L. Gilbert, a. a. O....
„Die Gleichzeitigkeit des Geschehens, jenes gewaltige Kontrollgesetz, das uns allein noch ein Denken, ein Vergleichen, ein Prüfen, ein Erkennen möglich macht —
das Gesetz von der absoluten Gleichzeitigkeit des unendlich kleinen Differentials des Augenblicks , der haarscharf die Vergangenheit von der Zukunft scheidet, und den wir die Gegenwart nennen —
dieses eherne Vernunftgesetz hebt ein übermütiger Professor unter dem Jubel anderer Professoren einfach auf!". . . „
Das Jetzt ist jetzt (und das Hier ist hier). Dies bleibt unantastbar, das einzige, das Erzabsolute, auf dem wir bauen können : Das Hier im Augenblick des Jetzt! . . . Der Schiffskapitän nimmt einen exakt gehenden Chronometer auf die Fahrt mit und konstatiert es (das Jetzt) auf dem ganzen Erdenrund. Er wäre ein absoluter Esel, wenn er statt dessen die Einsteinsche Lichttelegraphie benutzte.
„Nur die „Gleichzeitigkeit an sich" mehrerer Ereignisse ist das Zweifellose, ist der Fixpunkt des Denkens, der Physik, der Mechanik, ist das einzig Absolute, . . . ist der einzige stählerne Anhaltspunkt im rastlos gärenden Wirbel, im Chaos des Geschehens, das wir Welt nennen" (S. 70f).
„Jede Fortpflanzungsgeschwindigkeit, also jeder Strahl, wie z. B. der des Lichtes, findet in einem Medium statt. . . . besitzt das Medium eine gewisse Bewegung . . . und Richtung im Weltall, so macht der Strahl . . . auch diese mit; er befindet sich gleichsam in einem Fahrzeug, auf dem er mitfährt. . . .
Also das Ergebnis des Michelsonschen Experimentes ist — was Hertz schon lange vermutete—ganz einfach und selbstverständlich. . . . Das ist eben der größte Fehler der Herren : Sie ignorieren eine Selbstverständlichkeit, um eine Ungeheuerlichkeit erfinden zu dürfen" (S. 84 f,).