Rudi Knoth hat geschrieben:rmw hat geschrieben:Na ja, wer glaubt dass sich Raum und Zeit für jeden ändern der sich bewegt, den kann man auch nicht ernst nehmen.
Nun beim Raum ist das Alltagserfahrung, wenn man sich bewegt. Denn wenn man in einem Zug fährt, bewegt sich die Landschaft an einen vorbei. Denn aus der Sicht des Passagiers bewegt sich die Landschaft entgegengesetzt zur Fahrrichtung.
Ja, die Orte und Zeiten von Ereignissen sind in verschiedenen Bezugsystemen verschieden:
- Finden in einem Inertialsystem zwei Ereignisse an verschiedenen Orten gleichzeitig statt, so finden sie in einem relativ dazu bewegten Inertialsystem zu verschiedenen Zeiten statt.
- Finden in einem Inertialsystem zwei Ereignisse am selben Ort zu verschiedenen Zeiten statt, so finden sie in einem relativ dazu bewegten Inertialsystem an verschiedenen Orten statt.
Letzeres kann man z.B. im Zug leicht nachvollziehen: Man bleibt ruhig sitzen, also permanent am selben Ort im Zug und trinkt nacheinander zwei Schluck Kaffee. Das sind zwei Ereignisse (Schluck Kaffee) zu verschiedenen Zeiten, die im Zug am selben Ort stattfinden.
Finden sie draußen am Gleis auch am selben Ort statt? Natürlich nicht, denn der Zug hat sich ja inzwischen weiter bewegt. Sie finden also draußen an verschiedenen Orten statt. Man könnte das "Relativität der Gleichortigkeit" nennen. Die beiden Ereignisse sind absolut: Es werden zwei Schuck Kaffee getrunken. Darüber sind sich
alle Beobachter einig. Aber es sind nicht alle einig über die Orte der Ereignisse. Die sind relativ, je nach Bezugsystem: Der Beobachter in Zug sagt "bei mir gleichortig", d.h. am selben Ort. Der Beobachter draußen sagt "nein, bei mir an verschiedenen Orten". Wer hat recht? Beide natürlich.
Der erste Satz ist schwieriger zu verstehen, und deshalb scheitern die RT-Kritiker regelmäßig daran. Er beschreibt entsprechend die Relativität der Gleichzeitigkeit. Wir haben uns aus der Alltagserfahrung so an die Vorstellung einer absoluten Zeit gewöhnt, dass der Gedanke an eine Relativität der Zeitangaben zunächst absurd erscheint. Einstein hat es gewagt, diese Gewohnheit zu hinterfragen und logisch wasserdicht zu erklären, dass nicht nur die Ortsangaben der absoluten Ereignisse relativ sind, sondern auch die Zeitangaben. Das ergibt sich logisch zwingend, wenn man zwei Voraussetzungen akzeptiert: Die absolute Lichtgeschwindigkeit und die Gültigkeit des Relativitätsprinzips von Galilei und Newton.
Die beiden Voraussetzungen darf man natürlich anzweifeln, aber es ist bekanntlich bis jetzt niemandem gelungen sie zu widerlegen. Widerlegungsversuche gab es zu Hauf, aber bis jetzt sind sie alle gescheitert. Messungen mit hochpräzisen Atomuhren konnten die Relativität der Gleichzeitigkeit nicht widerlegen, im Gegenteil.
So ist das nun mal, und damit ist auch schon alles gesagt.