LIeber Artie,
schade, dass Du Dich trollst und offenbar aufgibst. Denn allmählich kommen wir der Sache näher. Darauf deutet neben der sachlichen Seite auch Dein reichlich erhitzter Ton hin. Ich würde sehr gerne bei der Sache bleiben, ja?
Hier nochmal Dein Zitat aus dem Datenblatt, mit einem wichtigen Punkt hervorgehoben:
Artie hat geschrieben:
Zitat:
The 5071A is also the first cesium standard to specify and guarantee a flicker floor. Flicker floor is the point at which the standard’s stability (σy (2, τ)) does not change with longer averaging. The 5071A Option 001 flicker floor is guaranteed to be 1 part in 10^14 or better. Long-term measurements at the National Institute of Standards and Technology (NIST) show that the flicker floor is typically better than 5*10^-15
Der "flicker floor" hat eben
keine Einheit, das ist genau der Punkt. Das besondere an der Uhr 5071A ist lediglich, dass deren RELATIVE Ungenauigkeit eben nicht mehr mit längeren Messzeiten zunimmt und die Uhr also nicht relativ ungenauer wird, sondern nur noch absolut, d.h. z.B. in Sekunden.
Wenn es so wäre, wie Du es dargestellt hast, dann gäbe es einen Zeitpunkt während einer Messperiode, ab dem die Ungenauigkeit der Uhr exakt eingefroren wäre auf, und zwar auf 10^-14s. Danach müsste die Uhr dann unendlich genau gehen und keine weitere Ungenauigkeit mehr produzieren, und dann hättest Du, Artie recht. Sicherlich wäre das experimentell schön, aber es ist so nicht in der Wirklichkeit.
Ohne Antwort von Artie werde ich das Mißverständnis fortan als ausgeräumt werten.
Mit der RT hat das übrigens sachlich überhaupt nichts zu tun. Es zeigt aber deutlich die tiefere Struktur des Grabenkampfes zwischen Pro-RT- und Contra-RT-Lager. Die Basis des Zwistes ist nicht formal-mathematischer Art! Die Basis hängt stattdessen eng mit der Art zusammen, wie formale Argumente verwendet werden. Formalismen & Mathematik sind nichts anderes als verdichtete (Vor-)Urteile, d.h. zu Projektilen gehärtete Sprach-Werkzeuge. Die können fruchtbar sein, müssen es aber nicht.
Das hängt ganz allein von der- oder demjenigen ab, die/der sie verwendet. In den Formeln selbst liegt keine Wahrheit, genauso wenig wie darin Falschheit liegt.
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VIelleicht für Artie nicht mehr so interessant, aber vielleicht dennoch bedenkenswert:
@All
All hat geschrieben:
realitätsphysik hat geschrieben:
Das eigentliche Tragische in diesem Zusammehang ist, dass wissenschafliche Physik notwendig Datenmanipulation ist ...
Wie kommst du zu der obigen Erkenntnis? Das sagt doch aus, dass Werte subjektiven Vereinbarungen unterliegen. Mit einer realitätsnahen Natur haben diese Werte eigentlich nichts zu tun und sind lediglich mechanisch strukturiert.
Ich komme dazu, weil ich "subjektive Vereinbarungen" oder sog. "Werte" für einen außerordentlich wesentlichen Anteil der Natur selbst halte. Eine "realitätsnahe Natur" ist notwendig sowohl "subjektiv" und "objektiv" zugleich. Derartige Unterscheidungen sind m.E. für eine realitätsnahe Forschung nicht zielführend. Experimente sind immer "subjektive/objektive" Manipulation der "objektiv/subjektiven" Natur, jeder Mensch macht das tagtäglich mit sich und seiner Umwelt, und die Natur manipuliert sich ebenfalls ständig selbst.
Das Tragische ist, dass die konventionelle Wissenschaft Lichtjahre davon entfernt ist, Konsequenzen aus diesen (im übrigen allgegenwärtigen) Befunden zu ziehen.
Der üblichen Desperado-Antwort darauf "Alles ist subjektiv - nichts ist objektiv, nichts zu machen" kann ich allerdings genauso wenig abgewinnen, wie deren physikalischer Entsprechung "Alles ist relativ - nichts absolut, auch wenn wir dann gar nichts mehr verstehen". Sowas ist m.E. genauso sinnvoll, wie die spielende Kapelle auf der sinkenden Titanic - heroisch, aber sinnlos.
Die Komfortzone endet leider mit dieser Erkenntnis, denn ich weiß auch keine gute Antwort auf dieses tragische Dilemma.
Ist das zumindest eine Antwort auf Deine Frage, All?
Grüße aus dem heute etwas aufgeräumteren Labor der
realitätsphysik