M.S hat geschrieben:
Aber natürlich: Zum Beispiel Mathematik.
Du nimmst eine beliebige Formel und erhältst ein Ergebnis. Dieses Ergebnis ist falsch, da du die Formel falsch angewandt hast, bzw. eine für den konkreten Fall nicht zutreffende Formel genommen hast. Daraus ziehst du dann die Schlussfolgerung: Diese ganze Mathematik ist ein Schwindel, da sie nur innerhalb eines gewissen Gültigkeitsbereichs korrekt angewandt werden kann. Dann werden noch einige unsinnige Beispiele (auf Bild Niveau) gepostet, die beweisen sollen, dass man Mathematik auch falsch anwenden kann. Welch tiefschürfende Erkenntnis. Und das alles nur, weil es einfacher ist , die Mathematik (bzw. das Prinzip dahinter) zu verunglimpfen, anstatt sich ordentlich zu informieren. Und das nenne ich ein Defizit.
Du hast aber offenbar wenig von mir gelesen. Ich verunglimpfe nicht die Mathematik, sondern (teilweise)die Anwender. Soweit wäre ich einverstanden. Ich bin sogar davon überzeugt, dass speziell Deutschland (u.a.) ohne die Mathematik gar nicht in der Form existieren würde. Die wirtschaftliche Effektivität unseres Landes wäre gleich 0.
Letztlich geht es aber doch immer nur um Logik. Logik ist die Grundlage der natürlichen Sprache. Die weiterentwickelte formale Logik ist doch ganz eng an die Mathematik geknüpft und kreiert Strukturen, die für eine mathematische Grundordnung verwendet werden können.
Wenn du mal die Entwicklung der Logik verfolgst, dann wurde sie "modernisiert" über Frege, Russel und Gödel, wobei Gödel die Formale Logik gewissermaßen zum platzen brachte, weil er mathematisch nachwies, dass bei entsprechend starken Systemen Sätze gibt, die nicht bewiesen werden können.
Ich selbst sehe die Mathematik unabhängig von einer irgendwie gearteten Wahrheit, sondern ganz rational als ergebnisorientiertes Instrument der formalen Sprache.
Wenn man aber aber bedenkt, dass selbst die natürliche Sprache lediglich ein System von Fragmenten ist, dann braucht man nicht unbedingt Gödel, um zu verstehen, dass jedes konstruiertes System nur unvollständig sein kann und sich jedweden Beweises entzieht. Jeder Beweis bezieht sich nur ganz intern auf das untersuchte System. Weil eben jedes System nur abstrahierte Formen des Untersuchungszwecks beinhaltet.
Wenn diese sowieso schon abstrahierten Formen der natürlichen Sprache, dann in formale mathematisch nutzbare Strukturen umgewandelt werden, um uns zu erzählen, dass das Universum von zeitlichen Abläufen abhängig ist, dann ist das für mich ein Missbrauch der Mathematik sowie der Logik.
Die Frage ist, wer verunglimpft die Mathematik? Ich oder manche Anwender?
So wie die Mathematik teilweise eingesetzt wird, verkommt sie zu einer Glaubensfrage.
Da liegt das eigentliche Problem. Viele vertrauen der formalen Logik mehr, als dem eigenen Verstand.
Die Ursache liegt oftmals an der von mir zitierten Echolalie, die nichts anderes ist, als andressiertes nachplappern.