Hallo,
Begriffe dienen der Verständigung und es wäre nicht beliebig, was beispielsweise unter dem Begriff "Äther" verstanden wird. Insofern wäre es hilfreich zu bestimmen, wie dieser heutzutage von "uns" gesehen wird.
Um eine gewisse Trennschärfe bei Formulierungen zu diesem Thema zu behalten, würde mir eigentlich folgende Erklärung des Begriffes einleuchten:
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Äther stellt keinen Gaskörper oder dessen Aggregatzustände flüssig oder fest dar. Er ist nicht sinnlich wahrnehmbar. Der Begriff bezeichnet die durchsichtige Substanz des "leeren"Weltraums. Er stellt das Übertragungsmedium für das Licht und für die elektromagnetischen Wellen dar. Von der Vorstellung her, kann die Funktionsweise der Lufthülle bei der Schallübertragung auf die Übertragung der Sinneswahrnehmung Licht durch den "Äther" angenommen werden. Somit würde ein Lichtsignal durch eine Glasplatte nicht über das Medium "Äther" übertragen werden und ein Sonnenstrahl würde nur bis zum Rande der Lufthülle per "Äther" übertragen werden. Dies wäre der Vergleich mit einem Schallsignal, welches nur innerhalb der Luft durch diese übertragen wird und z.B. in Stahl, dann durch die atomare Struktur des Metalls.
Dietmar hat geschrieben:
1. ... Bei Anwesenheit der Materie wird dieser Äther innerhalb der Materien nur in einem sehr geringen Ausmaß (dem Fresnelschen Mitführungskoeffizienten) mitbewegt.
Wenn von Funk- oder Lichtäther die Rede ist, dann ist eine Informationsübertragung durch den Weltraum gemeint - so würde ich den Begriff zumindest verstehen. Keinesfalls würde der Begriff auf eine Signalübertragung von Funksignalen durch ein Kupferkabel passen.
Dietmar hat geschrieben:
2. ... dass der Äther innerhalb der Materie (und möglicherweise auch in einem bestimmten Abstand davon) vollständig mitgeführt wird. ... Variationen der Theorie wurden später auch von Hertz (1890) und Lenard (1920) vertreten.
Wobei dann der "mitgeführte Äther" einer Übertragung durch Materie unserer wahrnehmbaren Umwelt entspricht, d.h. es wäre so, als ob ein Schallsignal statt durch Luft, durch Stahl übertragen würde.
Dietmar hat geschrieben:
3. Der Äther von Lorentz ... Dies wird dadurch erklärt, dass Materie keine eigenständige Existenz besitzt, sondern nur eine Modifikation des Äthers ist. Genau umgekehrt zu Stokes wird nicht der Äther durch die Materie, sondern die Materie durch den Äther deformiert. Die Deformationen der Materie im Äther sind als Längenkontraktion und Zeitdilatation bekannt und können generell durch die Lorentz-Transformation beschrieben werden.
Diese Darstellung des "Äthers von Lorentz" hätte etwas mit der Grundstruktur aller Materie zu tun, wobei der "Lorentzäther" an anderer Stelle dann wiederum Ähnlichkeit mit einer abstrakten Feldtheorie hat. Die Materie insgesamt als eine Art von gasförmigen Stoff anzusehen, welcher bei Bewegung dann komprimiert wird, was dann als Längenkontraktion gelten soll, würde ich als nachgereichte Begründung für die SRT ansehen. Auch, wenn Lorentz es "Äther" nennt, meine ich, dass hier diese Vokabel zweckentfremdet wird.
Fazit: Festzustellen ist, dass hier ein Begriff mit völlig unterschiedlichen sich gegenseitig ausschließenden Bedeutungen verwendet wird und es vorteilhaft wäre, eine für die heutige Zeit praktikable Begriffserklärung auszuarbeiten.