Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Kurt » Do 24. Mai 2012, 09:32

Hannes hat geschrieben:Zeit und Weg sind Konventionen und nicht von irgendwelchen Überlegungen beeinflussbare Einheiten. Veränderlich ist die Lichtgeschwindigkeit.


Genau, Zeit ist das was ein Zähler mit, meisst eigenem, Taktgeber -ausgibt-.
Weg ist das was man als Vielfaches einer Längenreferenz angibt,
Lichtgeschwindigkeit ist das was man als -Überwindung- eben dieser/einer Strecke in einer bestimmten Zeit feststellt.

Dieses Überwinden ist immer von den Umständen im Medium und den anderweitigen Ortsumständen abhängig.

Gruss Kurt
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Do 24. Mai 2012, 09:53

julian apostata hat geschrieben:Ein Pulsar ist ein Neutronenstern mit mehreren Sonnenmassen (1 Sonnenmasse =ca. 300 000 Erdmassen) und einem Durchmesser von wenigen Kilometern. Dass derart kleine massereiche Objekte sich täglich 7 mm näher kommen, da kannst du elektromagnetische Einflüsse völlig vernachlässigen.

Die kann man nicht vernachlässigen und werden bei anderen Pulsaren von den Astronomen auch einbezogen. Es ist offenbar reiner Zufall, dass der Energieverlust bei dem Doppelpulsar PSR 1913+16 von R. A. Hulse und J.H. Taylor ausschließlich mittels Voraussagen der ART (Abstrahlung durch Gravitationswellen) gedeutet werden konnte. Bei anderen Pulsaren funktioniert das nämlich nicht. So zum Beispiel bei dem Pulsar im Krebsnebel, dessen aus seiner rapiden Abnahme der Rotationsrate zu berechnende Energieverlust nicht mit der ART erklärt werden kann. Die Berechnung mit der ART ergibt hier nur etwa 4 % der tatsächlich feststellbaren Rotationsabnahme. Offenbar gehen die restlichen 96 % auf andere Mechanismen, wie die Wechselwirkung elektromagnetischer Strahlung mit dem schnell rotierenden Magnetfeld des Neutronensterns zurück. Das kann aber auch bei PSR 1913+16 der Fall sein, wo - wie bei allen Pulsaren - enorm starke Magnetfelder vorliegen.
Während man beim PSR 1913+16 von glänzender Bestätigung der ART spricht (dafür gab's sogar den Nobelpreis), kommt man beim Krebsnebel-Pulsar natürlich nicht auf die Idee, dass hier die ART widerlegt ("falsifiziert") erscheint. Man geht also bei der Auswahl von Phänomenen, welche die ART bestätigen, sehr selektiv vor. Dort wo es passt, ist es die ART, wo es nicht passt, sind es eben andere Einflüsse. Diese anderen möglichen Mechanismen werden dann aber negiert, wenn der Effekt schon mit der ART erklärbar ist.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Do 24. Mai 2012, 10:50

julian apostata hat geschrieben:Hier greift aber die RT, weil derartige winzige Riesenmassen natürlich die Raumzeit extrem stark krümmen und gewaltige Energien in Form von Gravitationswellen abstrahlen.
Mit anderen Worten, die Theorie sagt genau das voraus, was die Beobachtungsdaten liefern.

Die Theorie hat nur den winzigen Nachteil, daß sie etwas annimmt, was niemand bishere beobachtet hat: Gravitationswellen.
Wenn es sie gäbe, müßte es von Ihnen im All nur so wimmeln. Tut es aber nicht, wie die verzweifelt durchgeführten Suchaktionen ergaben.
Was es also nicht gibt, kann nicht zur Erklärung herangezogen werden. Die ART ist folglich unzutreffend.
Dagegen ist der Vorgang mit klassischer Physik durch Berücksichtigung der Wirkung eleltromagnetischer Felder ("Wirbelstrombremse") erklärbar.

Würden die ART Apologeten endlich die Graviatationwellen entdecken, wäre das Energieproblem der Menschheit endlich gelöst. :idea:
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon HD116657 » Do 24. Mai 2012, 11:23

Harald Maurer hat geschrieben:Während man beim PSR 1913+16 von glänzender Bestätigung der ART spricht (dafür gab's sogar den Nobelpreis), kommt man beim Krebsnebel-Pulsar natürlich nicht auf die Idee, dass hier die ART widerlegt ("falsifiziert") erscheint.

warum auch....... - das eine schließt anderes ja nicht aus
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon HD116657 » Do 24. Mai 2012, 11:24

Ernst hat geschrieben:Die Theorie hat nur den winzigen Nachteil, daß sie etwas annimmt, was niemand bishere beobachtet hat: Gravitationswellen.
Wenn es sie gäbe, müßte es von Ihnen im All nur so wimmeln. Tut es aber nicht, wie die verzweifelt durchgeführten Suchaktionen ergaben.

wie stark sind die?
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Do 24. Mai 2012, 11:50

HD116657 hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Theorie hat nur den winzigen Nachteil, daß sie etwas annimmt, was niemand bishere beobachtet hat: Gravitationswellen.
Wenn es sie gäbe, müßte es von Ihnen im All nur so wimmeln. Tut es aber nicht, wie die verzweifelt durchgeführten Suchaktionen ergaben.

wie stark sind die?


So stark, daß man sie detektieren könnte.

http://pulsar.sternwarte.uni-erlangen.de/wilms/teach/astrosem07/Gravitationswellen.pdf
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon HD116657 » Do 24. Mai 2012, 13:19

Ernst hat geschrieben:So stark, daß man sie detektieren könnte.

http://pulsar.sternwarte.uni-erlangen.de/wilms/teach/astrosem07/Gravitationswellen.pdf

hilf mir bitte mal, ich sehe gerade nicht
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Do 24. Mai 2012, 14:14

HD116657 hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:So stark, daß man sie detektieren könnte.

http://pulsar.sternwarte.uni-erlangen.de/wilms/teach/astrosem07/Gravitationswellen.pdf

hilf mir bitte mal, ich sehe gerade nicht


Leistung Gravitationswellen.PNG
Leistung Gravitationswellen.PNG (8.11 KiB) 4301-mal betrachtet


Außerdem http://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationswellendetektor

Erwartet: h=10^ -20
Meßempfindlichkeit h=5*10^-22
Nix gemessen :!:

Und noch als Zugabe:
http://www.geo600.uni-hannover.de/~aufmuth/GW_FftM_0504.pdf

Genug Hilfe?
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon HD116657 » Do 24. Mai 2012, 15:13

Ernst hat geschrieben:Außerdem http://de.wikipedia.org/wiki/Gravitationswellendetektor

Erwartet: h=10^ -20
Meßempfindlichkeit h=5*10^-22
Nix gemessen :!:

danke....... - klick mal auf LIGO und lies dann bei "Funktionsweise", ab "Trotz dieser unglaublichen Empfindlichkeit"
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon julian apostata » Fr 25. Mai 2012, 11:02

Harald Maurer hat geschrieben:So zum Beispiel bei dem Pulsar im Krebsnebel, dessen aus seiner rapiden Abnahme der Rotationsrate zu berechnende Energieverlust nicht mit der ART erklärt werden kann.


Im Nanobeitrag war allerdings nicht die Rede von der Rotation, sondern von der Revolution. Und die Rotationsenergie kannst du im allgemeinen gegenüber der Revolutionsenergie völlig vernachlässigen.

Ernst hat geschrieben:Die Theorie hat nur den winzigen Nachteil, daß sie etwas annimmt, was niemand bishere beobachtet hat: Gravitationswellen.


1. Die Theorie sagt Gravitationswellen voraus
2. Aufgrund dieser theoretisch postulierten Gravitationswellen lässt sich nun eine Annäherung schwerer Doppelsysteme berechnen, welcher mit dem beobachteten Ergebnis übereinstimmt.

Gäbe es keine Gravitationswellen, so hieße das, dass man aufgrund einer falschen Theorie zum richtigen Ergebnis gekommen ist. Ist zwar unwahrscheinlich, da aber Physiker im Allgemeinen sehr gründlich denkende Menschen sind, will man es ganz genau wissen. Also hat man sich “Lisa” ausgedacht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Laser_Interferometer_Space_Antenna

Hier sieht man ein gleichseitiges Satellitendreieck (s=1Million Kilometer) und sollte die Seitenlänge geringfügig schwanken, so wären damit SRT und ART wieder einmal bestätigt.

Bild

Aber das interessiert den gemeinen SRT-Kritiker überhaupt nicht. Man erfindet einfach nur scheinbare Paradoxa (z.B. Panzerparadoxon) oder nervt irgendwelche Minister, obwohl zur Lösung der scheinbaren Widersprüchlichkeiten einfache Mathematikkenntnisse ausreichen.

Vor ganzheitlichem Denken hütet man sich, wie der Teufel das Weihwasser und so ignoriert man auch simpelste indirekte Bestätigungen der Lorentztransformation, wie zum Beispiel das Periodensystem der Elemente.

Bild

Das Heliumatom wiegt nur etwa 99,28% von 4 Wasserstoffatomen zusammengenommen und so liefert die Lorentztransformation eine einfache Bestätigung dafür, wie unsere Sonne Jahrmilliarden scheinen kann.

Aber wie gesagt, der gemeine SRT-Kritiker kommt in seinem Denken gar nicht so weit, weil er sich lieber an Panzerparadoxa fest beisst.
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