Einsteins bin.
Ich verehre Einstein und wenn ich Glück gehabt hätte , hätte ich Einstein noch persönlich erleben können.

Trotzdem versuche ich, die verhängnisvolle Fehleinschätzung , die in der SRT ihren Ausdruck gefunden hat, zu verstehen. Wenn ich in derselben Lage gewesen wäre, wie Einstein, hätte mir diese Fehleinschätzung vielleicht genauso passieren können.

Meine Geschichte geht nämlich weiter:

Der Händler hat festgestellt, dass sein Stoff plötzlich nicht mehr die vorher gemessene Länge hat.
Irgendetwas muss vorgegangen sein, das er nur mit der Korrektur seines Maßstabes zu beheben glaubt.
Da auch andere Händler immer wieder solche Meßergebnisse vorfinden,
entsteht die allgemeine Ansicht, dass sich die Zollstöcke während der Reise ändern.
Und wenn ein Experiment bei mehreren Kontrollexperimenten anderer Menschen
das gleiche Ergebnis bringt, dann betrachtet man es als gesichert.
Die Kritiker werden abgewiesen und auch Selbstkritik ist nicht erwünscht.
Nach 100 Jahren ist die Fehleinschätzung bereits Institution und Bestandteil einer
Tradition , die sorgsam gehütet wird.

Und an diesem Punkt sind wir heute angelangt.

Von einem vorsätzlichen Betrug oder vorsätzlicher Irreführung sollte man hier nicht sprechen.
Das Ganze ist eher ein allgemein menschliches Problem.Ich sage immer Zeitgeist dazu.
Und ich weiß, dass du verstehst, was der Zeitgeist alles anrichten kann: Von Auseinandersetzungen mit Worten und Argumenten bis hin zu Kriegen ist alles möglich.

Trotzdem versuche ich, den Jahrhundertirrtum aufzuzeigen und einer Korrektur zuzuführen.

Mit Gruß Hannes
Hannes
 
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Re: Zollstock und Stoff

Beitragvon scharo » Mo 25. Mai 2009, 18:51

Hallo Hannes,

das ist ein gutes Beispiel. Nur den Satz:
„Statt sich die Mühe zu nehmen und über die Ursache nachzudenken, schneidet er einfach ein Stück seinen Meterstabes ab.“

würde ich ändern, weil jetzt eher nach Betrug aussieht.
„Da er aus Erzählungen wusste, der Stofflänge sei konstant, müsste dann der hölzerne Zollstock wohl gewachsen sein und kürzte den Stock so, dass die Stofflänge wieder stimmte.“

Aus dem anderen Strang:
„Unter „Zeitgeist“ habe ich selbstverständlich nicht alle guten Physiker dieser Zeit gemeint, sondern nur die tonangegebenden!“

Nein, das waren nicht die „tonangebenden“. Eine Revolution entsteht immer von unten.
„....und ihn trotzdem unterstützt haben.“

Etwas muss Du falsch verstanden haben. Unterstützt hat ihn Planck – und warum, drei mal darfst Du raten. :?
Lorentz und Poincaré haben ihn bestimmt nicht unterstützt, leider aber nicht heftig genug kritisiert.

Gruß
Ljudmil
scharo
 
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Mo 25. Mai 2009, 19:20

Hallo Ljudmil !

    „Da er aus Erzählungen wusste, die Stofflänge sei konstant, müsste dann der hölzerne Zollstock wohl gewachsen sein und kürzte den Stock so, dass die Stofflänge wieder stimmte.“

Ja, so habe ich es auch gemeint.Ich habe es ja auch ausdrücklich dazugesagt.

    Etwas muss Du falsch verstanden haben. Unterstützt hat ihn Planck – und warum, drei mal darfst Du raten.
    Lorentz und Poincaré haben ihn bestimmt nicht unterstützt, leider aber nicht heftig genug kritisiert.

Du bist in Physikgeschichte besser bewandert als ich und du wirst damit recht haben.

Mit besten Grüßen Hannes
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Mo 25. Mai 2009, 22:03

Hallo Pauli !

    Dein Beispiel mit dem Stoff ist in mehrfacher Hinsicht falsch (in Bezug zur SRT):
    - solange der Händler in Bezug zum Stoff ruht, wird er immer dieselbe Länge messen
    - auch wenn sie verschiedene Wege nehmen, wann immer sie wieder zusammentreffen, wird er wieder dieselbe Länge messen
    - und selbst wenn er bei relativer Bewegung eine abweichende Länge feststellt, kann er jederzeit in das Ruhesystem des Teppichs transformieren und erhält dadurch die Ruhelänge

Du kannst dich nicht aus deiner SRT- Terminologie lösen und einmal wie ein ganz normaler Mensch denken.
Auch wenn der Händler zu seinem Stoff ( oder auf seinem Stoff) ruht,
ist der Stoff eingegangen. Der Stoff als Symbol der LG.Die LG hat sich verändert und ist variabel.Weil er aber nicht glauben kann , dass sich der Stoff verändert hat,
muss er den Maßstab variabel machen. Maßstab Meter und Sekunde.

Und es sollte auch dir klar sein, dass auf Konvention beruhende Maßstäbe nur wieder durch Konvention geändert werden können.

Sonst bricht unser ganzes Meßsystem in der Physik zusammen.
Ich bin gespannt, mit welchem Argument du noch kommen wirst.

Mit Gruß Hannes
Hannes
 
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Di 26. Mai 2009, 09:40

Hallo Pauli !

    Das Alte hat halt nicht funktioniert, das haben Leute vor Albert erkannt. Ihr lastet ihm denke ich Dinge an, die er nicht "verbrochen" hat.


Warum hat das Alte nicht funktioniert ?
Weil man sich nicht vorstellen konnte, dass das Licht nicht nur langsamer
sondern auch schneller werden kann, weil es eine masselose Welle ist.
Dieses „Schneller Werden“ kann man überall beobachten, wo Licht aus einem dichten Medium herauskommt und in ein dünneres Meduim übertritt.
Wenn das Licht aus der Glasabdeckung des Vacuums in das Vacuum eintritt, wird es schneller ! Es nimmt genau die Geschwindigkeit c an! Das ist nämlich die Systemgeschwindigkeit des Vacuums. Und weil man sich diesen Vorgang nicht vorstellen konnte,postulierte man eine "invariante" LG,weil man immer c gemessen hat.

Wenn Licht aus einem Inertialsystem austritt und in ein zweites dagegen bewegtes Inertialsystem eintritt, passiert genau dasselbe.Es passt sich an.Deswegen misst man in beiden Systemen c. Man hat übersehen, was zwischen den Inertialsystemen vor sich geht.
Da man sich diesen Vorgang nicht erklären konnte, kam unser Onkel Albert mit
seiner Blitzidee, die Maße zu verändern.

Die Maße Meter und Sekunde sind von Menschen geschaffene Vergleichsmaßstäbe, die von Vorgängen in der Natur überhaupt nicht berührt werden dürfen. Man braucht sie ja dazu, die Vorgänge in der Natur zu quantifizieren und zu messen. Wenn sich diese Maßstäbe verändern , kann man doch überhaupt nichts mehr vergleichen.

Wenn ich messen will, welcher Schifahrer schneller und welcher langsamer die Piste befahren hat, kann ich auch nicht sagen: Da ist die Uhr schneller gelaufen oder da hat sich die Piste verkürzt. Wenn ich die Maße aufweiche, ist jedes Meßsystem kaputt.

Dass ich den Onkel Albert nicht verurteilen will, habe ich schon so oft gesagt, dass es die Kollegen sicher wissen.Es war der Zeitgeist.

Mit Gruß Hannes
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Di 26. Mai 2009, 10:17

Hallo Chief !

    Alles was bisher nachgewiesen wurde, zeigt, dass die LG auf der Erdoberfläche relativ zur nichtrotierenden Erdoberfläche konstant ist. Relativ zu jedem auf der Erdoberfläche bewegten Objekt ist die LG nicht mehr konstant.

.....kann ich mich 100 prozentig anschließen.
Nur sind die Geschwindigkeiten, mit denen man sich auf der Erdoberfläche bewegen kann , so gering im Vergleich zur LG, dass eine genaue Messung fast nicht möglich ist.Selbst mit der Geschwindigkeit, mit der Harald Mauerer bei seinem Experiment gearbeitet hat, nämlich die Bewegung der Erde gegen das Sternbild Löwe,ist ein Nachweis schwierig.

Hannes
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Di 26. Mai 2009, 10:21

Hallo Bruno !

    Nicht die Zeit ist relativ, sondern die Dauer.

Deine Ansicht ist genau richtig.Du unterscheidest richtigerweise zwischen Maßstab und gemessenem Objekt. Das ist wissenschaftliche Meßmethode.

Alles Andere ist Esotherik.

Mit bestem Gruß Hannes
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Di 26. Mai 2009, 10:55

Hallo Bruno !

    wenn die Lichtgeschwindigkeit auf der nichtrotierenden Erde konstant ist, dann kann man prinzipiell mit Hilfe des Lichts keine Bewegung der Erde gegenübert dem Sternbild Löwe messen, wie es Harald Maurer überflüssigerweise versucht hat, sondern nur die Rotation der Erde

Dein Einwand ist interessant und muss noch genau durchdacht werden.
Es besteht die Möglichkeit, dass sich die LG in der Atmosphäre nicht spontan
anpasst, sondern fließend.
Was ist deine Meinung dazu ? Das Licht bringt uns noch viele Rätsel , wie auch Harald bereits zum Ausdruck gebracht hat.

Hannes
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Di 26. Mai 2009, 12:36

Hallo Bruno !

    Auf der nichtrotierenden Erde ist die Lichtgeschwindigkeit in Meereshöhe bekanntlich c = 299 792 458 m/s,

.....ist mir klar. Wie ist es aber in größeren Höhen ?

Hannes
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Re: Zollstock und Uhr oder Spezielle Relativitätstheorie

Beitragvon Hannes » Mi 27. Mai 2009, 19:52

Hallo Highway !

    Frage:
    Ist das Michelson-Morley Experiment nur waagerecht zur Erdoberfläche durchgeführt worden?
    Wenn nein: Was ist dabei heraus gekommen?
    Wenn ja: Warum nicht?
Deine Frage ist sehr gut.

Ich möchte sie noch erweitern :
Hat man sich mit einem Meßgerät relativ zu der auf der Erdoberfläche ruhenden Lichtquelle bewegt ?
Oder mit der Lichtquelle relativ zum Meßgerät ?
Da müsste normalerweise ein verschiedenes Ergebnis herauskommen.

Mit Gruß Hannes
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