Hallo Trigemina !
Wenn nun, wie du sagst, die Schwerkraft und die Trägheitskraft eines frei fallenden Körpers entgegengesetzt wären, so würden sie sich zu Null aufheben und ein losgelassener Körper schwebte still und regungslos im Raum wie im Variété eines Magiers.
Ja ist denn das so schwer vorstellbar ?
Die Trägheitskraft ist die Beharrungskraft, die einen Körper in dem Bewegungszustand halten will, den er im Moment einnimt.
Der freie Fall ist für deine Vorstellungskraft ein ungünstiges Modell.
Stell dir doch eine bewegliche Rinne vor:.
Ich lege eine Kugel darauf. Solange die Rinne waagrecht liegt,geschieht das, was du gesagt hast: Die Kugel bleibt ruhig liegen. Gravitationskraft und Trägheitskraft halten sich die Waage.
Wenn du die Rinne jetzt nach einer Seite neigst,wird die Gravitiation stärker als die Trägheit.
Die Kugel beginnt zu rollen. Aber nicht ruckartig, sondern beginnt langsam zu rollen
und wird immer schneller. Die Trägheit verliert den Kampf. Aber nicht spontan, sondern nach einem ganz genauen Gesetz:Die Geschwindigkeit ändert sich mit dem Quadrat der Zeit.
Die Kugel wird beschleunigt, aber die Trägheitskraft will das noch immer verhindern.
Jetzt kippe ich die Rinne, sodass die Kugel bergwärts rollen muss:
Jetzt bleibt die Kugel auch wieder nicht ruckartig stehen,sondern rollt aufgrund der Trägheit weiterJetzt ist für eine gewisse Zeit die Trägheitskraft stärker.
Die Schlussfolgerung aus dem Experiment:
Gravitation und Trägheitskraft sind je nach Situation nur proportional und in der
Wirkrichtung entgegengesetzt.
Erzeugt werden beide Kräfte aber von demselben Phänomen: Von der Masse des Körpers.
Deshalb die Aussage der SRT: gravitative und träge Masse sind äquivalent.
Und die Frage war:Bleibt die Masse eines Körpers immer gleich oder kann sie sich
ändern? Es stellt sich heraus, dass sich die Masse ändern kann aus verschiedensten Gründen.
Die Äquivalenz bleibt aber gleich.
Wie ist das dann in einem Beschleunigerring? Dass sich eventuell durch elektromagnetische Aufladung die Masse der Ionen erhöht ist denkbar. Das Verhältnis von träger und gravitiativer Masse müsste aber gleichbleiben.
Mit Gruß
Hannes