Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Sebastian Hauk » Fr 15. Jan 2010, 17:14

Hallo,

wieseo reißt beim Bellschen Raumschiffparadoxon das Seil, wenn sich gar nichts real verkürzt?

Zitat Harald Maurer

Nein, es "verkürzt sich" gar nichts. Dass ein bewegtes Objekt oder eine bewegte "Länge" (gleichgültig ob starrer Körper oder eine durch gleichzeitig messbare Endpunkte definierte Strecke im "Raum") als verkürzt erscheint, ist die Folge einer MESSUNG, die in den Bezugssystemen nicht zu den gleichen Zeitpunkten und gleichen Orten erfolgen kann! Der Begriff der "Länge" ist in der SRT immer mit einer Messung derselben verbunden; aufgrund der Relativität der Gleichzeitigkeit fallen diese MESSUNGEN unterschiedlich aus und "Länge" ist daher ein relativer Begriff.
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Re: Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Harald Maurer » Sa 16. Jan 2010, 00:55

Chief hat geschrieben:Beide Raketen beschleunigen aus der ruhe und ihre Geschwindigkeiten sind ganze Zeit identisch. Damit gibt es hier keinen Grund für die Verschiebung der Gleichzeitigkeit da beide Uhren gleich stark verlangsamt werden. Also, der Widerspruch kann nicht aufgelöst werden.


Die Erklärung bzw. Lösung des Paradoxons bei Wikipedia ist unsinnig und nicht konsistent mit der SRT. Es gibt keinen Grund für die Beobachter in den Raumschiffen, irgendeinen Effekt aus der RdG festzustellen, da die Raumschiffe keinerlei Relativbewegung zueinander haben. Da hat Chief mit den beiden ersten Sätzen Recht!

Allerdings ist das Paradoxon selbst unsinnig und nicht konsistent mit der SRT, da sich am Seil nichts verändert, sich nichts verkürzt und außerdem das ganze Ensemble Rakete-Seil-Rakete vom ruhenden Beobachter kürzer gemessen werden könnte (unter Einhaltung der Messvorschrift zur LK) - das Seil hat daher keinen Grund zu reissen! Die Endpunkte des Seils sind außerdem die Endpunkte des Abstands zwischen den Raumschiffen - da sie gleichzeitig gemessen werden können (der Abstand verändert sich nicht) kann jederzeit gezeigt werden, dass auch dieser Abstand der kontrahierten Messung unterliegt wie das Seil selbst. Also existiert das Paradoxon von vornherein nicht.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Sebastian Hauk » Sa 16. Jan 2010, 07:09

Hallo Harald Maurer,

Die Erklärung bzw. Lösung des Paradoxons bei Wikipedia ist unsinnig und nicht konsistent mit der SRT.


an den Zügen könnten sich z.B. Fahnen befinden. Und wenn dann jemand diese Fahnen beobachtet, dann sieht er dass sich die Fahnen auf dem anderen Zug von ihm entfernen. Wenn er vorher noch nicht wusste, dass die beiden Züge keine Verbindung haben, jetzt weiß er es.

Das Problem ist:

Auch zwischen den Fahnen ist keine Materie. Aber hier passiert dann nichts, weil es über den Zug eine Materieverbindung gibt.

Gruß

Sebastian
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Re: Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Sebastian Hauk » So 17. Jan 2010, 12:22

Hallo,

Poincare war ja Lorentzianer und bei der LET erfolgt die Längenkontraktion durch den Äther. Es braucht hier gar nicht die RdG. Aus diesem Grund konnte dann vermutlich Lorentz Poincare auch gar nicht mehr folgen. Die RdG wird benötigt um die Lichtgeschwindigkeit konstant zu halten. Und das schafft die normale Längenkontraktion nicht.
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Re: Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Sebastian Hauk » So 17. Jan 2010, 13:20

Hallo Highway,

ich habe nicht die geringste Ahnung.

Hier die Erklärung von Einstein:

§ 9 Die Relativität der Gleichzeitigkeit

Bisher haben wir unsere Betrachtung auf einen bestimmten Bezugskörper bezogen, den wir als „Bahndamm“ bezeichnet haben. Es fahre nun auf dem Geleise ein sehr langer Zug mit der konstanten Geschwindigkeit v in der in Abb. 1 angegebenen Richtung. Menschen die in diesem Zug fahren, werden mit Vorteil den Zug als starren Bezugskörper (Koordinatensystem) verwenden; sie beziehen alle Ereignisse auf den Zug. Jedes Ereignis, welches längs des Geleises stattfindet findet dann auch an einem bestimmten Punkte des Zuges statt. Auch die Definition der Gleichzeitigkeit lässt sich in Bezug auf den Zug in genau derselben Weise geben, wie in Bezug auf den Bahndamm. Es entsteht aber nun naturgemäß folgende Frage: Sind zwei Ereignisse (z.B. die beiden Blitzschläge A und B), welchen in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, auch in Bezug auf den Zug gleichzeitig? Wir werden sogleich zeigen, dass die Antwort verneinend lauten muss.

Wenn wir sagen, dass die Blitzschläge A und B in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, so bedeutet dies: Die von den Blitzorten A und B ausgehenden Lichtstrahlen begegnen sich in dem Mittelpunkte M der Fahrdammstrecke A – B. Den Ereignissen A und B entsprechen aber auch Stellen A – B auf dem Zuge. Es sei M‘ der Mittelpunkt der Strecke A – B des fahrenden Zuges. Dieser Punkt M‘ fällt zwar im Augenblick der Blitzschläge mit dem Punkte M zusammen, bewegt sich aber in der Zeichnung mit der Geschwindigkeit v des Zuges nach rechts. Würde ein bei M‘ im Zuge sitzender Beobachter diese Geschwindigkeit nicht besitzen, so würde er dauernd im M bleiben, und es würden ihn dann die von den Blitzschlägen A und B ausgehenden Lichtstrahlen gleichzeitig erreichen, d.h. diese beiden Strahlen würden sich gerade bei ihm begegnen. In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt. Der Beobachter wird also den von B ausgehenden Lichtstrahl früher sehen, als den von A ausgehenden. Die Beobachter, welche den Eisenbahnzug als Bezugskörper benutzen, müssen also zu dem Ereignis kommen, der Blitzschlag B habe früher stattgefunden als der Blitzschlag A. Wir kommen also zu dem wichtigen Ergebnis:

Ereignisse, welche in Bezug auf den Bahndamm gleichzeitig sind, sind in Bezug auf den Zug nicht gleichzeitig und umgekehrt (Relativität der Gleichzeitigkeit). Jeder Bezugskörper (Koordinatensystem) hat seine besondere Zeit, eine Zeitangabe hat nur dann einen Sinn, wenn der Bezugskörper angegeben ist, auf den sich die Zeitangabe bezieht.

Die Physik hat nun vor der Relativitätstheorie stets stillschweigend angenommen, dass die Bedeutung der Zeitangaben eine absolute, d.h. vom Bewegungszustande des Bezugskörpers unabhängige, sei. Dass diese Annahme aber mit der nächstliegenden Definition der Gleichzeitigkeit unvereinbar ist, haben wir soeben gesehen; lässt man sie fallen, so verschwindet der in § 7 entwickelte Konflikt des Gesetzes der Vakuum-Lichtausbreitung mit dem Relativitätsprinzip.

Zu jenem Konflikt führt nämlich die Überlegung des § 6, die nun nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Wir schlossen dort, dass der Mann im Wagen, der relativ zu diesem die Strecke w in einer Sekunde durchläuft, diese Strecke auch relativ zum Bahndamm in der einer Sekunde durchläuft. Da nun aber die Zeit, welche eine bestimmter Vorgang mit Bezug auf den Wagen braucht, nach den soeben angestellten Überlegungen nicht gleich gesetzt werden darf der vom Bahndamm als Bezugskörper aus beurteilten Dauer desselben Vorganges, so kann nicht behauptet werden, dass der Mann durch sein Gehen relativ zum Geleise die Strecke w in der einer Zeit zurücklegt, welche – vom Bahndamm aus beurteilt - gleich einer Sekunde ist.

Die Überlegung des § 6 ruht übrigens noch auf einer zweiten Voraussetzung, die im Lichte einer strengen Überlegung als willkürlich erscheint, wenn sie auch der Aufstellung der Relativitätstheorie stets (stillschweigend) gemacht wurde.


In Wahrheit aber eilt er (vom Bahndamm aus beurteilt) dem von B herkommenden Lichtstrahl entgegen, während er dem von A herkommenden Lichtstrahl vorauseilt.


Es hat auf jeden Fall was mit Geschwindigkeit zu tun.
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Re: Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Sebastian Hauk » So 17. Jan 2010, 13:46

Hallo Highway,

Eben nicht.


wenn die Geschwindigkeit klein ist gegenüber der Lichtgeschwindigkeit dann verkürzen sich die Objekte doch so gut wie gar nicht. Oder vertue ich mich hier?

Gruß

Sebastian
Zuletzt geändert von Sebastian Hauk am So 17. Jan 2010, 13:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wieso reißt das Seil, wenn es an der RdG liegt?

Beitragvon Sebastian Hauk » So 17. Jan 2010, 13:49

Hallo Highway,

wikipedia erklärt die RdG so, dass die Lichtgeschwindigkeit für alle Beobachter immer c ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Relativit% ... zeitigkeit
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