Ernst hat geschrieben:
Was du allerdings völlig ignorierst, ist, daß t und t' nicht auf einer gemeinsamen Koordinate liegen. Daher ist ein Vergleich zwischen t und t' bezüglich früher oder später unmöglich.
Es ist daher müßig, 0,577s auf der t' Achse auf die t Achse zu projizieren und zu sagen, zwischen t'=0,577s und t=1s besteht ein zeitlicher Abstand.
Ja, aber wenn dem so ist, und also kein zeitlicher Abstand vorliegt, dann funktioniert die RdG nicht! Denn erhält der Wärter die Lichtsignale gleichzeitig, und der Schaffner
erhält sie in einem zeitlichen Abstand, dann muss dieser zeitliche Abstand ja von irgend woher kommen! Wenn nun an den Startpunkten der Signale gar kein zeitlicher Abstand besteht (die Momente der Blitze werden lediglich durch unterschiedlich stehende Uhren bezeichnet) kann der zeitliche Abstand, in welchem die Signale beim Schaffner konkret ankommen, gar nicht entstehen. Weil das Licht bis zur Mitte des Zugs zum Schaffner dieselben Laufstrecken hat, die es mit c durcheilt. Der zeitliche Abstand beim Schaffner kann also nur dann auftreten, wenn an den Startpunkten sich die Zeiten im Bahndamm und jene im Zug sich tatsächlich durch einen zeitlichen Abstand unterscheiden. Andernfalls kann für den Schaffner das vordere Licht nicht früher ankommen (weil es gar nicht früher losgezogen ist) und das hintere nicht später (weil es nicht später losgezogen ist). Denn die Zeitanzeigen alleine sind bedeutungslos, wenn ein und derselbe Moment mit t=0 und t'=-0,577 bezeichnet wird. Die Strecken im Zug zum Schaffner in der Mitte verändern sich ja dadurch nicht - und die LG ist c!
Ernst hat geschrieben:
Daß in beiden IS alle Uhren gleichzeitig auf Null springen, ist daher unmöglich; jedenfalls nach SRT.
Eine Folge der RdG, die aber nicht funktionieren kann, wenn in der Beziehung der beiden Systeme zueinander keinerlei Zeitdifferenzen entstehen und nur Uhren in ihren Anzeigen herum springen! Außerdem haben wir in jedem System nur eine Stoppuhr laut Vorgabe. Was diese Stoppuhr zeigt, ist die Zeit im System (und das gilt in jedem Ruhesystem)! Zu welchem Bezug sollte diese
eine Uhr ungleichzeitig anzeigen? Es ist ja völlig egal, was die Uhren treiben, wenn ein und derselbe Moment mit unterschiedlichen Zeigerstellungen gemeint ist! Es muss Zeitdifferenzen geben, denn beim Schaffner sind sie ja da! Ganz konkret - denn der Schaffner ist ja nicht blöd und kann unterscheiden, ob er vorne und hinten vom Licht gleichzeitig oder ungleichzeitig getroffen wird. Ist er blind, so schenke man ihm einen Detektor zum Geburstag!
Ernst hat geschrieben:
Und zwei Ruhesysteme auf einmal gibt es dann mal ja nicht.
Aber natürlich gibt es die. Sowohl der Wärter als auch der Schaffner befinden sich doch in ihren Ruhesystemen! Der eine ist in seinem Ruhesystem und der andere nicht? Ist der Schaffner weggegangen (einen Detektor holen vielleicht)?
Ernst hat geschrieben:
Daher können auch nur in einem IS alle Uhren gleichzeitig auf Null springen. Dieser Sprung auf Null erfolgt abhängig vom Ort der jeweiligen Uhr im anderen IS aber zu unterschiedlichen Zeiten.
Zu unterschiedlichen Zeiten? Ohne Zeitdifferenz dazwischen? Was ist jetzt unterschiedlich? Die Zeitpunkte oder nur die Anzeigen von Uhren im selben Moment?
Ernst hat geschrieben:
Während erstere Uhren gleichzeitig auf Null springen, springen sie ortsabhängig im anderen IS nacheinander auf Null.
Nacheinander??? Wie können Uhren nacheinander auf Null springen, wenn zwischen ihren Sprüngen keine Zeitdifferenzen bestehen? Wie stellt der Beobachter, der dieses Nacheinander sehen soll, das eigentlich fest, wenn's keine Zeitdifferenzen gibt?
Nein, lieber Ernst, Deine Rettungsversuche sind vergeblich. Die SRT ist nicht zu retten!
Wir haben zwei Blitze, die durch die Enden des Zugs in den Bahndamm einschlagen. Das Licht dieser Blitze soll den Wärter in der Mitte des Bahndamms gleichzeitig erreichen. In beiden Systemen sind die Strecken für das Licht bis zur Mitte des Systems gleich. Das Licht würde mit c also bei gleichzeitigem Start an den Enden auch in beiden Systemen gleichzeitig zur Mitte kommen. Es soll aber beim Schaffner ungleichzeitig ankommen. Nachdem die Strecken gleich sind und c=const gilt, muss daher das Licht der Blitze bereits
ungleichzeitig losfahren! Wie soll's denn gehen? Wir sind schlau und verstellen einfach die Uhren an den Enden des Zugs. Nützt das was, wenn die Momente der Blitzeinschläge zeitlich untrennbar sind, weil sie zu sich selbst keine Zeitdifferenzen haben können? Nützt nichts, weil es dem Licht völlig egal ist, was die Uhren zeigen. Es hat nach wie vor zwei gleich lange Strecken bis zur Mitte vor sich und durchläuft diese mit c! Also wird das Licht ungeachtet jedwelcher Zeitanzeigen auf Uhren den Schaffner gleichzeitig treffen!
Es funktionieren beide Varianten nicht. Ob mit Zeitdifferenzen zwischen den Zeiten in den beiden Systemen oder ohne - die SRT ist auf alle Fälle ko!
Grüße
Harald Maurer