Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon sanchez » Mi 13. Nov 2024, 13:12

Lagrange hat geschrieben:Eine Uhr in New York und eine Uhr in Berlin haben eine Differenz von 6 Stunden. Synchron heißt, sie zeigen gleiche Zeit gleichzeitig an.


Der Duden erklärt zu "synchron": "gleichzeitig; mit gleicher Geschwindigkeit [ab]laufend"

Ob die Uhr New York 6 Stunden weniger Zeit anzeigt, interessiert nicht.

Eine Sekunde in Berlin dauert genausolange wie eine Sekunde in New York.

Es gibt aber auch ein Verfahren, mit dem man sicherstellt, dass zwei ruhende Uhren nicht nur synchron gehen, sondern auch das Gleiche anzeigen.

So geht das:
Mit einem Lichtsignal wird der räumliche Abstand der beiden Uhren ermittelt.
Die eine Uhr startet, und mit einem zweiten Lichtsignal wird die andere Uhr gestartet, plus der halben Laufzeit aus der ersten Messung.
So zeigen beide Uhren das Gleiche an, und gehen synchron.
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Rudi Knoth » Mi 13. Nov 2024, 13:55

Harald Maurer hat geschrieben:
Skeptiker hat geschrieben:Zwilling B erfährt eine Beschleunigung, Zwilling A nicht. Es ist nicht symmetrisch.

Es handelt sich um Kinematik. Dynamische Effekte spielen keine Rolle. Wer Beschleunigungen berücksichtigen will, muss die ART verwenden!


Nun berechne ich die Sache im Koordinatensystem, in dem der "reisende Zwilling" während der Hinreise ruht. Dieses soll aber ein Inertialsystem sein, daß also die Umkehr des "reisenden Zwillings" "nicht mitmacht". Denn das ist die Bedingung für das erste Postulat von Einstein. Denn es wird sich in der weiteren Herleitung zeigen, daß auch in der Kinematik sich die Umkehr des reisenden Zwillings bemerkbar mach und deshalb das Verhältnis der Zeiten dasselbe wie im Ruhesystem der Strecke ist. Ich bezeichne die Länge dieser Strecke mit L und die Geschwindigkeit v bleibt dieselbe. Es wird zur Vereinfachung c=1 gesetzt. Also sind alle genannten Geschwindigkeit in Einheiten von c anzusehen.

Für die Zeit des "ruhenden Zwilling" gilt mit TA für dessen Zeit und TH für die Zeit in dem System, in dem der reisende Zwilling ruht:



Für die Hinreise gilt dann mit TB1 für den "reisenden Zwilling" B:







Denn er ruht auf der Hinreise in diesem Inertialsystem. Soweit so gut und es ist wohl klar, daß in dieser Phase die Uhr des "ruhenden Zwilling" gegenüber der des "reisenden Zwillings" nachgeht. Nun muß aber der "reisende Zwilling" wieder zurück. Zuerst dazu die Geschwindigkeit, mit er sich in diesem Inertialsystem bewegt. Dessen Geschwindigkeit addiert sich nach dem Additionstheorem mit der Geschwindigkeit, mit der sich dieses Koordinatensystem gegenüber der Strecke bewegt und man bekommt für diese Geschwindigkeit vR:



Die Differenzgeschwindigkeit gegenüber dem "ruhenden Zwilling" ist:



Damit ergibt sich für die Zeit auf der Rückreise THR:



Für den "reisenden Zwilling" ist diese Zeit gleich der für die Hinreise Also TB = 2L/v. Denn der Gammafaktor für die Geschwindigkeit in diesem Inertialsystem ist so groß, daß mit der Uhr des "reisenden Zwillings" dieselbe Zeit für den Hin- und Rückweg gemessen wird.

Wie lang ist die Gesamte Reisezeit in diesem System: Dazu muß man die Zeit für die Hinreise und die Rückreise addieren und erhält:



Damit ist TA für diese ganze Zeit:



Das ist um den Faktor Gamma größer als die Zeit des "reisenden Zwillings".

Gruß
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Skeptiker » Mi 13. Nov 2024, 13:58

Harald Maurer hat geschrieben:Es handelt sich um Kinematik. Dynamische Effekte spielen keine Rolle. Wer Beschleunigungen berücksichtigen will, muss die ART verwenden!

Es zeigt das die Versuchsanordnung eben nicht symmetrisch ist, da Zwilling B beschleunigt, Zwilling A nicht.
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Lagrange » Mi 13. Nov 2024, 14:19

Rudi Knoth hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:
Skeptiker hat geschrieben:Zwilling B erfährt eine Beschleunigung, Zwilling A nicht. Es ist nicht symmetrisch.

Es handelt sich um Kinematik. Dynamische Effekte spielen keine Rolle. Wer Beschleunigungen berücksichtigen will, muss die ART verwenden!


Nun berechne ich die Sache im Koordinatensystem, in dem der "reisende Zwilling" während der Hinreise ruht. ...

Dieses Koordinatensystem interessiert nur während der Hinreise. Auf der Rückreise wird wieder alles symmetrisch in neuen Koordinatensystemen. Jeder Abschnitt wird getrennt betrachtet.

Lagrange hat geschrieben:Hinweg:
Skeptiker hat geschrieben:Aus meiner Sicht:


Aus deiner Sicht:


Rückweg:
Skeptiker hat geschrieben:Aus meiner Sicht:


Aus deiner Sicht:
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Rudi Knoth » Mi 13. Nov 2024, 14:27

Lagrange hat geschrieben:
Rudi Knoth hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:Nun berechne ich die Sache im Koordinatensystem, in dem der "reisende Zwilling" während der Hinreise ruht. ...

Dieses Koordinatensystem interessiert nur während der Hinreise. Auf der Rückreise wird wieder alles symmetrisch in neuen Koordinatensystemen. Jeder Abschnitt wird getrennt betrachtet.


Wieso das denn? Es ist doch wirklich im Sinne der Physik legitim, die Berechnung in einem Koordinatensystem durchzuführen. Dies wird ja auch bei einer Betrachtung im Ruhesystem der Strecke gemacht. Oder sollen hier wichtige Tatsachen "unterschlagen" werden? Eher betrachte ich deine Vorgehensweise als unredlich, weil dein angeblicher Widerspruch damit gelöst wäre.

Gruß
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Lagrange » Mi 13. Nov 2024, 14:31

Lagrange hat geschrieben:
Rudi Knoth hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:Nun berechne ich die Sache im Koordinatensystem, in dem der "reisende Zwilling" während der Hinreise ruht. ...

Dieses Koordinatensystem interessiert nur während der Hinreise. Auf der Rückreise wird wieder alles symmetrisch in neuen Koordinatensystemen. Jeder Abschnitt wird getrennt betrachtet.

Rudi Knoth hat geschrieben:Wieso das denn? ...

Weil die ZD vom Bezugssystem abhängig ist.
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Rudi Knoth » Mi 13. Nov 2024, 14:45

Lagrange hat geschrieben:
Weil die ZD vom Bezugssystem abhängig ist.


Und du suchst dir die "passenden" für deine Argumentation aus. Die Berechnung zum ZP wird ja in einem Bezugssystem, das ein Inertialsystem ist, durchgeführt. Das ist in diesem Fall das Ruhesystem der Strecke, weil dort alle Paramter bekannt sind. Z.B. muß bei einem Richtungswechsel auch im "neuen" Bezugssystem die Uhrzeit des "ruhenden Zwillings" berechnet werden. Und dann wird man feststellen, daß diese auf einmal "später" ist. Man kann auch durch Weglassen wichtiger Fakten Verwirrung stiften.

Gruß
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Frau Holle » Mi 13. Nov 2024, 15:31

Rudi Knoth hat geschrieben:
Es ist doch wirklich im Sinne der Physik legitim, die Berechnung in einem Koordinatensystem durchzuführen. [...] Oder sollen hier wichtige Tatsachen "unterschlagen" werden?

Es ist offensichtlich, dass alles unterschlagen wird, was den Unsinn der SRT-Gegner hier beweist. Wenn sie gar nicht mehr weiter wissen kommt sowas:
Kurt hat geschrieben:Was ist denn ein "Ruhesystem"?
Was ist ein System?

Da erübrigt sich natürlich jede weitere Diskussion.

Oder sowas:
Harald Maurer hat geschrieben:Auch der Wechsel von Inertialsystemen ist nur eine an den Haaren herbeigezogene Begründung, weil von Bezugssystemen in keinster Weise physikalische Effekte abhängen dürfen, kinematische schon gar nicht.

Inertialsysteme/Ruhesysteme haben als Bezugsysteme bekanntlich die Besonderheit, das in ihnen die Formeln der Physik gleichermaßen gelten, welche die Naturgesetze beschreiben, und zwar unabhängig vom Bewegungszustand relativ zu anderen Inertialsystemen/Ruhesystemen.

Deshalb (Relativitätsprinzip) und wegen des Postulats der absoluten Lichtgeschwindigkeit müssen die in einem Inertialsystem mit den bekannten Formeln vorausgesagten und objektiv festgestellten Werte zwischen zueinander bewegten Inertialsystemen transformiert werden, um die entsprechenden Werte im jeweils anderen System zu erhalten. Das war auch vor Einstein schon so mit der Galilei-Transformation, und in der SRT ist es eben die Lorentz-Transformation, die auch zeitliche Werte transformiert.

Natürlich sind die transformierten Werte dann anders als die ursprünglichen, aber ebenfalls objektiv feststellbar, wie z.B. die verschieden lange Dauer einer Reise in Zeiteinheiten. Dass sich dabei ein Wechsel von Bezugsystemen "in keinster Weise" bemerkbar machen sollte, ist totaler Unsinn. Die Bezugsysteme und Transformationen sind das A und O der ganzen Theorie und der überprüfbaren Vorhersagen.

Wenn man wie Kurt oder Harald Maurer der SRT einfach die Grundlagen entzieht, auf denen sie beruht, nämlich die genannten Postulate, dann kann man behaupten was man will, aber nicht die SRT widerlegen.

Es ist erwiesenermaßen ganz unmöglich, die SRT-Gegner hier mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen, weil sie das gar nicht wollen. Für sie steht fest: Die SRT ist Unsinn, und es ist ihnen ganz egal, dass sie sich dabei in Widersprüchen und idiotischen Aussagen verheddern bis der Arzt kommt. :lol:

Aber auch ein Arzt könnte da nicht helfen. Denn gegen solche Sturheit ist kein Kraut gewachsen.

 
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Lagrange » Mi 13. Nov 2024, 15:42

Rudi Knoth hat geschrieben:
Lagrange hat geschrieben:
Weil die ZD vom Bezugssystem abhängig ist.


Und du suchst dir die "passenden" für deine Argumentation aus. ...

Ich suche sie nicht, sie sind vorgegeben. A bewegt sich im Bezugssystem von B und B bewegt sich im Bezugssystem von A. Das ist schon alles.
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Re: Nutzen und Schaden der Einsteinschen ART und SRT

Beitragvon Lagrange » Mi 13. Nov 2024, 15:49

Frau Holle hat geschrieben:...
Inertialsysteme/Ruhesysteme haben als Bezugsysteme bekanntlich die Besonderheit, das in ihnen die Formeln der Physik gleichermaßen gelten, welche die Naturgesetze beschreiben, und zwar unabhängig vom Bewegungszustand relativ zu anderen Inertialsystemen/Ruhesystemen.
...

Es existiert fast immer ein bevorzugtes Bezugssystem. Das ist zum Beispiel für Schall in Luft die ruhende Luft. Wenn in zwei Inertialsystemen alle Eigenschaften identisch sind, dann sind sie gleichberechtigt. Um alle Inertialsysteme gleichwertig zu machen, wollte Einstein den Äther abschaffen.
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