Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mi 22. Aug 2012, 11:39

Ernst hat geschrieben:Es geht doch nicht um die Laufzeit des Lichtes, sondern um die Laufzeit der Uhren.

Es geht sehr wohl um die Laufzeit des Lichtes, denn diese wird ja gemessen! Dass die Gesamtdauer des Uhrenlaufs bis zum Eintreffen des Lichtes an der Uhr in beiden IS sich nur durch die ZD unterscheiden darf, ist ja von vornherein logisch. Genau aus diesem Grund steht im IS_B die Uhr beim Beginn der Messung nicht auf Null, sondern auf -0,577 ! Damit sich am Ort, wo sich Uhr und Licht treffen, und der unterscheidet sich in den IS wesentlich, denn im IS_A ist das 1 und im IS_B ist das 0,577 , der richtige Messwert ergibt. Denn Im IS_B beträgt die Dauer des Lichtlaufs bis zur Koordinate 0,577 eben nun mal 0,577 Sekunden. Schon mal darüber nachgedacht, wieso die LT beim Start im IS_B t'= -0,557 s hinrechnet, obwohl sich der Ort in beiden IS nur durch die Längenkontraktion unterscheidet? Warum macht die LT das wohl? Damit die Uhr nach dem Lauf von 1,115 s mit der Anzeige 0,577 stehen bleiben kann, wenn das Licht eintrifft. Denn im IS_B ist die Laufstrecke für das Licht eben nun mal kürzer!

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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 22. Aug 2012, 11:49

DerDicke hat geschrieben:Sie haben die Rechnung DesDicken der zufolge das Zeitintervall 1s in A auf ein Zeitintervall 1.155s in B transformiert, richtig nachvollzogen. Dafür gebührt Ihnen Dickes Lob.

Sowas macht man mit links. Ich habe das mittels allgemeiner LT und mittels LT in Form der ZD gezeigt. Daß du das auch beherrscht, adelt dich überhaupt nicht. Sowas macht heute jeder Abiturient.

Fälschlicherweise haben Sie jedoch nicht nachgerechnet sondern schlicht behauptet, daß die Anzeige der Uhr in B dann dementsprechend um den Faktor 1.155s mehr anzuzeigen habe.

Ja Dicker,freu dich, da habe ich einen Trugschluß begangen.
Die gestoppte Zeitanzeige der individuellen im BS A fixierten Uhr bleibt physisch unverändert 1s auch im BS B. Die Zeitanzeige 1,155s zeigt eine im BS B fixierte Uhr, welche zum Zeitpunkt des gemeinsamen Uhrenstarts sich in der Position der A-Uhr befand.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 22. Aug 2012, 11:54

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Es geht doch nicht um die Laufzeit des Lichtes, sondern um die Laufzeit der Uhren.

Es geht sehr wohl um die Laufzeit des Lichtes, denn diese wird ja gemessen! Dass die Gesamtdauer des Uhrenlaufs bis zum Eintreffen des Lichtes an der Uhr in beiden IS sich nur durch die ZD unterscheiden darf, ist ja von vornherein logisch. Genau aus diesem Grund steht im IS_B die Uhr beim Beginn der Messung nicht auf Null, sondern auf -0,577 ! Damit sich am Ort, wo sich Uhr und Licht treffen, und der unterscheidet sich in den IS wesentlich, denn im IS_A ist das 1 und im IS_B ist das 0,577 , der richtige Messwert ergibt. Denn Im IS_B beträgt die Dauer des Lichtlaufs bis zur Koordinate 0,577 eben nun mal 0,577 Sekunden. Schon mal darüber nachgedacht, wieso die LT beim Start im IS_B t'= -0,557 s hinrechnet, obwohl sich der Ort in beiden IS nur durch die Längenkontraktion unterscheidet? Warum macht die LT das wohl? Damit die Uhr nach dem Lauf von 1,115 s mit der Anzeige 0,577 stehen bleiben kann, wenn das Licht eintrifft. Denn im IS_B ist die Laufstrecke für das Licht eben nun mal kürzer!

Da muß ich einfach mal nachfragen:
Was möchtest du eigentlich mit der Geschichte beweisen?
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 22. Aug 2012, 12:49

Solkar hat geschrieben: Ist von Ihrer Seite noch etwas an der vorgeschlagenen Behandlung des von Herrn Maurer vorgeschlagenen Szenarios mit dem Lichtstrahl zu kritisieren oder können wir auch die "Baustelle" schliessen?

Ich bin mir nicht sicher, was da eigentlich gezeigt werden soll.
Die SRT kann man mit solchen Dingen aber nicht aushebeln.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 22. Aug 2012, 14:05

Solkar hat geschrieben:@Ernst
Dann könnten wir, wenn es Ihnen recht ist, zurück zu dem Szenario mit der Raumschiffbegegnung, das wir noch nicht abgearbeitet haben.

Lust dazu habe ich nicht. Alle solche Versuche, die SRT mit sich selbst auszuhebeln, scheitern. Das wurde vielfach probiert und wird seltsamerweise immer wieder versucht.
Die SRT ist in sich konsistent. Gedankenexperimente zum Beweis des Gegenteils sind deshalb unmöglich.
Einzig reale Experimente, welche die Postulate oder theoretischen Resultate der SRT widerlegen, könnten ihr etwas anhaben.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mi 22. Aug 2012, 15:57

Ernst hat geschrieben:Ich bin mir nicht sicher, was da eigentlich gezeigt werden soll.

Hättest Du meine Beiträge gelesen, dann wüsstest Du das!
Aber da frage ich mal Dich:
Ernst hat geschrieben: Die Uhr in A wird zu Beginn gestartet und zeigt daher in beiden BSen die Zeit Null. Übrigens auch in allen anderen denkbaren Bezugssystemen.
Sie läuft in A genau 1s. Deshalb läuft sie in B genau 1,155s.

Deiner Meinung nach zeigt die Uhr beim Eintreffen des Lichtstrahls im IS_A 1 s, und im IS_B 1,155 s. Das Ereignis "Licht trifft bei der Uhr ein und Uhr bleibt danach stehen" gibt es nur einmal - und wird von jedem Beobachter wahrgenommen. Für den Beobachter IS_A bleibt die Uhr mit der Anzeige 1 s stehen, für den Beoachter IS_B hingegen bleibt sie mit der Anzeige 1,155 s stehen?
Wie macht die Uhr das?

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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 22. Aug 2012, 16:38

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Ich bin mir nicht sicher, was da eigentlich gezeigt werden soll.

Hättest Du meine Beiträge gelesen, dann wüsstest Du das!

Tut mir Leid. Ich habe nocheinmal gesucht, aber weder eine kompakte komplette Beschreibung des Szenarios noch die dahinterliegende Absicht gefunden. Oder das liegt schon weiter zurück :?:

Deiner Meinung nach zeigt die Uhr beim Eintreffen des Lichtstrahls im IS_A 1 s, und im IS_B 1,155 s. Das Ereignis "Licht trifft bei der Uhr ein und Uhr bleibt danach stehen" gibt es nur einmal - und wird von jedem Beobachter wahrgenommen. Für den Beobachter IS_A bleibt die Uhr mit der Anzeige 1 s stehen, für den Beoachter IS_B hingegen bleibt sie mit der Anzeige 1,155 s stehen?
Wie macht die Uhr das?

Das habe ich ja korrigiert. Die eine in A fixierte Uhr zeigt in beiden Bezugssystemen 1s. Ein Duplikat der Uhr , welches zum Zeitpunkt des Uhrenstarts auf demselben Ort liegt, wie die erste, aber in B fixiert ist, zeigt im BS B 1,155s.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mi 22. Aug 2012, 17:06

Ernst hat geschrieben:Die eine in A fixierte Uhr zeigt in beiden Bezugssystemen 1s.

Tatsächlich? Eine in A ruhende Uhr wird also aus einem vorbeibewegten IS_B gleich gesehen wie in A ? Sie ist also für den relativ bewegten Beobachter in B nicht langsamer oder schneller gelaufen? Wann wurde in der SRT die ZD abgeschafft?

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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mi 22. Aug 2012, 17:21

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die eine in A fixierte Uhr zeigt in beiden Bezugssystemen 1s.

Tatsächlich? Eine in A ruhende Uhr wird also aus einem vorbeibewegten IS_B gleich gesehen wie in A ? Sie ist also für den relativ bewegten Beobachter in B nicht langsamer oder schneller gelaufen? Wann wurde in der SRT die ZD abgeschafft?

Tatsächlich. Eine in A ruhende Uhr wird aus einem vorbeibewegten IS_B gleich gesehen wie in A ! Sie ist nur für den relativ bewegten Beobachter in B langsamer gelaufen, als dessen eigene in B ruhende Uhr. Wenn die Uhr in A 1s gelaufen ist, dann ist seine eigene Uhr 1,155s gelaufen.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mi 22. Aug 2012, 22:28

Ernst hat geschrieben:Tatsächlich. Eine in A ruhende Uhr wird aus einem vorbeibewegten IS_B gleich gesehen wie in A ! Sie ist nur für den relativ bewegten Beobachter in B langsamer gelaufen, als dessen eigene in B ruhende Uhr. Wenn die Uhr in A 1s gelaufen ist, dann ist seine eigene Uhr 1,155s gelaufen.

Aha! Dann wird also auch die Uhr im IS_B (1,155s) von beiden Bezugssystemen aus gleich gesehen. Denn dein Satz kann ja auch lauten: "Eine in B ruhende Uhr wird aus einem vorbeibewegten IS_A gleich gesehen wie in B!" Die ZD funktioniert also nur von B nach A und von A nach B funktioniert sie nicht? Beide sehen die Uhr in A auf 1s und jene in B auf 1,155 s stehen, aber im Ruhesystem von B müsste es doch umgekehrt sein, da müsste die Uhr im vorbeibewegten IS_A bis 1,155s laufen und im ruhenden IS_B bis 1s. Wieder sehen beide die Uhren jeweils gleich! Nur: sieht sich A als ruhend an, sehen beide Beobachter die Uhr in A auf 1s und jene in B auf 1,155 - sieht sich B als ruhend an, sehen beide Beobachter die Uhr in A auf 1,155 s und die Uhr in B auf 1s ?! Da sich jeder Beobachter als ruhend ansehen kann, müssen die Uhren sowohl auf 1s als auch auf 1,155s von beiden Beobachtern gesehen werden können! Da muss ich schon wieder fragen: wie machen das die Uhren?

Doch jetzt nochmal zu meinem Problem, das ich mit der LT habe.
Zuerst sehen wir uns aber den Sachverhalt mit der Galilei-Transformation an:

Gegeben sei ein IS_A mit einer Messstrecke, ausgehend vom Koordinatenursprung (von links nach rechts) und 1 LS lang. Am Ende der Messstrecke befindet sich eine fest montierte Uhr, die mit einer Uhr im Koordinatenursprung synchron läuft.
Gegeben sei auch ein IS_B mit gleichem Koordinatenursprung wie IS_A.
Wenn beide Uhren gerade 0,00 anzeigen, werde ein Lichtblitz am Koordinatenursprung ausgelöst, der sich zur Uhr am Ende der Messstrecke mit c bewegt. Wenn der Strahl die Uhr erreicht, möge sie mit der Anzeige, die sie gerade hat, stehenbleiben. Zugleich mit der Auslösung des Lichtstrahls möge sich IS_B mit 0,5 c in Richtung Uhr bewegen.
Der Strahl erreicht die Uhr im IS_A nach 1 Sekunde, und sie bleibt mit dieser Anzeige stehen.
In dieser einen Sekunde hat sich IS_B 0,5 LS weiterbewegt, d.h. die Uhr des IS_A hat sich um 0,5 LS dem Koordinatenursprung von IS_B genähert oder anders gesagt, die Messstrecke hat sich im IS_B um 0,5 LS verkürzt. Beide Beobachter werden nun gefragt, was die Uhr in ihrem IS anzeigt, bzw. mit welcher Anzeige sie stehengeblieben ist. Beide werden die Anzeige der Uhr mit 1 s angeben. Auch wenn der Beobachter im IS_B die Messung von seinem Koordinatenursprung aus beurteilt und in seinem IS die Messstrecke kürzer geworden ist. In seinem IS beträgt die LG aber c-v, und daher wird die Uhr auch im IS_B mit der Anzeige 1s stehenbleiben.
Also: der Ort und die Zeit, an dem der Strahl die Uhr trifft, transformieren mit x'=x-vt = 1-0,5*1 = 0,5 LS; t'=t
Und bevor wir uns das gleiche Szenario mit SRT und LT anschauen, stelle ich die Zwischenfrage, ob dieses Szenario deutlich genug und alles richtig beschrieben ist. Erst wenn wir hier gleicher Meinung sind, werde ich weiter machen.

Grüße
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