100 Autoren gegen Einstein

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Lagrange » Mi 23. Okt 2019, 11:05

Sciencewoken hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Wo wurde die ZD gemessen?

Das ist zunächst die falsche Frage. Zuerst muss definiert werden, was Zeitdilatation überhaupt sein soll und da ich davon ausgehe, dass eine (absolut) bewegte Uhr langsamer geht als eine absolut Ruhende, was man an der Anzahl gezählter Takte solcher Uhren erkennt, ist Zeitdilatation die mechanische Eigenschaft von Uhren gegenüber Bewegung langsamer zu zählen. Gemessen wurde dies ziemlich oft, am deutlichsten mMn bei Ives, Stilwell und Botermann (Frequenzen=Timing=Uhr), nur dass Relativisten hier davon ausgehen, von den Ionen aus würden die Uhren der nun bewegten Erde langsamer gehen, weil der rel. Doppler-Effekt symmetrisch ist...

Wenn das so ist, dann kann man Hafele-Keating Experiment nehmen - dort hat sich angeblich gezeigt, dass Uhren, welche sich relativ zum Erdmittelpunkt bewegen, langsamer gehen. Laut SRT müssten dann die fliegenden Experimentatoren die "Bodenuhren" langsamer gehend beurteilen, was absoluter Schwachsinn ist.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Sciencewoken » Mi 23. Okt 2019, 11:06

Ernst hat geschrieben:Was soll denn absolute Ruhe sein. Seit Galilei weiß man, daß es unmöglich ist...
Also Konzepte mit absoluter gleichförmiger Bewegung sind kaum vermittelbar.

Soso, man weiß... Mal sehen, ob sich diese Vorstellung nicht auch in wohlgefallen auflöst, wenn...

Man beachte, was Galilei damals noch nicht wusste - z.B. dass es eine Geschwindigkeit gibt, die unter gewissen Umständen stets und ziemlich exakt auf 1m/s genau konstant ermittelt werden kann. Galileo kannte keine absoluten Geschwindigkeiten und mir ist nicht bekannt, ob die Sache mit dem Schall in Luft damals schon bekannt war (mir ist nicht bekannt, wann die Geschwindigkeit von Schall in Luft zum ersten mal gemessen wurde). Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum scheint aber eine konstante Geschwindigkeit zu sein und zu einer konstanten Geschwindigkeit in einem Medium gehört ein bestimmbarer Bezugspunkt, in diesem Medium und dieser sollte in diesem Medium natürlich ruhen - von dem Endpunkt der Messtrecke gilt dies natürlich auch. Kurz gesagt: Galileo wusste nichts von einer konstanten Endgeschwindigkeit, mit welcher sich alle Wirkungen im Vakuum ausbreiten - er kannte allenfalls Wirkungen, die sich lange vor seiner Zeit schon ausgebreitet hatte und deswegen als Felder instantan wirken. Wie dem auch sei - Galileo wusste nicht und deswegen kann man seit Galilei auch nicht wissen. Aber wie bei der "Messung von Zeit", bei welcher einem nie auffiel, dass man die zeitlichen Abstände (Periodendauern), mit denen beispielsweise Sekunden gezählt werden gar nicht oder nur mit Hilfe einer zweiten Uhr bemessen kann, fällt einem bei Galilei nicht auf, dass ein absolutes Bezugssystem seit der Feststellung, dass sich Licht im Vakuum anscheinend konstant ausbreitet, noch gar nicht wieder gesucht wurde. Kaum vermittelbar heisst glücklicherweise nicht gar nicht vermittelbar. Auch wenn etwas seit 400 Jahren eingeschliffen ist, kann es dennoch falsch oder unvollständig sein (geozentrisches Weltbild, flache Erde...). Gar nicht vermittelbar ist mMn die Längenkontraktion.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Lagrange » Mi 23. Okt 2019, 11:19

Sciencewoken hat geschrieben:Kurz gesagt: Galileo wusste nichts von einer konstanten Endgeschwindigkeit, mit welcher sich alle Wirkungen im Vakuum ausbreiten ...

Es ist bekannt, dass sich das Licht relativ zur Erde mit c ausbreitet, und es ist auch bekannt, dass sich das Licht relativ zu einem bewegten Objekt nicht mit c ausbreitet.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Sciencewoken » Mi 23. Okt 2019, 11:34

Lagrange hat geschrieben:Wenn das so ist, dann kann man Hafele-Keating Experiment nehmen - dort hat sich angeblich gezeigt, dass Uhren, welche sich relativ zum Erdmittelpunkt bewegen, langsamer gehen. Laut SRT müssten dann die fliegenden Experimentatoren die "Bodenuhren" langsamer gehend beurteilen, was absoluter Schwachsinn ist.

Der rel. Doppler-Effekt gilt auch bei mir und er ist symmetrisch. Allerdings lässt sich diese Symmetrie mit nur einer einzigen nachgehenden Uhr erklären und zwar per


Man nehme eine Fußgängerbrücke über welche 24/7 tag täglich (τ=24h; t=1) die gleiche Anzahl Fußgänger (z.B. n=2400) geht. Nun teile man den Tag in 1h- und 2h- Abschnitte auf, in denen man zählt. In τ'=1h zählt man n'=100 und das t'=24 mal am Tag, in τ''=2h zählt man n''=200 und das t''=12 mal am Tag.

n ist die Anzahl der Impulse einer empfangenen Frequenz und die Anzahl der gezählten Periodendauern τ. In allen Fällen ist t*τ=24h und n=2400Hz (okay ganze Fußgänger, nicht bloß ihre Herzen. :lol: ).

Bei Hafele und Keating gingen am Ende des Experiments die Flugzeuguhren nicht deswegen langsamer, weil sie (kreis)beschleunigt waren, sondern weil sie schlicht bewegt waren. Eine Uhr im Zentrum der Erde würde auch langsamer gehen, als eine Uhr im Zentrum der Sonne oder eine Uhr im Zentrum des Mars. Das theoretische über Gravitative ZD spare ich hier aus (Anteile rausgerechnet), falls einer fragt.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Sciencewoken » Mi 23. Okt 2019, 11:42

Lagrange hat geschrieben:Es ist bekannt, dass sich das Licht relativ zur Erde mit c ausbreitet
Falsch. Licht breitet sich im Vakuum mit c aus. Wenn man irgendwo zum Licht bewegt für das Licht die Geschwindigkeit c ermittelt, ist die dazugehörende tatsächliche Bewegung (im geometrischen Mittel für Hin- und Rückweg) schneller. Die bewegte Uhr, mit welcher c ermittelt wurde, ist durch diese Bewegung bereits langsamer gehend, also beeinflusst, weswegen sie Geschwindigkeiten höher misst, nur halt die LG nicht.
Bild
Und nun darf jeder mitraten, zu welchen Konsequenzen dies bezüglich der Quantenverschränkung führen könnte.
Lagrange hat geschrieben:und es ist auch bekannt, dass sich das Licht relativ zu einem bewegten Objekt nicht mit c ausbreitet.
Richtig.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Lagrange » Mi 23. Okt 2019, 11:51

Sciencewoken hat geschrieben:...Eine Uhr im Zentrum der Erde würde auch langsamer gehen, als eine Uhr im Zentrum der Sonne oder eine Uhr im Zentrum des Mars. Das theoretische über Gravitative ZD spare ich hier aus (Anteile rausgerechnet), falls einer fragt.

Nö, das nicht. Bewegung der Erde um die Sonne hat keinen Einfluss auf Atomuhren.

Lichtgeschwindigkeit auf der Erde ist konstant relativ zur Erde.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Lagrange » Mi 23. Okt 2019, 11:55

Sciencewoken hat geschrieben:
Lagrange hat geschrieben:Es ist bekannt, dass sich das Licht relativ zur Erde mit c ausbreitet
Falsch. Licht breitet sich im Vakuum mit c aus. ...

Im Vakuum relativ zur Erde schon, aber nicht im Vakuum relativ zu einem Objekt welches sich relativ zur Erde bewegt.

Dazu werden keine Uhren benötigt, es genügt Michelson-Gale.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Ernst » Mi 23. Okt 2019, 11:56

Sciencewoken hat geschrieben:. Galileo kannte keine absoluten Geschwindigkeiten und mir ist nicht bekannt, ob die Sache mit dem Schall in Luft damals schon bekannt war (mir ist nicht bekannt, wann die Geschwindigkeit von Schall in Luft zum ersten mal gemessen wurde).
Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum scheint aber eine konstante Geschwindigkeit zu sein und zu einer konstanten Geschwindigkeit in einem Medium gehört ein bestimmbarer Bezugspunkt, in diesem Medium und dieser sollte in diesem Medium natürlich ruhen - von dem Endpunkt der Messtrecke gilt dies natürlich auch.

Das alles hat nix damit zu tun, daß eine gleichförmige Bewegung am bewegten Objekt selbst nicht detektierbar ist . Unzweifelhaft auch für die Newtonsche Physik. Und eigentlich auch ganz logisch. Daß es eine Höchstgeschwindigkeit gibt, ändert daran gar nichts.

Unabhängig davon:
Die natürliche Bezugspunkt der LG ist die Lichtquelle. Unbestritten und vielfach als Zweiwegmessung gemessen ist sie darauf bezogen konstant c. Sie kann aber nicht invariant sein, außer man materialisiert die Größe Zeit und macht sie variant, SRT.

Meines Erachtens ist es müßig, die Newtonsche Physik in Frage zu stellen. Sie hat sich auf allen Gebieten bewährt und wird ja als Grenzfall selbst in der SRT bestätigt.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Lagrange » Mi 23. Okt 2019, 11:59

Ernst hat geschrieben:...Daß es eine Höchstgeschwindigkeit gibt, ändert daran gar nichts.

...

Eine Höchstgeschwindigkeit gibt es nicht.
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Re: 100 Autoren gegen Einstein

Beitragvon Ernst » Mi 23. Okt 2019, 12:03

Lagrange hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:...Daß es eine Höchstgeschwindigkeit gibt, ändert daran gar nichts.

...

Eine Höchstgeschwindigkeit gibt es nicht.

Richtig.
Es war aber eines seiner Argumente, welche auch dann bzgl. Galilei obsolet sind, wenn sie richtig wäre.
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