nocheinPoet hat geschrieben:
Maurer macht hier immerhin selber Experimente und stellt so der Natur persönlich seine Fragen, das ist soweit schon erstmal anzuerkennen.
Aber auch bei Ihm bezweifle ich, dass er ein Ergebnis veröffentlichen würde, das seine Thesen falsifiziert und die SRT stützt.
Die Gefahr, dass meine Thesen falsifiziert wären, ist nicht gegeben, denn sie stützen sich auf die Grundlagen von Lorentz, dessen absoluter Äther prinzipiell meiner Matrix-Idee gleicht. Ein experimentum crucis zwischen Lorentz und Einstein hat nur philosophischen Wert, denn wie immer auch das Ergebnis ausfällt, hat es keinen Einfluss auf die praktische Physik, weil es zwischen den beiden Theorien keinen mathematischen Unterschied gibt. Und es bleibt ziemlich gleichgültig, an wen von den beiden man beim Rechnen denkt...
Ob das Postulat von der Invarianz und Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zutrifft oder nicht, hat genaugenommen gar keinen Einfluss auf die Richtigkeit oder Anwendbarkeit der Einsteinschen SRT, denn diese "postulierten" Eigenschaften des Lichts sind Messergebnisse, die auf jeden Fall und immer dann zustandekommen, wenn man nach der Synchronisationsvorschrift Einsteins bzw. dessen Gleichzeitigkeitsdefinition vorgeht (wie im § 1 seiner Arbeit aus 1905 nachzulesen). In dieser Synchronisation durch Signalübermittlung wird von vornherein Licht als Naturkonstante angenommen - schon bevor überhaupt die Postulate formuliert werden. Sollte das Licht aufgrund einer Bewegung der Uhrensysteme im Äther nicht auf beiden Strecken dieselbe Geschwindigkeit haben, werden die Uhren gerade so synchronisiert, dass jede Messung des Lichts mit ihrer Hilfe wiederum die Geschwindigkeit c ergibt. Die Einsteinsche SRT ist also nicht als Naturbeschreibung sondern als Messvorschrift gedacht, in welcher auch die Längenkontraktion nur dann konstatierbar wird, wenn man nach Vorschrift vorgeht (gleichzeitige Messung der Endpunkte etc.).
Aus einigen Äußerungen in den Beiträgen entnehme ich, dass einige Teilnehmer die Effekte der Zeitdilatation und der Längenkontraktion völlig missverstehen und nicht begreifen, wie diese Effekte in zueinander bewegten Bezugssystemen symmetrisch auftreten können - speziell bei der ZD gibt es da falsche Ansichten. Ich habe zu diesen Effekten einen kleinen Text verfasst, welcher vielleicht einigen Teilnehmern hilft, diese Effekte zu verstehen. Eigentlich gibt es da nicht viel zu verstehen, denn die SRT ist eine recht einfache Sache. Es geht also gar nicht darum, hier etwas zu verstehen, doch sollte zumindest jeder, der sich gegenüber der SRT kritisch äußert, diese Theorie wenigstens korrekt anwenden können. Womit die Anwendung der Lorentztransformation gemeint ist.
Text zur ZD und LK bitte hier downloaden:
http://www.mahag.com/download/ZD_und_LK.pdfManchmal werde ich gefragt, wie es möglich sei, dass ich die SRT "verstehe" und sie dennoch nicht für richtig halte. Die SRT ist aber keine Theorie, die zu irgendeiner Art von Verständnis der Natur oder des Wesens von Zeit und Raum führen könnte. Sie ist eine Messvorschrift und liefert keinerlei Ursachen für die Effekte, die zu berechnen sie ermöglicht. Um sich überhaupt eine Beurteilung zu erlauben, muss man aber zumindest diese Messvorschrift beherrschen bzw. den Inhalt der Theorie kennen!
Grüße
Harald Maurer