Ernst hat geschrieben:Tatsächlich. Eine in A ruhende Uhr wird aus einem vorbeibewegten IS_B gleich gesehen wie in A ! Sie ist nur für den relativ bewegten Beobachter in B langsamer gelaufen, als dessen eigene in B ruhende Uhr. Wenn die Uhr in A 1s gelaufen ist, dann ist seine eigene Uhr 1,155s gelaufen.
Aha! Dann wird also auch die Uhr im IS_B (1,155s) von beiden Bezugssystemen aus gleich gesehen. Denn dein Satz kann ja auch lauten: "Eine in B ruhende Uhr wird aus einem vorbeibewegten IS_A gleich gesehen wie in B!" Die ZD funktioniert also nur von B nach A und von A nach B funktioniert sie nicht? Beide sehen die Uhr in A auf 1s und jene in B auf 1,155 s stehen, aber im Ruhesystem von B müsste es doch umgekehrt sein, da müsste die Uhr im vorbeibewegten IS_A bis 1,155s laufen und im ruhenden IS_B bis 1s. Wieder sehen beide die Uhren jeweils gleich! Nur: sieht sich A als ruhend an, sehen beide Beobachter die Uhr in A auf 1s und jene in B auf 1,155 - sieht sich B als ruhend an, sehen beide Beobachter die Uhr in A auf 1,155 s und die Uhr in B auf 1s ?! Da sich jeder Beobachter als ruhend ansehen kann, müssen die Uhren sowohl auf 1s als auch auf 1,155s von beiden Beobachtern gesehen werden können! Da muss ich schon wieder fragen: wie machen das die Uhren?
Doch jetzt nochmal zu meinem Problem, das ich mit der LT habe.
Zuerst sehen wir uns aber den Sachverhalt mit der Galilei-Transformation an:
Gegeben sei ein IS_A mit einer Messstrecke, ausgehend vom Koordinatenursprung (von links nach rechts) und 1 LS lang. Am Ende der Messstrecke befindet sich eine fest montierte Uhr, die mit einer Uhr im Koordinatenursprung synchron läuft.
Gegeben sei auch ein IS_B mit gleichem Koordinatenursprung wie IS_A.
Wenn beide Uhren gerade 0,00 anzeigen, werde ein Lichtblitz am Koordinatenursprung ausgelöst, der sich zur Uhr am Ende der Messstrecke mit c bewegt. Wenn der Strahl die Uhr erreicht, möge sie mit der Anzeige, die sie gerade hat, stehenbleiben. Zugleich mit der Auslösung des Lichtstrahls möge sich IS_B mit 0,5 c in Richtung Uhr bewegen.
Der Strahl erreicht die Uhr im IS_A nach 1 Sekunde, und sie bleibt mit dieser Anzeige stehen.
In dieser einen Sekunde hat sich IS_B 0,5 LS weiterbewegt, d.h. die Uhr des IS_A hat sich um 0,5 LS dem Koordinatenursprung von IS_B genähert oder anders gesagt, die Messstrecke hat sich im IS_B um 0,5 LS verkürzt. Beide Beobachter werden nun gefragt, was die Uhr in ihrem IS anzeigt, bzw. mit welcher Anzeige sie stehengeblieben ist. Beide werden die Anzeige der Uhr mit 1 s angeben. Auch wenn der Beobachter im IS_B die Messung von seinem Koordinatenursprung aus beurteilt und in seinem IS die Messstrecke kürzer geworden ist. In seinem IS beträgt die LG aber c-v, und daher wird die Uhr auch im IS_B mit der Anzeige 1s stehenbleiben.
Also: der Ort und die Zeit, an dem der Strahl die Uhr trifft, transformieren mit x'=x-vt = 1-0,5*1 = 0,5 LS; t'=t
Und bevor wir uns das gleiche Szenario mit SRT und LT anschauen, stelle ich die Zwischenfrage, ob dieses Szenario deutlich genug und alles richtig beschrieben ist. Erst wenn wir hier gleicher Meinung sind, werde ich weiter machen.
Grüße
Harald Maurer