Gerhard Kemme hat geschrieben:
Insofern halte ich eigentlich viel von logischen Überlegungen, Gedankenexperimenten und der Anwendung von Erfahrungswissen. Mit Hilfe von optischen Messgeräten im Weltraum können sicherlich Messungen der Temperatur im Bereich der Sonne durchgeführt werden. Man kann beim Schmieden auch ungefähr die Temperatur eines Eisenstabes schätzen, z.B. schwach dunkelrot glühend, hellrot glühend, hellleuchten nahe der Schmelzzone. Insofern sagt die Wärmestrahlung auch etwas über die Temperatur aus - erkennt man besonders gut mit passiven Infrarot-Nachtsichtgeräten. Ich will nicht streiten - aber Messungen wären es auch, wenn sie sehr grob sind, d.h. dann ist die Toleranz +/- sehr groß.
Einverstanden. Diese Überlegungen lassen sich aber zum Beispiel nicht übertragen auf die relativistische Längenkontraktion, die so winzig ist, dass sie außerhalb der Messbarkeit liegt und sich nicht durch Schätzungen, grobe Näherungen oder auch nicht durch Hochgenauigkeitsmessungen verifizieren lässt. Die Längenkontraktion von bewegten Objekten wurde ja nie festgestellt, weder grob noch genau. Sie ist und bleibt eine absurde mathematische Konstruktion ohne Kausalität, die überdies prinzipiell (durch die nicht materielle Veränderung der Objekte) unfalsifiziebar und völlig irrelevant in der Physik ist.
Gerhard Kemme hat geschrieben:
Den Begriff des Bezugssystems würde ich universell anwendbar belassen wollen, da es nicht nur um konkret durchgeführte Messungen geht, sondern auch darum, dass man theoretisch beliebige Bewegungen auf etwas beziehen kann - wie gesagt, man muss, bevor etwas überhaupt gemessen werden kann, erstmal den Sachverhalt durchdenken und diskutieren können und dazu wird ein Bezug - z.B. ein Himmelskoordinaten-System benötigt.
Auch einverstanden. Jedoch muss unbedingt die Bedeutung des Begriffs "Bezugssystem" klar definiert und vor allem klar verstanden werden, was bei Relativisten überhaupt nicht der Fall ist. Hier zum Beispiel die Aussage eines Relativisten in einem Forum (der sich als studierter Physiker angibt):
http://www.politik-sind-wir.de/showpost ... count=1094Zitat:
Müller zeigt hier ganz klar, dass er ein wichtiges Grundkonzept der Physik noch nicht verstanden hat: er verwechselt das Betrachtungsobjekt "Körper" mit einem Bezugssystem. Die SRT behandelt in der Tat gleichförmig zueinander bewegte Bezugsysteme. Diese Bezugsysteme stellen nichts anderes als Koordinatensysteme dar, in Bezug auf welche Orte und Zeiten von physikalischen Objekten angegeben werden. Die Bewegungen der Objekte sind dabei keinen Einschränkungen unterworfen und dürfen natürlich auch krummlinig sein. Ein Bezugssystem verhält sich also zu einem Körper wie eine Theaterbühne zum Schauspieler.
Gerade andersrum ist es: Relativisten verwechseln das Betrachtungsobjekt „
Körper“ mit einem Bezugssystem.
In der Tat kann man ein „
Bezugssystem“ als eine Theaterbühne betrachten, wo ein zu messende Objekt und ein Beobachter sich befinden. Das einzige Bezugssystem ist hier jedoch eben die „
Bühne“ (also Erdoberfläche oder Himmel). Das zu messende Objekt selbst ist kein Bezugssystem und der Beobachter auch nicht.
Deshalb behaupte ich, man braucht nur von zwei Bezugssystemen bei einer Messung zu sprechen: Erdoberfläche oder Himmel (meistens sind sie nur implizit gemeint). Die Relativisten klatschen aber das Wort „
Bezugssystem“ wahllos zu allen Objekten und zu allen Beobachtern. Siehe zum Beispiel mein Blog-Eintrag
Sie gehen mir auf das System.
Diese Sprachverwirrung mit dem Wort „
Bezugssystem“ führt zur Vernebelung und zu Denkfehlern, wie es in der obengenannten Aussage ersichtlich ist:
Einerseits sagt dieser Teilnehmer, dass ein Bezugssystem die
Theaterbühne sei, wobei die Bewegung der Objekte vor dem Hintergrund dieser
Bühne keine Einschränkungen unterworfen sind (zum Beispiel geradlinig oder krumm), aber im selbem Atemzug sagt er auch: „
Die SRT behandelt in der Tat gleichförmig zueinander bewegte Bezugsysteme"…

Die SRT behandelt nicht die Bewegung von zueinander bewegten Bezugssystemen (Theaterbühnen), sondern sie behandelt die geradlinige Bewegung A-B eines Objekts zu einem Beobachter vor dem Hintergrund eines Bezugssystems (Theaterbühne), ganz was Anderes.
Diese Bewegung von Objekten (und nicht von „
Bezugssystemen“) hat Einstein in seiner Arbeit von 1905 explizit definiert: die SRT behandelt ausschließlich die gleichförmige, geradlinige Bewegung eines Körpers von A nach B relativ zu einem Beobachter (in der Arbeit von 1905 war z.B. der Körper ein Stab) nach der Formel Weg/Zeit. Die untersuchte Bewegung von Objekten in der SRT darf also nur geradlinig, gleichförmig sein, und auf keinen Fall krumm und beschleunigt wie in der ART.
Deshalb widerlegt auch die ART die SRT, weil ein Lichtstrahl in der Natur nicht geradlinig und gleichförmig sein kann wie in der SRT und gleichzeitig krumm und beschleunigt wie in der ART. Die beiden Hypothesen sind inkompatibel und schließen sich gegenseitig aus. Siehe auch:
Die Allgemeine Relativitätstheorie als Widerlegung der Speziellen Relativitätstheorie.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez