Bei der Verwendung von World of Trust (WOT) scheint Vorsicht geboten. Das mittels Ampelsystem dargestellte Ranking basiert auf von (anonymen) Nutzern abgegebenen Beiträgen und Meinungen und lässt bei der Frage glaubwürdig ermittelter Ergebnisse erhebliche Zweifel aufkommen. Das Surfverhalten der WOT Nutzer wird protokolliert. Die Datenschutzbestimmungen lassen den Betreibern von WOT Hintertürchen zur Verwendung der Nutzerdaten offen.
Für kommerzielle Anbieter von z.B. Online-Shops und seriösen Dienstleistungen kann es durch schlechte Bewertungen der Community von WOT schnell zu geringeren Besucherzahlen und damit verbunden auch zu Umsatzeinbußen kommen. Offenbar zurück kaufen können sich die Inhaber dieser Webseiten das mit dem Erwerb eines Produktes von WOT.
Das heißt: Das kommerzielle Interesse des Unternehmens liegt darin, obksure "Vertrauenssiegel" u. Ä. zu verkaufen - und zwar für nahezu 400 Euro pro Jahr.
Für den Betreiber eines Online-Shops ist eine schlechte Bewertung existenzgefährdend. Wer vor der Wahl steht, entweder herbe Geschäftseinbußen zu erleiden oder monatlich 30 Euro (für absolut nichts!) zu blechen, wird sich wahrscheinlich zähneknirschend für Letzteres entscheiden.
Ungerechtfertigt negative Bewertungen kommen Wot also zugute. Und genau so ist das System angelegt: Wer jemandem schaden will (ob aufgrund persönlicher Animositäten, aus ideologischen Gründen oder weil er einen Konkurrenten ausschalten will), kann das anonym und mit einem kleinen Mausklick spielend leicht bewerkstelligen. Der Geschädigte hat kaum eine Möglichkeit, sich zu wehren - es sei denn, er kauft sich frei.

stammt vom 28.7.2012.
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