McDaniel-77 hat geschrieben:
Hi fallili und Jondalar,
der Herr Carot schickt Mikrowellen durch ein Kupferrohr und behauptet, dass die Signallaufzeit durch das Rohr verkürzt wird. Das Signal erfährt zwar eine starke Dämpfung, aber am anderen Ende kommt angeblich noch was an.
Jetzt frage ich mich doch, warum der nicht einfach nach dem binären System Daten überträgt. 111011001 und schon hätte er die Dezimal-Zahl 473 übertragen, eine echte Informationsübertragen. Dazu braucht er doch nur einen Impulsgeber für die Mikrowelle.
Jondalar,
ich versteh' auch nicht, warum diese Diskussionen immer wieder ins lächerliche abdriften. Das Thema handelt davon, ob die Lichtgeschwindigkeit konstant ist. Dazu kann ich anführen, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht konstant ist, sondern abhängig vom Medium. In Wasser ist Licht mit nur 75% c unterwegs. In Glas mit rund 50% c. Könnte man jetzt nicht einen einfachen Versuch konstruieren, bei dem Licht durch einen unbewegten und einen bewegten Glasklotz geschickt wird.
Wird das Licht mit dem Glas mitbewegt oder nicht?
Sagnac-Interferometer:
http://www.youtube.com/watch?v=RvV2FAMHI5QLiegt es an eben diesem Effekt, dass Licht mit dem Glas mitbewegt wird?
Wenn Licht im Vakuum mit c unterwegs ist, dann geht es nicht schneller, weil man Vakuum (Nichts, Raum, die Abwesenheit von Materie/eines Mediums) nicht bewegen kann.
Hallo Daniel,
bei Carôt kann ich schlecht mitreden, weil sein Versuchsaufbau nicht bekannt ist. Nachdem, was man darüber weiss, würde ich das auch auf Messfehler schieben. Vermutlich misst er tatsächlich die Gruppengeschwindigkeit, die durchaus solche Werte erreichen kann. Ich kann dazu aber nicht wirklich eine Aussage treffen, so lange nicht genau bekannt ist, wie sein Versuch aufgebaut ist, wie und was er da misst, und vor Allem, so lange er kein echtes Signal (mit Informationen) benutzt. In der Theorie halte ich superluminare Geschwindigkeiten durchaus für möglich, aber ob das mit einem Kupferrohr, dessen Enden man nur "verstopft" wie in einem Gartenschlauch, der das Wasser dann durch den höheren Druck auch beschleunigt, so funktioniert wage ich zu bezweifeln.
Naja, das Lächerlichmachen von Themen und/oder Beiträgen hat mMn zwei Gründe. Einmal sind manche Beiträge wirklich abstrus und grenzen an Satire, andererseits können viele Leute einfach nicht nachgeben und etwas eingestehen, da muss man dann entweder ausfallend oder eben lächerlich werden. Wie Du siehst, halte ich mich da inzwischen auch ziemlich heraus. Ernsthafte und zielführende Diskussionen sind ohnehin nur möglich, wenn man sachlich und offen rangeht. Keiner von uns hat die absolute Wahrheit, aber manche glauben, sie hätte sie. Das macht eine Diskussion von vorne herein unmöglich. Ich habe meine zwei (drei) Beispiele nun oft genug gestellt und keiner geht wirklich darauf ein. Da muss ich dann nicht weiterbohren.
Zur Sache - ja, da stime ich Dir zu. Wenn wir uns mal ins IS Glasstab begeben, darin einen halbdurchlässigen Spiegel montieren, der das Licht in zwei Strahlen aufteilt, können wir auch superluminare v messen. Wenn der eine Strahl weiter im Glasstab läuft, während der zweite in der Luft weiterläuft, werden wir am Ende des Glasstabes den zweiten Strahl zuerst messen - im IS-Glasstab den Strahl also "getunnelt" haben.
Mit dem bewegten Stab sieht es schon ein wenig anders aus. Wir stellen uns - natürlicherweise - so einen Stab immer als festen Körper vor, daher kommt dann die Idee, dass das Licht da mitbewegt wird. Wenn Du Dir den Stab aber als das vorstellst, was er ist, wird die Sache wieder relativiert. Das Licht wird im Medium ähnlich weitergeleitet, wie es auch gespiegelt wird. Das Licht durchdringt also nicht das Medium Glas wie ein Löffel den Honig, sondern das Licht wird Glasatom für Glasatom absorbiert und wieder emittiert - dazwischen befindet sich quasi auch nur ein "Vakuum". Jetzt kommt es darauf an, wie man das "Glaszwischenatomvakuum" betrachtet.
Siehst Du das Vakuum physikalisch/verdinglicht, dann würde bei genügend großer v das Licht schneller als c unterwegs sein. Siehst Du das Vakuum als Nichts, dann wird das Licht immer langsamer als c sein, weil es zusätzlich ja immer wieder absorbiert/emittiert werden muss. D.H. selbst wenn der Stab sich mit c bewegt, ist das Licht darin immer langsamer als c.
Im Bezug auf einen unbewegten Stab wird das Licht aber im bewegten Stab natürlich schneller am Messpunkt eintreffen, so lange die Lichtquelle mit dem Stab mitbewegt wird

. Der Versuch ist ja an sich ein wenig "schwammig", wenn Du Dir vorstellst, wie Du das denn geneu messen willst. Entweder Du hast eine feste Strecke mit fester Lichtquelle und festem Messgerät, oder Du misst einfach nur, wie schnell sich das Licht jeweils in den Stäben bewegt. Im zweiten Fall wird die gleiche v heraus kommen, im ersten Fall kommt es eben darauf an, wie Du das Licht in den Stab einbringst.
Hast Du eine stationäre Lichtquelle und willst wissen, ob das Licht im bewegten Stab eine vorgegebene Strecke schneller durchläuft als das Licht im stationären Stab, dann hast Du gleich ein großes Problem. Der stationäre Stab muss dann ja länger sein als der bewegte und damit alleine schon braucht das Licht länger als durch den kurzen, bewegten Stab.
Ich weiss nicht, ob ich das jetzt klar ausgedrückt habe, aber frag ruhig, wenn Du mir nicht folgen kannst

Herzliche Grüße