Hallo zusammen,
um meinen Beitrag von letzter Woche abzuschließen:
Erstaunlicherweise ergibt sich bei der Thomsonstreuung folgendes, wenn man komplett nicht-relativistisch rechnet (d.h. wenn man eine ruhendes Hintergrundmedium für die e-Propagation und die Photonen annimmt sowie die Zeit als absoluten Ordnungsparameter. Dann kann man komplett auf den akustischen, wechselwirkungsfreien Doppler-Effekt zurückgreifen):
Das Elektron spürt als mit v bewegter Empfänger:
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Das schwingende Elektron als mit v bewegter Sender sendet nun in das "Medium" (bzw. das "ruhende Laborsystem")
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thomson5.png [ 2.3 KiB | 9346-mal betrachtet ]
Zusammen ergibt das
Dateianhang:
thomson6.png [ 7.58 KiB | 9361-mal betrachtet ]
und das ist EXAKT das gleiche wie die relativistische Rechnung (s. vorheriger Beitrag)! Zwar setzt sich das Ergebnisprodukt aus unterschiedlichen Teilfaktoren zusammen, aber am Ende ist das Ergebnis identisch(!) mit der relativistischen Betrachtung.
Konventionelle Physiker entgegneten mir hierauf immer, dass es sich bei dieser Betrachtung um einen zufällig unwirksamen Denkfehler handelte, aber eine sachliche Begründung habe ich noch nie dafür bekommen. Vermutlich, weil man dabei eine wirklich freie Perspektive einnimmt und damit Relativitätslästerung begeht

.
Fakt bleibt, dass man mit der Thomsonstreuung - einem konventionell als
ultrarelativistisch bezeichneten Effekt - KEINE Abgrenzung gegen rein klassische Betrachtungen erhält. Vielleicht freut dieser Befund den ein oder anderen hier.
Ich vermute, dass es sich hier um ein typisches Irrtumsmuster handelt: RT-Freunde benutzen die numerische Präzision, um Deutungsfreiheitsgrade zu vertuschen.
Das trifft insbesondere auf das HK-Experiment zu. Eine bewegte Uhr wird immer etwas "anders" gehen als eine ruhende, egal ob man das als "systematischen Fehler" oder als "relativistischen Effekt" bezeichnet. Aber ist dieses "anders" bedeutsam, d.h. anknüpfungsfähig? Wenn man Lothars Pernes schönem Einwand folgt, dann könnte sich bei "anders" gehenden Flug-Uhren ein Kraftwirkungseffekt offenbaren. Er hat weiter oben die Verwandschaft des HK-Exp. mit den Ives-Stilwell-Experimenten (Schnelle Ionen absorbieren andere Wellenlängen in Abhängigkeit von ihrer Geschw.) angedeutet und geschrieben, dass auch dort überhaupt nicht eindeutig ist, was man eigentlich bei der "Zeit-Dilatation" misst:
Lothar Pernes hat geschrieben:
... relativistischen Zeitdehnung anhand von schnellen Lithium-Ionen in einem Speicherring ...
... Tatsächlich messen sie nämlich die Verringerung der Kraftwirkung der Laser auf die schnellen Ionen ... . Die Verringerung der Kraftwirkung auf schnelle Objekte hat nämlich genau denselben Faktor Quadratwurzel(1-v²/c²) wie der relativistische Gammafaktor.
Ich würde sogar noch ein Stück weiter gehen: man kann Deutungen generell nicht messen! Man kann nur brauchbare oder unbrauchbare Annahmen treffen.
Konkret für die schnellen Ionen und die heute verbreiteten sog. "RT-Tests": Auch dort kommt man bei der theoretischen Beschreibung am Ende auf eine Gleichung, bei der zwei Faktoren einen dritten ergeben sollten, und zwar das bekannte gamma = 1/Qudwrzl(1-v²/c²). Es ist dort das Verhältnis von passenden Ionengeschwindigkeit-Laserfrequenz-Paaren einmal bei Annäherung und einmal bei Entfernung von Lichtstrahl und Ionen.
Konventionell sagt man : je genauer das Verhältnis dem theoretischen gamma entspricht, desto "bewiesener" sei die SRT.
Fakt ist jedoch, dass man das Verhältnis nur numerisch bestimmt, aber nicht ursächlich. D.h. der Faktor gamma könnte genausogut an den Spektrallinien der Ionen selbst wirken, und nicht am Ordungsparameter "Zeit". Man kann beides im Experiment NICHT unterscheiden, und es hat m.E. rein karrieretechnische Funktion, wenn das konventionell so heftig und einseitig zugunsten der SRT publiziert wird.
Die SRT ist m.E. lediglich ein sozial äußerst nützliches Mittel, weil sie numerisch so flexibel und deutungsmäßig so komplett leer weil unverständlich ist. Das passt zu unserer Zeit. Die meisten merken nur einfach nicht, dass sie politische Weltbildpflege machen und keine Wissenschaft, wenn sie die SRT verteidigen.
Exakt das gleiche gilt auch für das HK-Experiment.
Freue mich über (konstruktive) Kritik oder Anmerkungen!
Grüße
realitätsphysk