Kurt hat geschrieben:Was sind Laufzeitausdrücke, was sind verschiedene Geschwindigkeiten des Lichts?
Verschiedene Geschwindigkeiten des Lichts postulierst du doch ständig. Es sind z.B. c+v und c-v. Mit diesen Geschwindigkeiten kommt doch angeblich das Licht auf den Empfänger zu. Deine Rede, Kurt!
Also sind das zwei Lichtgeschwindigkeiten "aus Sicht des Empfängers", wie du immer betonst. Gegen was denn eigentlich? Gegen den Empfänger natürlich und gegen eine konstante Strecke, die zum Empfänger in Ruhe ist. Oder wie siehst du das?
Kurt hat geschrieben:Kannst du da mal Beispiele und Erklärungen bringen?
Ein Wagen W fährt von A nach B, bewegt sich gegen die konstante Strecke AB=BA mit der Geschwindigkeit v. Bei B steht ein Sender und sendet ein Tonsignal zum Wagen. Das Signal bewegt sich mit cs (Schallgeschwindigkeit) im völlig windstillen Medium Luft entlang der Strecke AB.
Das Signal trifft auf die Windschutzscheibe vom geschlossenen Wagen und bewegt sich dann weiter mit cs im völlig windstillen Medium Luft bis zum Ohr des Fahrers. Er ist der Empfänger und stellt fest: Das Signal kommt mit cs auf sein Ohr zu, und nicht etwa mit einer anderen Geschwindigkeit. Die Schallgeschwindigkeit cs gilt sowohl relativ zur Luft draußen, die zu AB in Ruhe ist, als auch relativ zur Luft drinnen, die zum Fahrer in Ruhe ist. Sie ist beiden Bezugsystemen gleich.
Kurt hat geschrieben:Schönes Beispiel das du da gebracht hast.
Lagrange hat geschrieben:Sehr gut [...]
Danke für die Blumen.
Dann seht ihr also ein, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Signals in diesen beiden Ruhesystemen absolut gleich ist, obwohl sie gegeneinander bewegt sind. Das ist doch mal ein Fortschritt. Mal sehen, wie lange die Einsicht anhält.
Damit ist dann auch die Behauptung widerlegt, dass das Signal mit c+-v auf einen Empfänger zukommt. Es gibt eben keine andere Ausbreitungsgeschwindigkeit als cs, auch nicht aus Empfängersicht, was zu beweisen war.
Damit erübrigt sich eigentlich jedes weitere Wort zum Term c+-v, der angeblich verschiedene Ausbreitungsgeschwindigkeiten beweist. Trotzdem noch folgendes dazu anhand des Beispiels:
Das Signal wird bei B gesendet zum Zeitpunkt t0 und erreicht den Empfänger im Wagen W zum Zeitpunkt t1. Die Laufzeit ist also t = t1 – t0. Der Wagen hat während der Laufzeit t die Strecke v*t zurückgelegt und das Signal hat inzwischen die Strecke cs*t zurückgelegt.
Die Gesamtstrecke BA zwischen dem Sender B und dem Wagen W zum Sendezeitpunkt t0 ist also BA = cs*t + v*t = t*(cs + v). Der Wagen befand sich ja zum Sendezeitpunkt bei A.
Kommt euch der Term cs + v irgendwie bekannt vor?
Der wagt es doch tatsächlich in einer Formel zu erscheinen! Beweist das etwa verschiedene Ausbreitungsgeschwindigkeiten? Natürlich nicht, wie wir gesehen haben.
Der Term kann auftauchen, wenn man wie hier gezeigt die Entfernung des Empfängers W zum Sendezeitpunkt t0 berechnet. Wie man sieht, muss der Term nicht zwingend erscheinen, denn man kann auch ohne t auszuklammern einfach BA = cs*t + v*t stehen lassen. Es ist ja dasselbe.
Damit ist dann auch dieser Unsinn widerlegt:
Lagrange hat geschrieben:Überall, wo c+v oder c-v auftaucht, ist die LG nicht konstant. Das ist zum Beispiel bei Sagnac, Doppler usw.
Bei Sagnac, Doppler usw. gibt es wie im obigen Beispiel Unterschiede in der Laufzeit und im Laufweg, aber eben nicht in der LG. Ist doch sonnenklar: Während sich der Empfänger annähert oder entfernt, ändert sich der Laufweg und damit auch die Laufzeit
bei konstanter Ausbreitungsgeschwindigkeit, was zu beweisen war.