Scheinkräfte

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mi 1. Feb 2012, 15:45

Highway hat geschrieben:Was ich nicht im Traum denke ist, dass eine Verringerung der kinetischen Energie mit eine Geschwindigkeitserhöhung einher geht - wie von dir behauptet. :-) Ich denke, wie schon von mir geschrieben, dass mit den Vorzeichen/Wirkungsrichtungen noch was nicht klar sein kann. ;-)

Hör mir doch mal zu :!: ;)
In der unteren Bahn wird durch kurzes Triebwerkzünden die Geschwindigkeit und damit die kinetische Energie erhöht. Dadurch steigt die Kapsel auf eine höhere Bahn und gewinnt damit potentielle Energie, welche durch Abbau der zuvor zugefügten kinetischen Energie gewonnen wird, wodurch die Geschwindigkeit wieder sinkt.

Schieß 'ne Kanonenkugel senkrecht in den Himmel. Die kinetische Energie ist am Mündungsaustritt ein Maximum, die potentielle Energie ist dort gleich Null. Auf halber Steighöhe ist die potentielle Energie gleich der kinetischen Energie und beide sind halb so groß wie die kinetische Energie beim Start. Die Geschwindigkeit ist daher schon kleiner als die Startgeschwindigkeit. In der Gipfelhöhe ist die kinetische Energie gleich Null und die potentielle Energie ein Maximum und ist gleich der maximalen kinetischen Energie beim Start. Die Geschwindigkeit ist dort Null.

Gruß
Ernst
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Mi 1. Feb 2012, 16:01

Hallo Ernst !
Hör mir doch mal zu
In der unteren Bahn wird durch kurzes Triebwerkzünden die Geschwindigkeit und damit die kinetische Energie erhöht. Dadurch steigt die Kapsel auf eine höhere Bahn und gewinnt damit potentielle Energie, welche durch Abbau der zuvor zugefügten kinetischen Energie gewonnen wird, wodurch die Geschwindigkeit wieder sinkt.

Was geschieht denn da in der Praxis? Durch die Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit erhöht sich die Fliehkraft, die die Satelliten in eine höhere Bahn zieht. Die Zentripetalkraft, das ist die Gravitation, verändert sich dabei kaum.
Wenn das Kräftegleichgewicht wieder hergestellt ist, herrscht wieder Schwerelosigkeit. Maßgebend ist dabei die Richtung, in die die Triebwerke zünden.
Beim Bremsmanöver zünden die Triebwerke auch,nur in der Gegenrichtung.Trotz Zuführung kinetischer Energie sinken die shuttles.
Hannes
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Jürgen » Mi 1. Feb 2012, 16:56

Chief hat geschrieben:Die (entgegengebrachte) "Trägheitskraft" gibt es laut Ernst und Harald überhaupt nicht.


Wer behauptet denn sowas?
Du musst Ernst schon exakt zitieren...es kommt vom Standpunkt des Bezugssystems aus an, was Ernst und andere ja immer wieder sagen.
Aber mich würde mal interessieren was Hannes meint, wenn er sagt, dass dafür die Trägheitskraft der Grund ist, warum der Aufzug nicht gegen Lichtgeschwindigkeit hin tendiert.
Ist "diese" (Schein-)Kraft beim freien Fall wirlich identischer Natur, wie die Gravitationskraft? Nur gegenläufig...meint er das?
Wenn ja...wenn sich beide Kräfte dann aufheben müssten, warum beschleunigt dann dieser Aufzug weiter in Richtung Erde?
Müsste er sich dann nicht gleichförmig weiterbewegen...lt. Newton?
Wenn aber nicht, weil eben nur die Gravitationskraft wirkt...dann sieht es schon anders aus...oder?
Und bei den Planetenbahnen z.B. Erde und Mond, da würde der Mond tangential abdriften und zwar mit gleichförmiger Bewegung, vorausgesetzt Zentripetal- u. Zentrifugalkraft (sollte "diese" aus dem ruhenden BS aus wirklich existent sein!) wären gleich gross. Da aber eine Kraft ständig angreift und damit den Körper in Richtung Zentrum zieht, kann aufgrund dieser "einen" Kraft (hier: Petalkraft!) dieser Körper eben nicht mehr gleichförmig tangential abdriften. Der beschleunigte Körper kann nicht von einer ?_Kraft nach aussen gezogen werden. Dieser Körper will nur seine Bewegung gleichförmig beibehalten und eine resultierende Kraft hindert diesen ständig daran und zwingt diesen dann auf eine Kreisbahn.
Oder meinst du Hannes...weil du ja immer von einpegeln sprichst, diese Trägheitskraft würde sich ständig erhöhen? Was ich dann aber gar nicht verstehen täte. Also was kann denn diese beschleunigte Bewegung ausführen...wenn es so wäre, wie ihr es immer wieder darzustellen versucht.
Ich kann nur Ernst, Harald, Trigemina, fb...& Co. einfach nur zustimmen und bei euch den Kopf schütteln für so viel Unverständnis.
Bei Highway bin ich mir noch nicht ganz sicher...

Gruss, Jürgen
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Mi 1. Feb 2012, 17:23

Hallo Jürgen !
Oder meinst du Hannes...weil du ja immer von einpegeln sprichst, diese Trägheitskraft würde sich ständig erhöhen?

....nein! Dazu müsste ich die Triebwerke in Umlaufrichtung zünden.
Ja kannst du dir das nicht vorstellen ? Fliehkraft und Gravitation sind doch zwei voneinander grundverschiedene Kräfte, wie ja die Formel Chiefs genau darstellt.
Während Fliehkraft zum Großteil von der Umlaufgeschwindigkeit des Objektes abhängt, ist Gravitation nur von der (nlcht veränderbaren) Masse der Erde abhängig und vom Radialabstand. Schau doch die Bewegungen der Satelliten an !
Wenn die Umlaufgeschwindigkeit erhöht wird, steigt der Satellit. Umgekehrt sinkt er. Wenn die Antriebsdüsen beim Steigflug abgeschaltet werden,bleibt er auf der erreichten Höhe. Das heißt: Gravitation und Fliehkraft halten sich die Waage.Das verstehe ich unter "einpendeln".Wenn der Satellit noch weiter beschleunigt wird, erreicht er die "Fluchtgeschwindigkeit" und verlässt den Einfluss der Erde.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Mi 1. Feb 2012, 17:42

Hallo Chief !
Gäbe es die Trägheitskraft nicht, wäre das Universum längst schon in sich zusammengestürzt.

Und zwar schneller als es "entstanden" ist!

Laut ART hat sich doch das Universum in der ersten Phase, der sogenannten "Inflationären Phase" viel schneller als die LG ausgedehnt. Erst nach dieser Phase dehnt sich das Universum mit der Hubble-Konstante aus !

Hannes
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Mi 1. Feb 2012, 19:03

Hallo Jürgen !
Aber mich würde mal interessieren was Hannes meint, wenn er sagt, dass dafür die Trägheitskraft der Grund ist, warum der Aufzug nicht gegen Lichtgeschwindigkeit hin tendiert.

Hast du schon einmal einen Expander, das ist ein Sportgerät, in der Hand gehabt ?
Da muss man verteufelt aufpassen, dass einem der Handgriff bei gespannter Feder nicht aus der Hand rutscht. da kann man leicht eine Verletzung davontragen.
Wenn nämlich einer Kraft plötzlich keine Gegenkraft gegenübersteht.
Mit Gravitation und Trägheitskraft ist es genau so.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Mi 1. Feb 2012, 19:36

Hallo Chief !
Laut ART hat sich doch das Universum in der ersten Phase, der sogenannten "Inflationären Phase" viel schneller als die LG ausgedehnt. Erst nach dieser Phase dehnt sich das Universum mit der Hubble-Konstante aus !

Ich dachte eher im Sinne "Es werde Licht! und es ward Licht". Ohne Trägheit würde das Universum genauso rasch in der ART-"Singularität" verschwinden.

Die ART-Erklärungen sind nicht unumstritten. Aber im Moment gibt es keine besseren. Wir waren ja nicht dabei beim "Urknall" und Augenzeugen gibt es nicht.Es gibt wohl alternative Erklärungen zur Entstehung des Universums, die aber noch mehr unwahrscheinliche Aussagen liefern. Licht ist erst mit der Entstehung der ersten Sterne entstanden.
Da gab es Phasen.in denen überhaupt kein Licht durchkam. Erst mit der Re-Ionisation wurde das Universum durchsichtig. So sagt es zumindest die ART.
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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Hannes » Mi 1. Feb 2012, 20:17

Hallo Chief !
Meiner Meinung nach war das Universum schon immer da und es wird auch für immer so bleiben. Es ist auch möglich dass bestimmte Gebiete "zusammenklumpen" und dann irgendwann mal wieder explodieren. Ein Anfang und ein Ende sind meiner Meinung nach ausgeschlossen denn wer soll das Ganze "zünden"?

Ja, das sind alles Überlegungen, wie es wirklich war, werden wir nie wissen.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mi 1. Feb 2012, 20:29

Chief hat geschrieben: Die Trägheitskraft wirkt nur dann wenn die Masse beschleunigt wird, aber das verhindert die Beschleunigung nicht sondern begrenzt sie nur auf a=F/m.

Na bitte, geht doch, bis auf eine Notation richtig:

Die Trägheit der Masse wirkt nur dann, wenn die Masse beschleunigt wird, aber das verhindert die Beschleunigung nicht sondern begrenzt sie nur auf a=F/m.

Da ist also in dieser Beziehung Newton2 bereits der Widerstand der Masse gegen Beschleunigung enthalten. Und man kann damit die endliche Beschleunigung berechnen. Beispielsweise

Freier Fall bei konstantem g
a = F/m = m*g/m = g

Zusätzlich zu F also noch einmal eine Gegenkraft draufsatteln, ist also falsch.

Damit hat sich die Sache erledigt.

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Re: Scheinkräfte

Beitragvon Ernst » Mi 1. Feb 2012, 20:32

Highway hat geschrieben: Ein höherer Orbit, und das hast du zugegeben, eigentlich war es deine Rechnung (soviel zum zuhören), bedarf einer kleineren Bahngeschwindigkeit, die ist aber schon beim augenblicklichen Orbit durch die Zündung der Triebwerke zu hoch. Das wird ja jetzt nicht besser dadurch, dass der Satellit eine höhere Bahn einnimmt. Eher umgekehrt.

Du hörst mir nicht zu. ;)
Natürlich wird "das besser" dadurch, daß der Satellit höher steigt. Er verliert dadurch Geschwindigkeit.
Genauso wie die Kanonenkugel, wenn sie höher steigt.

Gruß
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